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Schwangerschaftsabbruch

(Schwangerschaftsabbruch)

Von

Frances E. Casey

, MD, MPH, Virginia Commonwealth University Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Nov 2018| Inhalt zuletzt geändert Nov 2018
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Kurzinformationen
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Quellen zum Thema

Mit einem gezielten medizinischen Eingriff oder Arzneimitteln kann eine Schwangerschaft beendet werden.

  • Eine Schwangerschaft kann durch operatives Entleeren der Inhalte aus der Gebärmutter oder durch die Einnahme bestimmter Arzneimittel beendet werden.

  • Komplikationen treten nur selten auf, wenn der Schwangerschaftsabbruch durch einen erfahrenen Arzt in einer Klinik durchgeführt wird.

  • Ein freiwilliger Schwangerschaftsabbruch erhöht das Risiko für den Fötus oder die Frau während nachfolgender Schwangerschaften nicht.

Die gesetzlichen Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch sind in den einzelnen Staaten sehr unterschiedlich. Etwa zwei Drittel der Frauen der Welt haben die Möglichkeit, eine Schwangerschaft legal abbrechen zu lassen.

In den USA ist ein freiwilliger Schwangerschaftsabbruch (Abbruch, der durch eine persönliche Entscheidung eingeleitet wird) während des 1. Schwangerschaftsdrittels (bis zur 12. Woche) legal. Nach 12 Wochen können die einzelnen US-Staaten Einschränkungen verhängen, unter welchen Umständen eine Abtreibung vorgenommen werden darf. Beispielsweise kann eine Wartezeit oder Beratung erforderlich sein, bevor ein Schwangerschaftsabbruch durchgeführt werden kann. Diese Einschränkungen unterscheiden sich von US-Staat zu US-Staat.

In den USA sind etwa 50 Prozent der Schwangerschaften ungewollt, und ca. 40 Prozent von ihnen werden durch einen freiwilligen Schwangerschaftsabbruch mithilfe eines der häufigsten operativen Verfahren beendet.

In Ländern, in denen Abtreibung legal ist, ist der Eingriff gewöhnlich sicher und es treten selten Komplikationen auf. Weltweit sterben ca. 13 Prozent der schwangeren Frauen an den Folgen eines Schwangerschaftsabbruchs. Die meisten dieser Todesfälle findet man in Ländern, in denen Schwangerschaftsabbrüche illegal sind.

Wussten Sie ...

  • Ein Schwangerschaftsabbruch ist eines der häufigsten in den USA durchgeführten operativen Verfahren.

Die Verhütung kann unmittelbar nach dem Schwangerschaftsabbruch beginnen.

Methoden

Methoden des Schwangerschaftsabbruchs:

  • Operativer Schwangerschaftsabbruch (chirurgische Absaugung): Entfernung des Gebärmutterinhalts durch den Gebärmutterhals

  • Medikamente zur Induktion einer Abtreibung: Verwendung von Medikamenten zur Anregung von Kontraktionen der Gebärmutter, durch die der Gebärmutterinhalt ausgestoßen wird

Die Wahl der Methode hängt zum Teil vom Stadium der Schwangerschaft ab. Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung wird gewöhnlich die Länge der Schwangerschaft festgestellt. Bei den meisten Schwangerschaften bis zu 24 Wochen kann ein chirurgischer Schwangerschaftsabbruch durchgeführt werden. Medikamente können bei Schwangerschaften verwendet werden, die weniger als 10 Wochen (häufig als medikamentöser Schwangerschaftsabbruch bezeichnet) oder länger als 15 Wochen (oft als Induktion bezeichnet) andauern.

Bei Schwangerschaftsabbrüchen, die im frühen Stadium der Schwangerschaft durchgeführt werden, ist möglicherweise nur eine örtliche Betäubung erforderlich. Auch eine Sedierung bei der die Frauen bei Bewusstsein bleiben (durch schmerzstillende Arzneimittel, die den Frauen helfen, sich zu entspannen, ohne dass sie das Bewusstsein verlieren), kann vorgenommen werden. Diese Medikamente werden normalerweise über eine Vene verabreicht. Bei späteren Schwangerschaftsabbrüchen ist in der Regel ein stärkeres Beruhigungsmittel erforderlich. In seltenen Fällen ist eine Vollnarkose erforderlich.

Am Tag des chirurgischen Schwangerschaftsabbruchs erhalten Frauen Antibiotika, die gegen Mikroorganismen wirken, die Infektionen in den Geschlechtsorganen verursachen können. Nach jedem Schwangerschaftsabbruch (operativ oder medikamentös) erhalten Frauen mit Rh-negativem Blut eine Injektion mit Rh-Antikörpern, dem sogenannten Rh0(D)-Immunglobulin.

