Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

Lädt...

Schlafprobleme bei Kindern

Von

Stephen Brian Sulkes

, MD, Golisano Children’s Hospital at Strong, University of Rochester School of Medicine and Dentistry

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2018| Inhalt zuletzt geändert Feb 2018
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Kurzinformationen
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen

Die meisten Kinder schlafen im Alter von 3 Monaten für mindestens 5 Stunden durch, machen jedoch zu einem späteren Zeitpunkt in der Kindheit Phasen durch, in denen sie häufig nachts aufwachen, was oft bei Krankheiten der Fall ist. Wenn sie älter werden, wird der Schnelle Augenbewegung (REM)-Schlaf länger. In diesen Schlafphasen träumt das Kind, es kann aber auch zu Albträumen kommen.

Was Schlafgewohnheiten von Kindern betrifft (etwa das Schlafen von Kindern bei den Eltern), gibt es je nach Familie unterschiedliche Ansichten. Fachärzte raten dazu, Säuglinge im gleichen Zimmer wie die Eltern, aber nicht im gleichen Bett schlafen zu lassen (ein Bett teilen). Man geht davon aus, dass das Bett teilen mit Säuglingen das Risiko für einen plötzlichen Kindstod (Sudden Infant Death Syndrome, SIDS) erhöht. Es ist wichtig, dass die Eltern miteinander offen über dieses Thema sprechen, um Stress und widersprüchliche Botschaften an ihre Kinder zu vermeiden.

Bei den meisten Kindern treten Schlafstörungen lediglich vorübergehend oder vereinzelt auf und bedürfen keiner weiteren Behandlung.

Albträume

Albträume sind furchteinflößende Träume während einer REM-Schlafphase. Ein Kind, das Albträume hat, wacht auf und kann sich lebhaft an die Details des Traums erinnern. Albträume sind kein Grund zur Besorgnis, außer wenn sie sehr häufig auftreten. Sie können sich häufen, wenn das Kind unter Stress steht oder einen Film oder eine Fernsehsendung mit furchteinflößendem oder aggressivem Inhalt gesehen hat. Wenn Albträume häufig auftreten, sollten die Eltern ein Tagebuch führen, um so der Ursache auf die Spur zu kommen.

Nachtangst und Schlafwandeln

Nachtangst zeichnet sich durch Episoden aus, in denen das Kind kurz nach dem Einschlafen plötzlich voller Angst halb aufwacht. Diese Episoden treten während des Non-REM-Schlafs auf und betreffen am häufigsten Kinder im Alter zwischen 3 und 8 Jahren. Das Kind schreit und wirkt angsterfüllt, hat eine erhöhte Herzfrequenz, schwitzt und hat eine beschleunigte Atmung. Das Kind scheint die Anwesenheit der Eltern nicht zu bemerken und reagiert nicht auf Beruhigungsversuche. Es kann vorkommen, dass es sich wild hin- und herwirft und auch sprechen, aber keine Antwort auf Fragen geben kann. Nach einigen Minuten schläft das Kind gewöhnlich wieder ein. Anders als beim Albtraum kann sich das Kind an diese Episoden nicht erinnern. Nachtangst kann wegen des Schreiens und der durch nichts zu stoppenden Panik des verängstigten Kindes dramatisch wirken. Etwa ein Drittel der Kinder, die an Nachtangst leiden, schlafwandelt auch (d. h. sie verlassen im Schlaf das Bett und gehen herum, was auch „Somnambulismus“ genannt wird). Etwa 15 Prozent aller Kinder zwischen 5 und 12 erleben zumindest einmal eine schlafwandlerische Episode.

Nachtangst und Schlafwandeln ( Parasomnien) werden fast immer ohne Behandlung überwunden, obwohl noch mehrere Jahre lang gelegentliche Episoden möglich sind. Setzen sich diese Störungen jedoch bis ins Heranwachsenden- oder Erwachsenenalter fort und sind sie stark ausgeprägt, müssen sie eventuell behandelt werden. Bei Kindern, die eine Behandlung brauchen, kann Nachtangst manchmal durch ein Beruhigungsmittel oder bestimmte Antidepressiva gemindert werden. Allerdings sind dies starke Medikamente, die Nebenwirkungen haben können. Manchmal wird der Schlaf durch das Restless-Legs-Syndrom beeinträchtigt, und manche Kinder, insbesondere Kinder, die sich im Schlaf herumwerfen und schnarchen, leiden an obstruktiver Schlafapnoe. Beim Restless-Legs-Syndrom können Eisenergänzungsmittel empfohlen werden, auch wenn keine Eisenmangelanämie vorliegt. Auch kann eine Beurteilung auf Schlafapnoe bei Kindern, die sich im Schlaf herumwerfen und schnarchen, ratsam sein.

