Angeborene neurologische Anomalien im Überblick

VonAi Sakonju, MD, SUNY Upstate Medical University
Reviewed ByAlicia R. Pekarsky, MD, State University of New York Upstate Medical University, Upstate Golisano Children's Hospital
Überprüft/überarbeitet Geändert Okt. 2025
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Angeborene Hirnanomalien verursachen ein Spektrum neurologischer Defizite; obwohl einige möglicherweise keine klinisch bedeutsamen Auswirkungen haben, können andere tödlich sein.

Einige der schwersten neurologischen Anomalien (z. B. Anenzephalie, Enzephalozele, Spina bifida) entwickeln sich in den ersten beiden Schwangerschaftsmonaten und stellen Defekte der Neuralrohrbildung dar (Dysrhaphie). Andere wie die Lissenzephalie sind Folge einer Störung der neuronalen Migration (siehe Fehlbildungen der Hirnhemisphären), zwischen der 9. und 24. Embryonalwoche. Hydranenzephalie und Porenzephalie sind Folgen einer sekundären Zerstörung, nachdem sich die Grundarchitektur des Gehirns gebildet hat. Einige Anomalien (z. B. Meningozele) können relativ gutartig sind.

Es gibt viele Ursachen für angeborene Hirnanomalien, darunter viele noch unbekannte genetische Faktoren. Sequenzierungstechniken der nächsten Generation, wie z. B. genetische Panels und Ganz-Exom-Sequenzierung, haben eine große Anzahl genetischer Ursachen für diese Anomalien aufgedeckt.

Pränataler Ultraschall kann zur Detektion größerer Hirnfehlbildungen in utero eingesetzt werden. Fetale MRT-Techniken werden immer nützlicher, vor allem, wenn Ultraschallbefunde Anlass zur Sorge geben. Genetische Ursachen werden in der Regel nicht pränatal erkannt. Die pränatale genetische Diagnostik kann mittels zellfreier fetaler DNA-Testung aus mütterlichem Blut, Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese durchgeführt werden. Die Karyotypisierung kann große chromosomale Umbauten und Kopienzahlvarianten erkennen. Fortgeschrittene genetische Testoptionen zur Erkennung von Genmutationen, die einige Syndrome kortikaler Fehlbildungen verursachen (z. B. somatische Mutationen), sind begrenzt.

Wird eine angeborene neurologische Anomalie festgestellt, sollten die Eltern über die Auswirkungen der Fehlbildung auf das Kind aufgeklärt und gegebenenfalls psychologisch betreut werden. Es sollte eine genetische Beratung angeboten und eine genetische Untersuchung von Eltern und Kind in Betracht gezogen werden, da das Risiko eines erneuten Auftretens einer verwandten Fehlbildung je nach Vererbungsmuster bei bis zu 25 bis 50 % liegen kann.

Prävention von angeborenen neurologischen Anomalien

Um das Risiko von Neuralrohrdefekten beim Fötus zu verringern, sollten Frauen im reproduktiven Alter, die eine Schwangerschaft planen oder schwanger werden könnten (d. h. sexuell aktiv sind und nicht konsequent verhüten), im Rahmen der Vorsorge vor der Schwangerschaft täglich Folat einnehmen, und zwar beginnend 3 Monate vor der Empfängnis und bis zum Ende des ersten Trimenons.

Für die meisten Frauen beträgt die empfohlene Folsäuredosis 400 bis 800 mcg (0,4 bis 0,8 mg) oral einmal täglich.

Bei Frauen mit einer Anamnese eines Feten oder Säuglings mit Neuralrohrdefekt beträgt die empfohlene tägliche Dosis von Folsäure 4000 mcg (4 mg) (1). Das Risiko eines Neuralrohrdefekts in zukünftigen Schwangerschaften wird durch Folsäuresupplementierung um etwa 70 % reduziert (2).

Literatur zur Prävention

  1. 1. Shaw GM, O'Malley CD, Wasserman CR, et al. Maternal periconceptional use of multivitamins and reduced risk for conotruncal heart defects and limb deficiencies among offspring. Am J Med Genet. 1995;59(4):536-545. doi:10.1002/ajmg.1320590428

  2. 2. Grosse SD, Collins JS. Folic acid supplementation and neural tube defect recurrence prevention. Birth Defects Res A Clin Mol Teratol. 2007;79(11):737-742. doi:10.1002/bdra.20394

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