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Intimität bei älteren Menschen

Von

Daniel B. Kaplan

, PhD, LICSW, Adelphi University School of Social Work;


Barbara J. Berkman

, DSW, PhD, Columbia University School of Social Work

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2019| Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Der Wunsch nach Intimität nimmt im Alter nicht ab und es gibt kein Alter, in dem Intimität, einschließlich körperlicher Intimität, unangemessen ist. Jedoch können die Erkrankungen und emotionalen Veränderungen, die häufig mit dem Älterwerden auftreten, den Aufbau und die Aufrechterhaltung einer intimen Beziehung beeinträchtigen. Auch kann Intimität im Alter anders zum Ausdruck gebracht werden. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die aktiv bleiben und auch im hohen Alter mit anderen Menschen interagieren, länger, glücklicher und gesünder leben. Ehrenamtliche Tätigkeiten, Unterrichtsstunden, Teilnahme an sozialen Gruppen, Nachgehen von Hobbys und die Anwendung irgendeiner Art spiritueller oder religiöser Praxis sind alles Möglichkeiten, um mit anderen in Kontakt zu bleiben. Selbst Menschen, die aufgrund ihrer Erkrankung an ihr Zuhause gebunden sind, können den Kontakt aufrechterhalten, indem sie von anderen besucht werden oder mit anderen per Telefon oder E-Mail kommunizieren.

Intimität, insbesondere körperliche Intimität, kann aus den folgenden Gründen verloren gehen:

  • Verlust des Partners: Verlust oder Abwesenheit des Partners ist wahrscheinlich die häufigste altersbedingte Hürde für Intimität.

  • Erkrankungen: Verschiedene Erkrankungen, die im Alter häufiger auftreten, können die körperliche Intimität beeinträchtigen. Gefäßerkrankungen und Diabetes können zu erektiler Dysfunktion (Impotenz) führen. Arthritis kann die Beweglichkeit einschränken und bei Bewegungen Schmerzen hervorrufen. Schmerzen, Beschwerden, Arzneimittel und Sorgen in Verbindung mit einer Erkrankung können das Verlangen nach Intimität dämpfen. Kognitive Beeinträchtigung und Demenz können Probleme in Bezug auf die Einwilligung in die und das Behagen bei Intimität verkomplizieren. Für den Partner können sich der Stress und die Anforderungen an die Pflege negativ auf die Intimität auswirken.

  • Einnahme von Arzneimitteln: Ältere Menschen nehmen mit höherer Wahrscheinlichkeit Arzneimittel ein (z. B. Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck oder Arzneimittel, die die Hirnfunktion beeinflussen), die sich auf die Intimität auswirkende Probleme hervorrufen (z. B. erektile Dysfunktion oder verminderter Sexualtrieb).

  • Altersbedingte Veränderungen: Der Sexualhormonspiegel sinkt, was zu Veränderungen führt, die den Geschlechtsverkehr unangenehm oder schwierig machen. Zum Beispiel kann die Scheidenschleimhaut dünner werden (Atrophie) und Scheidentrockenheit auftreten. Der Sexualtrieb kann verringert sein.

  • Unwille, Auswirkungen des Älterwerdens zu besprechen: Ältere Menschen, bei denen Probleme auftreten, die sich auf die körperliche Intimität auswirken, oder die wegen Veränderungen ihres Körpers Schamgefühl empfinden (zum Beispiel wegen Falten oder herabhängender Haut), besprechen diese Veränderungen eventuell nur widerwillig mit ihrem Partner oder ihrem Arzt.

  • Diskrepanz zwischen den Erwartungen der beiden Partner: Ein Partner wünscht sich vielleicht eine gewisse körperliche Intimität, der andere jedoch nicht.

  • Fehlende Privatsphäre: Ältere Menschen, die zusammen mit Familienangehörigen oder in einem Pflegeheim leben, haben weniger Möglichkeiten für Privatsphäre, die für körperliche Intimität erforderlich ist.

  • Wechsel zu anderen Formen der Intimität: Die Leidenschaft kann nach Jahren des Zusammenlebens abnehmen. Geschlechtsverkehr findet seltener oder gar nicht mehr statt. Viele Paare – meist ohne es selbst wirklich zu bemerken – bevorzugen zunehmend andere Formen der Intimität (wie z. B. Berühren, Massieren, Küssen oder verbaler Ausdruck der Zuneigung), die Vertrautheit, Fürsorge oder Interesse am Partner zum Ausdruck bringen.

Nichtsdestotrotz haben viele ältere Menschen weiterhin eine gesunde sexuelle Beziehung. Intimität, insbesondere körperliche Intimität, kann dabei helfen, Depressionen zu verhindern und das Selbstwertgefühl und die körperliche Gesundheit zu stärken. Ältere Menschen, die einen neuen Sexualpartner haben, sollten beim Geschlechtsverkehr verhüten. Immer mehr ältere Menschen ziehen sich eine Geschlechtskrankheit zu, einschließlich AIDS. Für derartige Infektionen besteht immer ein Risiko, unabhängig vom Alter.

Viele ältere Menschen, insbesondere diejenigen, die allein leben, empfinden es als angenehm, ein Haustier zu haben, das ihnen Gesellschaft leistet und mit ihnen interagiert. Sich um ein Haustier zu kümmern verleiht dem Leben dieser Menschen Sinn und Zweck und gibt ihnen ein Gefühl der Verbundenheit.

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