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Kammerflimmern

Von

L. Brent Mitchell

, MD, Libin Cardiovascular Institute of Alberta, University of Calgary

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2021| Inhalt zuletzt geändert Feb 2021
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Quellen zum Thema

Beim Kammerflimmern handelt es sich um eine potenziell tödliche, unkoordinierte Serie von sehr schnellen und nutzlosen Kontraktionen der Ventrikel (der unteren Kammern des Herzens); ausgelöst werden sie durch ein Chaos von elektrischen Impulsen.

  • Es führt innerhalb von Sekunden zu Bewusstlosigkeit und anschließendem Tod, wenn keine rasche Behandlung erfolgt.

  • Mithilfe einer Elektrokardiographie kann ermittelt werden, ob Kammerflimmern die Ursache des Herzstillstands ist.

  • Es muss innerhalb weniger Minuten mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung (kardiopulmonaler Reanimation, CPR) begonnen werden; kurz darauf muss eine Defibrillation (ein Elektroschock auf die Brust) folgen, um den Herzrhythmus wieder zu normalisieren.

Während des Kammerflimmerns beben die Ventrikel nur leicht und ziehen sich nicht wie normalerweise zusammen. Aus dem Herz wird kein Blut mehr herausgepumpt, sodass das Kammerflimmern eine Form von Herzstillstand Herzstillstand Ein Herzstillstand tritt ein, wenn jemand stirbt. Das Herz pumpt kein Blut und keinen Sauerstoff mehr in die Organe, das Gehirn und das Gewebe. Manchmal gelingt es dem Rettungspersonal, einen... Erfahren Sie mehr Herzstillstand ist. Ohne sofortige Behandlung kann es tödlich verlaufen.

Symptome von Kammerflimmern

Kammerflimmern führt innerhalb von Sekunden zur Bewusstlosigkeit. Ohne Behandlung erleidet der Betroffene gewöhnlich einen kurzen Krampfanfall, woraufhin er erschlafft und dann nicht mehr ansprechbar ist. Nach etwa 5 Minuten kommt es zu irreversiblen Gehirnschädigungen, weil das Gehirn keinen Sauerstoff mehr erhält. Bald darauf tritt der Tod ein.

Diagnose von Kammerflimmern

  • Elektrokardiographie

Einen Herzstillstand erkennt man, wenn ein Mensch plötzlich zusammenbricht, todesbleich wird, aufhört zu atmen, und Puls, Herzschlag oder Blutdruck nicht mehr feststellbar sind. Kammerflimmern als Ursache des Herzstillstandes wird mit einer Elektrokardiographie Elektrokardiographie Bei der Elektrokardiographie (EKG) handelt es sich um eine schnelle, einfache und schmerzfreie Untersuchung, bei der die elektrisch verstärkten Impulse des Herzens gemessen und aufgezeichnet... Erfahren Sie mehr Elektrokardiographie (EKG) nachgewiesen.

EKG: Auswertung der Kurven

EKG: Auswertung der Kurven

Mit einem Elektrokardiogramm werden die elektrischen Ströme dargestellt, die während des Herzschlags durch das Herz fließen. Sie werden in Teilbereiche aufgeteilt, von denen jeder im EKG mit einem Buchstaben benannt ist.

Jeder Herzschlag beginnt mit einem Impuls des Schrittmachers (Sinusknoten). Dieser Impuls aktiviert die oberen Herzkammern (Vorhöfe). Die P-Kurve zeigt die Tätigkeit der Vorhöfe.

Als nächstes fließt der elektrische Strom durch die unteren Herzkammern (Ventrikel). Der QRS-Komplex zeigt die Aktivität der Ventrikel.

Der elektrische Strom fließt dann über die Ventrikel zurück in die entgegengesetzte Richtung. Diesen Teil nennt man Erholungsphase; sie wird von der T-Kurve dargestellt.

Auf einem EKG lassen sich viele abnormale Veränderungen erkennen. Dazu zählen frühere Herzinfarkte (Myokardinfarkte), Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie), unzureichende Blut- und Sauerstoffversorgung des Herzens (Ischämie) und eine Verdickung (Hypertrophie) der Herzmuskelwände.

Manche EKG-Auffälligkeiten können auch auf Ausbuchtungen (Aneurysmen) in schwachen Bereichen der Herzwände hindeuten. Aneurysmen können Folge eines Herzinfarkts sein. Wenn ein auffälliger Rhythmus (zu schnell/langsam, unregelmäßig) vorliegt, kann das EKG auch Aufschluss über den Ursprungsort im Herzen geben. Solche Informationen helfen dem Arzt bei der Bestimmung der Ursache.