Widerstand beim Zubettgehen

Kinder, besonders im Alter zwischen 1 und 2 Jahren, leisten beim Zubettgehen oft Widerstand, da sie Trennungsängste haben. Bei älteren Kindern liegt der Grund hingegen oft im Versuch, mehr Aspekte ihrer Umwelt zu kontrollieren. Das Kind weint, wenn es in seinem Bett allein gelassen wird, oder klettert heraus und sucht seine Eltern. Ein anderer Grund, aus dem Kinder Widerstand beim Zubettgehen leisten, ist ein verschobener Beginn der Schlafphase. Diese Situationen entstehen, wenn Kinder mehrere Nächte lang später zu Bett gehen und länger schlafen als gewöhnlich, sodass sich ihre innere Uhr auf einen späteren Beginn der Schlafphase einstellt. Es kann schwierig sein, die Schlafenszeit nach vorne zu verschieben, doch ein rezeptfreies Antihistaminikum oder Melatonin kann Kinder dabei unterstützen, ihre innere Uhr neu einzustellen.

Bei einem Kind, das nicht schlafen will, nützt es nichts, es wieder aufstehen zu lassen oder zum ausgiebigen Trösten längere Zeit bei ihm im Zimmer zu bleiben. Vielmehr führen solche Reaktionen dazu, dass die Kinder nachts häufig aufwachen, wobei sie versuchen, die Bedingungen, unter denen sie eingeschlafen sind, zu reproduzieren. Um diese Probleme zu vermeiden, kann es sinnvoll sein, wenn ein Elternteil in Sichtweite ruhig sitzen bleibt und sicherstellt, dass das Kind im Bett bleibt. So lernt das Kind alleine einzuschlafen und versteht, dass es das Bett nicht wieder verlassen soll. Das Kind begreift außerdem, dass die Eltern in der Nähe sind, aber keine Geschichten mehr erzählen und nicht mehr mit ihm spielen werden. Schließlich wird das Kind ruhig und schläft ein. Oft ist es hilfreich, dem Kind einen geliebten Gegenstand (wie einen Teddybär) zu geben. Ein kleines Nachtlicht, weißes Rauschen oder beides kann ebenfalls beruhigend wirken.

Nächtliches Aufwachen

Jeder Mensch wacht während der Nacht mehrmals auf. Die meisten Menschen schlafen jedoch von selbst wieder ein. Nächtliche Aufwachepisoden treten bei Kindern oft nach einem Umzug, einer Krankheit oder einem anderen belastenden Ereignis auf. Schlafprobleme können sich verschlimmern, wenn Kinder am späten Nachmittag lange Nickerchen machen oder vor dem Zubettgehen ausgelassen spielen und nicht zur Ruhe kommen. Manchmal wird der Schlaf durch das Restless-Legs-Syndrom beeinträchtigt, und manche Kinder, insbesondere Kinder, die sich im Schlaf herumwerfen und schnarchen, leiden an obstruktiver Schlafapnoe. Beim Restless-Legs-Syndrom können Eisenergänzungsmittel empfohlen werden, auch wenn keine Eisenmangelanämie vorliegt. Auch kann eine Beurteilung auf Schlafapnoe bei Kindern, die sich im Schlaf herumwerfen und schnarchen, ratsam sein.

Wird dem Kind erlaubt, bei den Eltern zu schlafen, so verstärkt sich dadurch das nächtliche Aufwachen. Mit dem Kind in der Nacht zu spielen, es zu füttern oder zu schlagen oder zu tadeln ist ebenso kontraproduktiv. Wirkungsvoller ist es dagegen meist, das Kind mit beruhigenden Worten wieder ins Bett zu bringen. Zu einer sinnvollen Routine zur Schlafenszeit kann gehören, dass man dem Kind eine kurze Geschichte vorliest, ihm seine Lieblingspuppe oder Schmusedecke gibt oder (bei Kindern über 3 Jahre) ein Nachtlicht brennen lässt. Um zu erreichen, dass das Kind weniger häufig aufwacht, sollten der Ort und die Bedingungen, unter denen das Kind in der Nacht aufwacht, dieselben sein wie jene, unter denen es eingeschlafen ist. Auch wenn sich das Kind in einer anderen Umgebung hinlegen darf (zum Beispiel in einem anderen Raum mit den Eltern), sollte es nicht ganz eingeschlafen sein, wenn es zurück in die Wiege oder das Bett gelegt wird. Die Eltern und andere Bezugspersonen sollten versuchen, jeden Abend dieselbe Routine einzuhalten, sodass das Kind lernt, was von ihm erwartet wird. Wenn das Kind körperlich gesund ist, kann das nächtliche Aufwachen oft reduziert werden, indem man das Kind für einige Minuten weinen und von selbst zur Ruhe kommen lässt.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Okularimplantat
Video
Okularimplantat
Bei normaler Sehfähigkeit dringt das Licht durch die Hornhaut, die klare Schicht über dem...
3D-Modelle
Alle anzeigen
Mukoviszidose in den Lungen
3D-Modell
Mukoviszidose in den Lungen

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN