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Zervixinsuffizienz

(Zervixinkompetenz)

Von

Antonette T. Dulay

, MD, Main Line Health System

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2019| Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Kurzinformationen

Eine Zervixinsuffizienz ist eine Öffnung des Gebärmutterhalses ohne Wehen, die zur Entbindung des Kindes im zweiten Trimester der Schwangerschaft führt.

  • Zum Zeitpunkt der Geburt bestehende Bindegewebserkrankungen und Verletzungen können das Gewebe des Gebärmutterhalses schwächen.

  • Bei einem schwachen Gebärmutterhals wird das Kind unter Umständen zu früh geboren.

  • Eine Zervixinsuffizienz kann erst festgestellt werden, nachdem eine Frau schwanger geworden ist.

  • Um eine Frühgeburt zu verhindern, kann der Gebärmutterhals zugenäht werden (Cerclage).

Unter Schwangerschaftskomplikationen wie Zervixinsuffizienz werden Probleme verstanden, die nur während der Schwangerschaft auftreten. Diese können Auswirkungen auf die Frau und/oder den Fötus haben und können zu verschiedenen Zeitpunkten während der Schwangerschaft auftreten. Die meisten Schwangerschaftskomplikationen können jedoch erfolgreich behandelt werden.

Gewöhnlich weitet sich der Gebärmutterhals (der untere Teil der Gebärmutter, auch Zervix genannt) nur beim Einsetzen der Wehen als Reaktion auf die Kontraktionen der Gebärmutter. Bei manchen Frauen liegt jedoch eine Gebärmutterhalsschwäche vor. Aus unbekannten Gründen kann sich der Gebärmutterhals lange vor dem eigentlichen Geburtstermin öffnen (erweitern). Deshalb kann es sein, dass das Kind zu früh geboren wird.

Lage des Gebärmutterhalses

Lage des Gebärmutterhalses

Wenn eine Frau eine Zervixinsuffizienz aufweist, tritt diese sehr wahrscheinlich auch in zukünftigen Schwangerschaften auf.

Ursachen

Wodurch eine Zervixschwäche verursacht wird, ist noch unklar. In den meisten Fällen kann kein bestimmter Grund identifiziert werden.

Die folgenden Faktoren können das Risiko einer Zervixschwäche erhöhen:

  • Eine zum Zeitpunkt der Geburt bestehende (angeborene) Bindegewebserkrankung, z. B. das Ehlers-Danlos-Syndrom

  • Eine Verletzung des Gebärmutterhalses

  • Ein Geburtsfehler der Gebärmutter, einschließlich Fehlbildungen des Müller-Gangs (z. B. eine Gebärmutter, die nicht normal geformt ist)

  • Vorangegangene Fehlgeburten im zweiten Schwangerschaftsdrittel

Der Gebärmutterhals kann bei einer früheren Entbindung verletzt worden sein. Eine Verletzung kann auch entstehen, wenn ein größeres Gewebestück des Gebärmutterhalses zur Biopsie entnommen wurde (sogenannte Konusbiopsie) oder wenn Instrumente zur Weitung des Gebärmutterhalses verwendet werden (wie es bei einer Dilatation und Kürettage, kurz D & K, der Fall sein kann).

Die meisten Frauen mit einer Zervixinsuffizienz weisen keine der oben genannten Faktoren auf.

Symptome

Viele Frauen weisen keine Symptome auf, bevor das Kind völlig überraschend vor dem eigentlichen Geburtstermin geboren wird. Bei anderen Frauen sind die Symptome früher zu erkennen. Zu diesen Symptomen können ein Druckgefühl in der Scheide, Scheiden- oder Schmierblutungen, unklare Unterleibs- oder Rückenschmerzen sowie ein Scheidenausfluss gehören.

Diagnose

  • Ultraschall

Eine Zervixinsuffizienz wird in der Regel erst festgestellt, wenn eine Frau ihr Kind zu früh gebärt. Sie wird bei Frauen vermutet, die bereits Fehlgeburten im zweiten Schwangerschaftsdrittel hatten.

Wenn der Arzt eine Vorsorgeuntersuchung während der Schwangerschaft vornimmt, kann eine Zervixinsuffizienz vermutet werden, wenn eine zu frühe Weitung des Gebärmutterhalses entdeckt wird.

Bei einem Verdacht auf Zervixinsuffizienz wird eine Ultraschalluntersuchung mit einem in die Scheide eingeführten Handgerät durchgeführt (sogenannte transvaginale Sonographie). Die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchung können auf eine Zervixinsuffizienz hinweisen. Wird bei einer Ultraschalluntersuchung zum Beispiel festgestellt, dass eine Frau einen kurzen Gebärmutterhals hat, so wird sie auf Anzeichen für vorzeitige Wehen überwacht. Dies gilt insbesondere für Frauen, bei denen das Risiko einer Zervixinsuffizienz besteht.

Behandlung

  • Anlegen einer Naht um oder durch den Gebärmutterhals, um eine frühzeitige Öffnung zu verhindern

Der Arzt kann eine Naht um oder durch den Gebärmutterhals anlegen, um zu verhindern, dass er sich zu früh öffnet. Dieses Verfahren nennt man zervikale Cerclage.

Eine Zervixcerclage wird im ersten Trimester vorgenommen, wenn ein erhöhtes Risiko einer Zervixinsuffizienz besteht, z. B. wenn eine Frau bereits Fehlgeburten im zweiten Trimester der Schwangerschaft hatte. Eine Cerclage kann vor der 24. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden, wenn der Arzt nicht weiß, was bei früheren Schwangerschaften geschehen ist, er aber den Verdacht hat, dass die Frau Probleme hatte, und wenn die Frau einen kurzen Gebärmutterhals hat.

Vor einer Zervixcerclage erhält die betroffene Frau eine Vollnarkose oder ein Lokalanästhetikum. Anschließend führt der Arzt Instrumente in die Scheide ein, um die Naht zu setzen. Die Naht wird gewöhnlich vor der Entbindung entfernt. In manchen Fällen wird sie nicht entfernt, und es wird ein Kaiserschnitt durchgeführt.

Wenn nach 22 bis 23 Schwangerschaftswochen das vorzeitige Einsetzen von Wehen vermutet wird, kann der Arzt Kortikosteroide (zur Unterstützung der Lungenreifung beim Fötus) und angepasste Bettruhe (angepasste Aktivitäten) verordnen. Angepasste Bettruhe heißt, dass sich betroffene Frauen tagsüber die meiste Zeit ausruhen sollten.

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