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Sonnenlicht und Hautschäden – ein Überblick

Von

Julia Benedetti

, MD, Harvard Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2019| Inhalt zuletzt geändert Dez 2019
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Sonnenlicht regt die Vitamin-D-Produktion an, trägt zur Kontrolle einiger chronischer Hautkrankheiten (z. B. Psoriasis) bei und hat eine wohltuende Wirkung. Sonnenlicht kann jedoch auch Hautschäden verursachen.

Der Schaden zeigt sich nicht nur als schmerzhafter Sonnenbrand, sondern auch in Form von Faltenbildung und anderen mit dem Altern der Haut verbundenen Veränderungen (Photoaging), aktinischen Keratosen, Hautkrebs und sogar allergischen Reaktionen und der Verschlimmerung einiger Hautkrankheiten ( Lichtempfindlichkeitsreaktionen).

Ultraviolettes Licht

Ultraviolettes (UV) Licht ist für das menschliche Auge zwar unsichtbar, es ist aber jene Komponente des Sonnenlichts, die sich auf die Haut am stärksten auswirkt. UV-Licht wird in drei Arten eingeteilt, je nach Wellenlänge:

  • Ultraviolett-A (UVA)

  • Ultraviolett-B (UVB)

  • Ultraviolett-C (UVC)

UV-Licht (alle Arten) fügt der Desoxyribonukleinsäure (der DNA – dem genetischen Material des Körpers) Schaden zu, der letztendlich zu Krebs führen kann. UV-Licht hat auch sonst schädliche Auswirkungen, wie frühzeitige Hautalterung und Faltenbildung. Sonnenbrände können auch durch UV-Strahlung entstehen, vor allem durch UV-B. UV-Strahlung ist in keiner Stärke harmlos.

Die Menge an UV-Licht, die die Erdoberfläche erreicht, nimmt immer mehr zu, vor allem in den nördlichen Breiten. Der Anstieg wird durch die sich ausdünnende schützende Ozonschicht in der Atmosphäre verursacht. Ozon, ein natürlich vorkommendes Gas, hält die meisten UV-Strahlen davon ab, die Erdoberfläche zu erreichen. Chemische Reaktionen zwischen Ozon und den Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW, chemische Substanzen, die in Kühlaggregaten und in Spraydosen mit Treibgas enthalten sind) vermindern die Ozonmengen in der schützenden Ozonschicht.

Die Menge an UV-Licht, die die Erdoberfläche erreicht, variiert auch in Abhängigkeit von anderen Faktoren. UV-Licht ist intensiver zwischen 10 und 15 Uhr im Sommer, außerdem in großen Höhen und in niedrigen Breitengraden (z. B. am Äquator). Glas, starke Bewölkung, Rauch und Smog filtern einiges an UV-Licht aus, aber UV-Strahlen können durch helle Wolken, Nebel und etwa 30 Zentimeter klares Wasser gelangen, wodurch das Potenzial schwerer Sonnenbrände besteht.

Natürlicher Schutz

Ist die Haut UV-Strahlung ausgesetzt, laufen in ihr bestimmte Veränderungen ab, die darauf abzielen, sich vor Schäden zu schützen. Die Epidermis (die äußerste Schicht der Haut) verdickt sich, um UV-Licht abzublocken. Die Melanozyten (pigmentproduzierende Zellen) produzieren erhöhte Mengen an Melanin (einem bräunlichen Pigment), wodurch die Haut dunkler wird und sich letztendlich bräunt. Bräune bietet einen gewissen natürlichen Schutz gegen zukünftige UV-Strahlung, da das Melanin die Energie des UV-Lichts absorbiert und dabei hilft, das Licht daran zu hindern, die Zellen zu schädigen und tiefer in das Gewebe einzudringen. Ansonsten hat das Bräunen keinen gesundheitlichen Nutzen. Das Bräunen allein um der Bräune willen ist gesundheitsschädlich ( Ist Sonnenbräune eigentlich gesund?).

