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Thorakale Aortenaneurysmen

Von

Mark A. Farber

, MD, FACS, University of North Carolina;


Thaniyyah S. Ahmad

, MD, MPH, University of North Carolina

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2019| Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Thorakale Aortenaneurysmen sind Ausbuchtungen (Dilatationen) in dem Teil der Aorta, die den Brustraum (Thorax) durchläuft.

  • Thorakale Aortenaneurysmen können gar keine Symptome oder aber Schmerzen, Husten und Keuchen verursachen.

  • Reißt ein Aneurysma, führt es zu sehr starken Schmerzen (die oben im Rücken beginnen und sich nach unten in das Steißbein und den Bauch fortsetzen), niedrigen Blutdruck und Tod.

  • Oft werden Aneurysmen zufällig während bildgebender Verfahren entdeckt, die eigentlich aus einem anderen Grund durchgeführt werden. Ärzte machen dann Röntgenaufnahmen, Computertomographien oder führen ein anderes Bildgebungsverfahren durch, um die Größe und genaue Stelle des Aneurysmas zu bestimmen.

  • Es wird versucht, das Aneurysma mit einer Operation zu entfernen, bevor es reißt.

Die Hauptschlagader (Aorta) ist die größte Arterie des Körpers. Sie erhält sauerstoffreiches Blut vom Herzen und verteilt es im ganzen Körper über kleinere Arterien, die von ihr abzweigen. Die Brustaorta (Aorta thoracalis) ist der Teil der Aorta, der durch den Brustkorb verläuft.

Thorakale Aortenaneurysmen werden heute viel häufiger als in der Vergangenheit entdeckt, seit die Computertomographie (CT) des Brustraums verstärkt eingesetzt wird, um andere Krankheiten zu diagnostizieren.

In den meisten Fällen ist eine Atherosklerose die Ursache.

Bei einer häufig vorkommenden Form des thorakalen Aortenaneurysmas verändern sich die Wände der Aorta (zystische Medianekrose) und der herznahe Abschnitt der Aorta vergrößert sich. Durch diese Vergrößerung kann sich eine Fehlfunktion der Klappe zwischen dem Herzen und der Aorta (Aortenklappe) entwickeln. Dann fließt Blut nach rückwärts in das Herz zurück, weil die Klappe nicht mehr richtig schließt. Diese Erkrankung nennt sich Aortenklappeninsuffizienz.

Etwa die Hälfte der Menschen mit einem Aneurysma und Erdheim-Gsell-Syndrom leiden auch an einer Bindegewebserkrankung, die Marfan-Syndrom genannt wird. Bei den übrigen ist keine Ursache ersichtlich; allerdings weisen viele von ihnen Bluthochdruck auf.

In seltenen Fällen ist ein Aneurysma im herznahen Abschnitt der Aorta die Folge einer Syphilisinfektion. In anderen Fällen können Bakterien in den Blutkreislauf gelangen und auf diese Weise eine Infektion (Lungenentzündung oder einen Harnwegsinfekt) auslösen und sich an einer Stelle der Aorta festsetzen und sich dort vermehren. Diese bakterielle Infektion kann die Wand der Aorta schwächen und zu einem Aneurysma in dem Abschnitt führen.

Symptome

Thorakale Aortenaneurysmen können sehr groß werden, ohne Symptome zu verursachen. Symptome treten auf, wenn die sich ausdehnende Aorta auf benachbarte Organe, Nerven oder Muskeln drückt, und hängen daher davon ab, wo das Aneurysma entsteht.

Typisch sind Schmerzen (meistens im oberen Rückenbereich), Husten und Keuchen. In seltenen Fällen kann der Betroffene Blut husten, verursacht durch den Druck in den benachbarten Atemwegen oder einer geschädigten Luftröhre (Trachea). Drückt das Aneurysma auf die Speiseröhre, die Nahrung in den Magen befördert, fällt das Schlucken schwer. Bei Druck auf den Nerv, der zum Kehlkopf führt, kommt es zu Heiserkeit.

Unter die Bezeichnung Horner-Syndrom fällt eine Gruppe von Symptomen, die vom Druck auf bestimmte Nerven im Brustraum herrühren. Zu diesen Symptomen gehören verengte Pupillen, hängende Augenlider und fehlendes Schwitzen auf einer Seite im Gesicht. Abnormales Pulsieren im Brustraum kann ebenfalls auf ein thorakales Aortenaneurysma hindeuten. Eine Luftröhre, die stärker seitlich liegt als normal, ist auf den Röntgenaufnahmen der Brust zu sehen.

