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Bindehautentzündung bei Neugeborenen

(Neonatal Conjunctivitis; Ophthalmia Neonatorum)

Von

Brenda L. Tesini

, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2020| Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Quellen zum Thema

Die Konjunktivitis (Bindehautentzündung) ist eine Entzündung der Bindehaut, der Membran, die die Augenlider auskleidet und das Weiße des Auges bedeckt.

  • Eine Bindehautentzündung wird durch Bakterien, Viren oder eine Reaktion auf Chemikalien verursacht.

  • Es kommt zu unterschiedlichen Symptomen, möglich sind eine Entzündung der Augen und ein Ausfluss aus den Augen.

  • Die Diagnose stützt sich in der Regel auf das Aussehen der Augen.

  • Die Infektion kann durch Tropfen oder Salben verhindert werden, die nach der Geburt in die Augen eingeträufelt oder geschmiert werden.

  • Die Infektion wird mit Antibiotika und antibiotischen Salben bekämpft.

An Inside Look at the Eye

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Ursachen

Eine Konjunktivitis bei Neugeborenen kann durch eine Infektion entstehen oder durch eine Reaktion auf Medikamente, die in die Augen geträufelt wurden (sogenannte chemische Bindehautentzündung). Eine Infektion kann durch Bakterien oder Viren verursacht werden.

Wenn bestimmte Bakterien in der Scheide der Mutter vorhanden sind, können sie während der Entbindung an das Neugeborene weitergegeben werden. Zu diesen Bakterien zählen unter anderem Chlamydien, Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae, Neisseria gonorrhoeae.

Eine chemische Bindehautentzündung ist eine Reaktion auf die Augentropfen, die Neugeborene zur Vorbeugung einer Infektion erhalten.

Symptome

Je nach Ursache der Infektion kann es zu unterschiedlichen Symptomen der Bindehautentzündung kommen.

Eine durch Chlamydien verursachte Bindehautentzündung entwickelt sich in der Regel 5 bis 14 Tage nach der Geburt, manchmal aber auch erst 6 Wochen danach. Neugeborene haben geschwollene Augenlider und die Augen sondern wässrigen Eiter ab. Die Infektion kann mitunter schwerwiegend sein.

Eine durch Gonorrhö verursachte Bindehautentzündung entwickelt sich meist 2 bis 5 Tage nach der Geburt. Die Neugeborenen leiden an einer schweren Entzündung der Augenlider und an einer Eiterabsonderung aus den Augen. Ohne Behandlung kann dies zu Blindheit führen.

Eine durch Chemikalien verursachte Bindehautentzündung, etwa durch Augentropfen, beginnt in der Regel innerhalb von 6 bis 8 Stunden nach dem Einträufeln und verschwindet innerhalb von 2 bis 4 Tagen von selbst wieder.

Eine durch andere Bakterien verursachte Bindehautentzündung beginnt 4 Tage bis mehrere Wochen nach der Entbindung.

Diagnose

  • Untersuchung des Ausflusses vom Auge

Die Ärzte beurteilen die Symptome des Neugeborenen und das Aussehen der Augen.

Um den Erreger zu identifizieren, werden Proben des Ausflusses aus dem Auge ins Labor geschickt.

Vorbeugung

In den USA werden die Augen des Neugeborenen nach der Geburt routinemäßig mit Erythromycin-Salbe oder -Tropfen behandelt, um einer Bindehautentzündung durch Neisseria gonorrhoeae vorzubeugen. In anderen Ländern können auch Silbernitrat, Tetrazyklin oder Povidon-Jod verwendet werden. Mit Ausnahme von Povidon-Jod verhindern diese Medikamente auch eine durch Chlamydien verursachte Bindehautentzündung.

Neugeborene von Frauen mit unbehandeltem Tripper (Gonorrhö-Infektion) sollten eine Einmalinjektion des Antibiotikums Ceftriaxon erhalten, auch dann, wenn sie noch nicht krank sind.

Behandlung

  • Antibiotika

Bei einer durch Chlamydien verursachten Bindehautentzündung werden die Antibiotika Erythromycin oder Azithromycin oral verabreicht.

Bei einer durch Neisseria gonorrhoeae verursachten Bindehautentzündung werden Neugeborene ins Krankenhaus eingewiesen und erhalten die Antibiotika Ceftriaxon oder Cefotaxim über die Vene (intravenös) oder durch Injektion verabreicht.

Bei einer durch andere Bakterien verursachten Bindehautentzündung werden Salben, die Polymyxin mit Bacitracin, Erythromycin oder Tetracyclin enthalten, angewendet.

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