Operativer Schwangerschaftsabbruch

Die Inhalte der Gebärmutter werden durch die Scheide entfernt. Eine operative Abtreibung wird in mehr als 95 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche in den USA durchgeführt. Je nach Länge der Schwangerschaft werden verschiedene Methoden angewendet. Hierzu gehören

Dilatation bezieht sich auf die Weitung des Gebärmutterhalses. Je nachdem, wie lange die Schwangerschaft andauert und wie viele Kinder die Frau bereits hatte, können verschiedene Arten von Dilatatoren verwendet werden. Um die Möglichkeit einer Verletzung des Gebärmutterhalses während der Dehnung zu verhindern, können Ärzte mithilfe saugfähiger natürlicher Substanzen wie getrockneten Seetangstengeln (Laminaria) oder mit einem synthetischen Dilatator vorgehen. Laminaria werden in die Öffnung des Gebärmutterhalses eingefügt und mindestens 4 Stunden oder manchmal auch über Nacht dort belassen. Da die Dilatatoren große Mengen an Körperflüssigkeiten absorbieren, wird die Öffnung des Gebärmutterhalses dabei geweitet und gedehnt. Arzneimittel wie z. B. Misoprostol (ein Prostaglandin) können ebenfalls zur Dehnung des Gebärmutterhalses eingesetzt werden.

In der Regel wird bei Schwangerschaften von weniger als 14 Wochen eine Dilatation und Kürettage (D und K) mit Absaugung durchgeführt. Bei diesem Verfahren wird ein Lokalanästhetikum, manchmal mit einer Sedierung, oder selten auch eine Vollnarkose verwendet. Ein Spekulum wird verwendet, um die Scheidenwände zu spreizen, und der Gebärmutterhals wird erweitert. Anschließend wird ein flexibler Schlauch, der an eine Vakuumquelle angeschlossen ist, in die Gebärmutter eingeführt, um den Fötus und die Plazenta zu entfernen. Die Vakuumquelle kann eine tragbare Spritze oder ein ähnliches Instrument oder ein elektrisches Absauggerät sein. Manchmal wird ein kleines, scharfes, löffelförmiges Instrument (Kürette) eingeführt, um das restliche Gewebe zu entfernen. Dieses Verfahren wird vorsichtig durchgeführt, um das Risiko von Vernarbungen und Unfruchtbarkeit zu verringern.

Bei Schwangerschaften zwischen der 14. und 24. Schwangerschaftswoche wird gewöhnlich eine Dilatation mit Aspiration (D und A) durchgeführt. Nach der Dehnung des Gebärmutterhalses werden der Fötus und die Plazenta mithilfe von Absaugung und Zangen entfernt. Anschließend wird die Gebärmutter vorsichtig ausgeschabt, um wirklich den ganzen Inhalt zu entfernen. Komplikationen umfassen Infektionen, Blutungen oder Risse des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutter, aber Komplikationen treten selten auf, wenn ein operativer Eingriff durch einen qualifizierten Arzt durchgeführt wird.

Wenn Frauen eine spätere Schwangerschaft verhindern möchten, kann mit der Verhütung begonnen werden, sobald der Schwangerschaftsabbruch abgeschlossen ist. So ist es weniger wahrscheinlich, dass Frauen ungewollt schwanger werden und einen weiteren Schwangerschaftsabbruch benötigen.

Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch

Arzneimittel zur Einleitung von Schwangerschaftsabbrüchen können bei Schwangerschaften bis zur 10. Woche oder wieder ab der 15. Woche eingesetzt werden. Bei einem Schwangerschaftsabbruch während der frühen Schwangerschaft (weniger als 10 Wochen) kann die Frau die Medikamente zuerst in der Arztpraxis und danach zu Hause einnehmen. Bei einem späteren Schwangerschaftsabbruch muss die Frau ins Krankenhaus eingewiesen werden, wo sie Medikamente einnimmt, welche die Wehen einleiten.

Zu den verwendeten Arzneimitteln gehören Mifepriston (RU-486) und anschließend ein Prostaglandin wie z. B. Misoprostol.

Durch die Einnahme von Mifepriston wird die Wirkung des Hormons Progesteron gehemmt, das die Gebärmutterschleimhaut für eine Schwangerschaft vorbereitet. Mifepriston macht die Gebärmutter auch empfindlicher für das zweite Medikament, das verabreicht wird (das Prostaglandin).

Prostaglandine sind hormonelle Substanzen, welche die Kontraktionen der Gebärmutter anregen. Sie können zusammen mit Mifepriston verwendet werden. Prostaglandine können im Mund (in der Backe oder unter der Zunge) behalten werden, bis sie sich auflösen, können aber auch injiziert oder in die Scheide eingeführt werden.