Bei Ruptur eines thorakalen Aortenaneurysmas beginnt der unerträgliche Schmerz für gewöhnlich im oberen Rücken. Die Schmerzen können mit Fortschreiten der Ruptur den Rücken hinunter bis in den Bauchraum ausstrahlen. Die Schmerzen können auch in der Brust und den Armen fühlbar sein ähnlich wie bei einem Herzinfarkt. Der Betroffene kann einen plötzlichen Kreislaufschock erleiden und an den Folgen der inneren Blutungen sterben.

Diagnose

  • Bildgebende Verfahren wie CT-Angiographie, Magnetresonanz-Angiographie oder transösophageale Echokardiographie

Ärzte können thorakale Aortenaneurysmen auf Basis der Symptome feststellen, oder anhand von Anzeichen während einer Routineuntersuchung des Körpers, die darauf hindeuten, dass ein thorakales Aortenaneurysma vorliegt, wie etwa Herzgeräusche oder ein Grollen bei Abhören mit einem Stethoskop oder anhand der körperlichen Merkmale eines Marfan-Syndroms.

Eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs aus einem anderen Grund kann ebenfalls zur Entdeckung des Aneurysmas führen.

Um die genaue Größe des Aneurysmas festzustellen, können eine Computertomographie(CT)-Angiographie, eine Magnetresonanz-Angiographie oder eine transösophageale Echokardiographie (bei der der Ultraschallkopf über den Hals in die Speiseröhre eingeführt wird) hilfreich sein. Welche Art von Operation (wenn überhaupt) notwendig ist, wird mithilfe einer Aortographie oder einer CT-Angiographie entschieden.

Behandlung

  • Endovaskuläre Stent-Grafs oder herkömmliche operative Reparatur

  • Medikamente zur Senkung des Bluthochdrucks

Bei den Betroffenen werden zur Überwachung des Aneurysmas und seiner Ausdehnung alle 6–12 Monate CT-Aufnahmen gemacht.

Die Patienten erhalten einen Betablocker, einen Kalziumkanalblocker oder ein anderes bluthochdrucksenkendes Mittel, um die Ausdehnung des Aneurysmas zu verlangsamen und das Risiko eines Risses zu senken. Raucher müssen unbedingt das Rauchen aufgeben.

Es ist viel besser, das thorakale Aortenaneurysma zu behandeln, bevor es reißt. Daher wird eine Reparatur empfohlen, sobald das Aneurysma auf 5,5 bis 6,0 cm angewachsen ist. Bei Patienten mit Marfan-Syndrom ist das Risiko einer Ruptur größer; bei ihnen wird schon bei kleineren Aneurysmen zur Operation geraten.

Die Wahl des Reparaturverfahrens hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem davon, wie alt der Patient ist und in welchem Allgemeinzustand er sich befindet, sowie von der Anatomie der Aorta und des Aneurysmas. Im Allgemeinen sind Stent-Grafts jetzt die erste Wahl für thorakale Aortenaneurysmen, da dieses Verfahren ein nicht so großer Eingriff ist und kein Schnitt im Brustkorb durchgeführt werden muss, der schmerzhafter ist und länger braucht, bis er wieder verheilt ist. Eine offene Operation wird seltener vorgenommen und in der Regel nur dann, wenn ein Stent-Graft nicht für die Form der Aorta geeignet ist.

Ein endovaskulärer Stent-Graft ist ein hohler Schlauch aus Stoff, der umgeben ist von einem Metallnetz, der an den Abschnitt des Aneurysmas in der Aorta gesetzt werden kann. Für einen endovaskulären Stent-Graft wird ein langer dünner Draht durch die große Arterie in der Leiste (Arteria femoralis) und nach oben zu dem zerstörten Abschnitt der Aorta geschoben. Darauf wird der Stent-Graft über den Draht geschoben und bis zum Aneurysma in der Aorta vorgeschoben. Dann wird das Stent-Graft im beschädigten Abschnitt der Aorta geöffnet, sodass er einen stabilen Kanal für den Blutdurchfluss bildet. Der Stent bleibt dauerhaft im Körper. Diese Operation dauert 2 bis 4 Stunden, der Krankenhausaufenthalt normalerweise 1 bis 3 Tage. Im Gegensatz dazu muss man bei einer offenen Operation zwischen 5 und 8 Tagen im Krankenhaus bleiben.

Während der Behebung eines thorakalen Aortenaneurysmas mit einem Stent-Graft liegt das Sterberisiko bei etwa 4 Prozent, steigt jedoch auf etwa 30 bis 50 Prozent bei Operation oder Stent-Graftreparatur eines gerissenen thorakalen Aneurysmas an. Ein unbehandelter Riss eines thorakalen Aortenaneurysmas ist immer tödlich.

Wenn die Ursache des Aneurysmas Syphilis oder eine andere Infektion ist, werden Antibiotika zur Behandlung der Infektion verabreicht. In der Regel muss das Aneurysma also repariert werden.

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