In Abhängigkeit der Menge an Melanin in der Haut variiert die Sonnenlichtempfindlichkeit. Menschen mit dunklerer Haut haben mehr Melanin und verfügen daher über einen größeren eingebauten Schutz gegen die schädlichen Auswirkungen der Sonne. Dennoch sind auch Menschen mit einer dunkleren Hautfarbe für Sonnenschäden und die Langzeiteffekte einer Exposition gegen UV-Licht anfällig.

Wussten Sie ...

  • Auch Menschen mit einer dunkleren Hautfarbe sind für Sonnenschäden und die Langzeiteffekte einer Exposition gegen UV-Licht anfällig.

Die Menge des in der Haut eines Menschen vorhandenen Melanins ist sowohl genetisch als auch von der Intensität der letzten Sonnenexposition abhängig. Manche Menschen können als Reaktion auf UV-Licht große Mengen Melanin produzieren, während andere nur sehr geringe Mengen erzeugen. Menschen mit blondem oder rotem Haar sind für die kurz- und langfristigen Wirkungen von UV-Strahlung besonders empfänglich, weil sie nicht genügend Melanin bilden. Das Melanin in ihrer Haut kann sich auch sehr ungleich verteilen, was zu Sommersprossen führt. Menschen mit Vitiligo haben fleckige Hautpartien, in denen keine Pigmente vorhanden sind. Die Haut von Menschen mit Albinismus enthält kaum oder überhaupt kein Melanin.

Tabelle
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Einteilung der Hauttypen nach Fitzpatrick

Hauttyp

Typische Merkmale

Bräunungsfähigkeit

I

Blass-weiße Haut; rotes oder blondes Haar; blaue/grüne Augen; Sommersprossen

Bekommt immer einen Sonnenbrand, wird nie braun

II

Helle Haut; rotes oder blondes Haar; blaue, haselnussbraune oder grüne Augen

Bekommt leicht einen Sonnenbrand, wird nur schwer braun

III

Mittlere Hautfarbe; jede Augen- oder Haarfarbe

Bekommt manchmal einen Sonnenbrand, wird langsam braun

IV

Hellbraune Haut

Bekommt selten einen Sonnenbrand, wird leicht braun

V

Braune Haut

Bekommt kaum jemals einen Sonnenbrand, wird schnell sehr braun

VI

Dunkelbraune oder schwarze Haut

Bekommt nie einen Sonnenbrand, wird immer sehr schnell sehr braun

Photoaging

Sonnenbestrahlte Haut altert rasch. Hautschädigung infolge längerer Sonnenexposition wird als Lichtalterung der Haut oder Photoaging bezeichnet. Durch UV-Licht bekommt die Haut feine und tiefe Falten, eine unregelmäßige Pigmentierung, große sommersprossenartige Flecken (Lentigines), einen gelblichen Ton und eine ledrige, raue Beschaffenheit. Hellhäutige Menschen sind zwar besonders lichtempfindlich, aber letztlich kann bei ausreichender Strahlung jede Haut Schaden nehmen.

Aktinische Keratosen

Lichtkeratosen (aktinische Keratosen) sind Krebsvorstufen (präkanzeröse Wucherungen), die durch eine lang anhaltende Sonneneinwirkung hervorgerufen werden. Diese Wucherungen sind für gewöhnlich rosa oder rot und treten als unregelmäßige, schuppige Bereiche in Erscheinung. Sie können auch grau oder braun sein, sich hart, rau oder grobkörnig anfühlen.

Hautkrebs

Wer sich viel in der Sonne aufhält, hat ein größeres Risiko, dass präkanzeröse Wucherungen (Vorstufen von Hautkrebs) und Hautkrebs, darunter Plattenepithelkarzinom, Basalzellkarzinom oder maligne Melanome, entstehen. Hautkrebs ist besonders häufig bei Personen, die sich viel in der Sonne aufhalten, zum Beispiel Kinder und Jugendliche, sowie unter Personen, die aus beruflichen Gründen oder in der Freizeit ständig im Freien sind (Sportler, Landwirte, Seeleute und Personen, die viele Sonnenbäder nehmen). Auch die UV-Exposition in Bräunungsstudios erhöht das Krebsrisiko und schädigt manchmal das Gewebe.