Von einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch wird gesprochen, wenn Medikamente verwendet werden, um eine Abtreibung einzuleiten, wenn die Schwangerschaft weniger als 10 Wochen angedauert hat. Das häufigste Behandlungsschema umfasst die Einnahme von Mifepriston-Tabletten in einer Arztpraxis, worauf 1 bis 2 Tage später Misoprostol eingenommen wird. Misoprostol wird in der Backe im Mund behalten, bis es sich auflöst, oder in die Scheide eingeführt. Die Frau kann Misoprostol selbstständig einnehmen oder es sich von einem Arzt verabreichen lassen. Diese Behandlung führt bei 92 bis 96 Prozent aller Frauen zu einem Schwangerschaftsabbruch. Falls kein Schwangerschaftsabbruch erfolgt, wird eine chirurgische Abtreibung durchgeführt.

Von Induktion wird gesprochen, wenn Medikamente verwendet werden, um eine Abtreibung einzuleiten, wenn die Schwangerschaft mehr als 15 Wochen angedauert hat. Die Frauen erhalten die Arzneimittel in einem Krankenhaus und bleiben dort, bis der Schwangerschaftsabbruch abgeschlossen ist. Es können Mifepriston-Tabletten und 1 bis 2 Tage später ein Prostaglandin wie Misoprostol eingenommen werden, aber Misoprostol kann auch allein eingenommen werden. Beispielsweise sind zwei Misoprostol-Tabletten, die alle 6 Stunden in die Scheide eingesetzt werden, innerhalb von 48 Stunden zu fast 100 Prozent wirksam.

Bei jeder dieser Methoden müssen Frauen im Anschluss einen Arzt aufsuchen, um zu bestätigen, dass die Schwangerschaft beendet ist.

Komplikationen

Komplikationen durch einen Schwangerschaftsabbruch treten nur selten auf, wenn dieser von einem erfahrenen Arzt in einem Krankenhaus oder einer Klinik durchgeführt wird. Ebenso treten weniger Komplikationen nach einem Schwangerschaftsabbruch als nach der Entbindung eines ganz ausgetragenen Babys auf. Ernsthafte Komplikationen treten bei weniger als 1 Prozent der Frauen auf, die eine Abtreibung vornehmen. Der Tod nach einem Schwangerschaftsabbruch ist sehr selten. Ungefähr 6 von 1.000.000 Frauen sterben bei einem Schwangerschaftsabbruch, was im Vergleich zu etwa 140 von 1.000.000 Frauen steht, die ein voll ausgetragenes Baby zur Welt bringen.

Das Komplikationsrisiko hängt mit der verwendeten Methode zusammen.

  • Chirurgische Absaugung: Bei einem von 1000 Schwangerschaftsabbrüchen wird die Gebärmutter von einem Operationsinstrument perforiert. In selteneren Fällen wird der Darm oder ein anderes Organ verletzt. Bei 6 von 10.000 Schwangerschaftsabbrüchen treten schwere Blutungen während oder unmittelbar nach dem Eingriff auf. Mit den verwendeten Instrumenten kann der Gebärmutterhals reißen, insbesondere bei Schwangerschaften ab der 12. Woche. Später können Infektionen entstehen. In sehr seltenen Fällen entsteht durch das Verfahren oder eine nachfolgende Infektion Narbengewebe in der Gebärmutterschleimhaut, was zur Sterilität führen kann. Diese Störung wird Asherman-Syndrom genannt.

  • Arzneimittel: Mifepriston und das Prostaglandin Misoprostol haben Nebenwirkungen. Die häufigsten sind krampfartige Unterleibsschmerzen, Scheidenblutungen, und Probleme für Magen und Darm, wie z. B. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

  • Beide Methoden: Wenn ein Teil der Plazenta in der Gebärmutter zurückbleibt, kann es zu Blutungen und Infektionen kommen. Wenn es zu einer Blutung kommt oder eine Infektion vermutet wird, bestimmen Ärzte mithilfe eines Ultraschalls, ob ein Teil der Plazenta in der Gebärmutter verblieben ist.

Später können Blutgerinnsel in den Beinen entstehen, insbesondere wenn die Frau inaktiv ist.

Wenn der Fötus Rh-positives Blut hatte, kann eine Frau mit Rh-negativem Blut Antikörper produzieren wie bei jeder Schwangerschaft, Fehlgeburt und Geburt. Solche Antikörper können nachfolgende Schwangerschaften gefährden. Durch eine Injektion mit Rh0(D)-Immunglobulin wird die Entstehung von Antikörpern verhindert.

Ein freiwilliger Schwangerschaftsabbruch erhöht das Risiko für den Fötus oder die Frau während nachfolgender Schwangerschaften sehr wahrscheinlich nicht.

Die meisten Frauen haben nach einem Schwangerschaftsabbruch keine psychischen Probleme. Allerdings treten Probleme häufiger bei Frauen auf, auf die Folgendes zutrifft:

  • Sie hatten bereits vor der Schwangerschaft psychische Symptome

  • Sie waren tief mit dem Fötus verbunden

  • Sie haben nur beschränkte soziale Unterstützung oder fühlen sich von ihrem Umfeld stigmatisiert

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