Behandlung von Kammerflimmern

  • Kardiopulmonale Reanimation (CPR)

  • Vorbeugung vor weiteren Anfällen

Kammerflimmern muss als äußerster Notfall behandelt werden. Eine Herz-Lungen-Wiederbelebung Erste-Hilfe-Maßnahmen Ein Herzstillstand tritt ein, wenn jemand stirbt. Das Herz pumpt kein Blut und keinen Sauerstoff mehr in die Organe, das Gehirn und das Gewebe. Manchmal gelingt es dem Rettungspersonal, einen... Erfahren Sie mehr Erste-Hilfe-Maßnahmen (CPR) muss schnellstmöglich durchgeführt werden. Kurz darauf muss eine Defibrillation (ein Elektroschock auf die Brust) folgen, sobald der Defibrillator verfügbar ist. Medikamente zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (siehe Tabelle Medikamente bei Herzrhythmusstörungen (Auswahl) Medikamente bei Herzrhythmusstörungen (Auswahl) Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) entstehen durch Serien von Herzschlägen, die unregelmäßig, zu schnell oder zu langsam sind, oder sie werden durch eine fehlerhafte elektrische Reizleitung... Erfahren Sie mehr Medikamente bei Herzrhythmusstörungen (Auswahl) ) können verabreicht werden, um dabei zu helfen, einen normalen Herzrhythmus beizubehalten.

Wenn das Kammerflimmern innerhalb weniger Stunden nach einem Herzinfarkt auftritt und die Betroffenen weder im Schockzustand sind noch an Herzinsuffizienz leiden, kann mittels rascher Kardioversion Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) entstehen durch Serien von Herzschlägen, die unregelmäßig, zu schnell oder zu langsam sind, oder sie werden durch eine fehlerhafte elektrische Reizleitung... Erfahren Sie mehr Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus in 95 Prozent aller Fälle der normale Rhythmus wiederhergestellt werden, und die Prognose ist gut. Kreislaufschock Kreislaufschock Ein Kreislaufschock ist ein lebensbedrohlicher Zustand, bei dem die Organe mit wenig Blut versorgt werden, was die Sauerstoffversorgung verringert und so zu Schäden und manchmal zum Tod führt... Erfahren Sie mehr und Herzinsuffizienz Herzinsuffizienz (CHF) Bei einer Herzinsuffizienz (einem Herzversagen) kann das Herz nicht mit den Anforderungen des Körpers mithalten. Das führt zu einem verringerten Blutfluss, einer Stauung des Blutes in den Venen... Erfahren Sie mehr Herzinsuffizienz (CHF) deuten auf schwere Schädigungen der Ventrikel hin. In solchen Fällen hat auch die rasche Kardioversion nur eine 30-prozentige Erfolgsquote und 70 Prozent der reanimierten Patienten sterben, ohne die Normalfunktion wiederzuerlangen.

Menschen, die nach einem Kammerflimmern erfolgreich reanimiert wurden, haben ein hohes Risiko, einen weiteren Anfall zu erleiden. Wenn das Kammerflimmern durch eine Krankheit verursacht wurde, wird diese therapiert. Ansonsten tragen die meisten Patienten einen operativ implantierten Kardioverter-Defibrillator Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) entstehen durch Serien von Herzschlägen, die unregelmäßig, zu schnell oder zu langsam sind, oder sie werden durch eine fehlerhafte elektrische Reizleitung... Erfahren Sie mehr Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus (ICD), der mögliche Folgeanfälle mit elektrischen Impulsen korrigiert. Die ICD überwachen dauerhaft die Frequenz und den Rhythmus des Herzens, erkennen automatisch schnelle Herzrhythmusstörungen und geben dann einen elektrischen Impuls ab, um den Herzrhythmus wieder zu normalisieren. Solche Patienten erhalten oftmals auch Medikamente zur Vorbeugung von Rückfällen.

Weitere Informationen

Bei dem Folgenden handelt es sich um ein englischsprachiges Hilfsmittel, das nützlich sein kann. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quelle verantwortlich ist.

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Ventrikuläre Einzelschläge
Ein ventrikulärer Einzelschlag (Extrasystole) bezeichnet einen zusätzlichen Herzschlag, der durch ungewöhnliche elektrische Impulse in den Herzkammern (Ventrikeln) entsteht, bevor der normale Herzschlag erfolgt. Welche der folgenden Aussagen über ventrikuläre Einzelschläge (Frühschläge) ist richtig?

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