Behandlung

  • Photoaging: Behandlungen, die auf die Haut aufgetragen werden

  • Aktinische Keratosen: verschiedene Therapien

Zur Minimierung der schädlichen Auswirkungen der Sonne ist es besonders wichtig, weitere Sonnenbestrahlung und Solarien zu meiden, schützende Kleidung zu tragen und Sonnenschutzmittel aufzutragen (siehe Sonnenbrand-Vorbeugung). Bereits entstandener Schaden lässt sich nur schwer umkehren.

Feuchtigkeitscremes können Fältchen vorübergehend ausgleichen, und Make-up hilft dabei, Unebenheiten in der Hautfarbe (Sommersprossen, Sonnenflecken und Lentigines) und mitunter auch feine Falten zu verbergen. Tiefe Falten und erhebliche Hautschäden jedoch bedürfen einer massiven Behandlung, um sie rückgängig zu machen.

Photoaging

Verschiedene Behandlungen wie chemische Peelings, Alpha-Hydroxysäuren, Tretinoin-Cremes und Laser-Hautresurfacing können das optische Erscheinungsbild chronisch durch die Sonne geschädigter Haut verbessern.

Diese Behandlungen können zwar das Erscheinungsbild der oberflächlichen Hautveränderungen (zum Beispiel feine Falten, unregelmäßige Pigmentierung, gelbliche oder bräunliche Verfärbung und raue Stellen) verbessern, aber ihre Wirkung auf tiefere Falten und erhebliche Hautschäden ist viel geringer.

Aktinische Keratosen

Aktinische Keratosen werden je nach Anzahl der Wucherungen, der Stelle der Wucherungen und der Art der Therapie, die vertragen wird, behandelt.

Liegen bei einer Person nur wenige Wucherungen vor oder wenn der Betroffene andere Behandlungsmethoden nicht verträgt, werden die Wucherungen in der Regel entfernt, indem sie mit Flüssigstickstoff vereist werden (Kryotherapie) oder indem sie abgeschabt (Kürettage) und anschließend mit elektrischem Strom verödet (Elektrokauterisierung) werden. Diese Behandlungsoptionen sind zwar die schnellsten, aber sie bergen ein höheres Risiko für Narbenbildung als andere Behandlungsoptionen.

Hat eine Person allerdings viele Wucherungen, kann eine Flüssigkeit oder eine Creme mit Fluorouracil (einem auf die Haut aufgetragenen Chemotherapeutikum) verwendet werden. Während dieser Behandlung sieht die Haut oft noch schlimmer aus als vorher, da Fluorouracil Rötung, Schälung und Brennen der Keratosen und der umgebenden, von der Sonne beschädigten Haut verursacht.

Das Medikament Imiquimod ist bei der Behandlung von aktinischen Keratosen wirksam, da es dem Immunsystem dabei hilft, präkanzeröse Hautwucherungen und Hautkrebs im Frühstadium zu erkennen und sie zu zerstören. Imiquimod wird etwa 12 bis 16 Wochen lang auf die Haut aufgetragen. Ingenolmebutat ist ein neueres Gel, das 2 bis 3 Tage lang zur Behandlung von aktinischen Keratosen auf die Haut aufgetragen wird. Der hauptsächliche Vorteil von Ingenolmebutat ist die kurze Behandlungsdauer. Imiquimod und Ingenolmebutat verursachen beide Rötungen, Schälungen und Brennen, was den Auswirkungen von Fluorouracil ähnelt.

Eine weitere mögliche Behandlung ist die photodynamische Therapie, bei der ein chemisches Präparat auf die Haut aufgetragen wird, wonach die Wucherungen mit künstlichem Licht bestrahlt werden. Durch diese Therapie entsteht ein sonnenbrandähnliches Erscheinungsbild. Der Hauptvorteil der photodynamischen Therapie liegt darin, dass dadurch in der Regel die Dauer der Rötung, der Schälung und der Reizungen reduziert wird. Die Betroffenen benötigen möglicherweise mehr als eine Behandlungssitzung.

Hautkrebs

Zur Behandlung von Hautkrebs siehe Hautkrebs.

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