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Traumatische Trommelfellperforation

Von

Richard T. Miyamoto

, MD, MS, Indiana University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Sep 2017
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Quellen zum Thema

Eine traumatische Trommelfellperforation kann mit Schmerzen, Blutung, Schwerhörigkeit, Tinnitus und Drehschwindel einhergehen. Die Diagnose wird otoskopisch gestellt. Oft ist keine Behandlung nötig. Infektionen können Antibiotika erforderlich machen. Wenn Perforationen länger als 2 Monate bestehen, die Gehörknöchelchenkette unterbrochen ist oder gleichzeitig Innenohrverletzungen vorliegen, müssen sie chirurgisch versorgt werden.

Zu den Ursachen einer traumatischen Trommelfellperforation gehören:

  • absichtliches oder unabsichtliches Einführen von Gegenständen in den Gehörgang (z. B. Wattestäbchen)

  • Erschütterung durch eine Explosion oder Ohrfeige (direkt am Ohr)

  • Schädeltrauma (mit/ohne Schädelbasisbruch)

  • plötzlicher Unterdruck (z. B. durch Sogwirkung/starkes Absaugen des Gehörgangs)

  • Barotrauma (z. B. bei Flugreisen oder beim Tauchen)

  • iatrogen herbeigeführte Perforation, etwa bei einer Ohrspülung oder Fremdkörperentfernung

Penetrierende Trommelfellverletzungen können zu einer Verlagerung der Gehörknöchelchenkette oder Verkeilung einzelner Fragmente, zum Abbrechen der Stapesfußplatte, zu Blutungen, zu einer Perilymphfistel (im runden oder ovalen Fenster, aus der Perilymphe ins Mittelohr einsickert) oder zu Verletzungen des N. facialis führen.

Symptome und Beschwerden

Bei einer traumatischen Trommelfellperforation treten plötzlich starke Schmerzen auf und manchmal folgt auch noch eine Blutung aus dem Ohr, Schwerhörigkeit oder Tinnitus. Wenn die Gehörknöchelchenkette zerrissen oder das Innenohr verletzt wurde, kann der Hörverlust noch stärker sein. Drehschwindel deutet auf eine Innenohrverletzung hin. Innerhalb von 24–48 h kann sich eine eitrige Otorrhö entwickeln, besonders durch ins Innenohr eingedrungenes Wasser.

Diagnose

  • Otoskopie

  • Audiometrie

Eine Perforation ist bei der Otoskopie im Allgemeinen deutlich erkennbar. Falls Blut im Gehörgang die Sicht behindert, wird es vorsichtig abgesaugt. Eine Ohrspülung oder pneumatische Otoskopie sollte vermieden werden. Winzige Trommelfellrisse lassen sich möglicherweise erst durch eine Mikroskopuntersuchung oder Impedanzprüfung eindeutig diagnostizieren. Um eine verletzungs- nicht mit einer therapiebedingten Schwerhörigkeit zu verwechseln, sollte nach Möglichkeit vor und nach der Behandlung eine audiometrische Untersuchung erfolgen.

Patienten mit ausgeprägtem Hörverlust oder starkem Schwindel sollten möglichst bald zu einem Otolaryngologen überwiesen werden. Um das Ausmaß der Schädigung beurteilen und das Trommelfell reparieren zu können, ist unter Umständen eine explorative Tympanotomie nötig. Da die versprengten Fetzen möglicherweise reponiert werden müssen, sollten auch Patienten mit großen Trommelfelldefekten vorsorglich untersucht werden.

Therapie

  • Ohr trocken halten

  • Orale oder topische Antibiotika bei schmutzigen Verletzungen

Oft bedarf es keiner spezifischen Therapie, das Ohr sollte jedoch trocken gehalten werden. Eine routinemäßige Anwendung antibiotikahaltiger Ohrentropfen ist unnötig. Wenn es zu einer Kontamination mit Erregern gekommen sein könnte, wie bei septischen Wunden, sollte man zur Prophylaxe ein orales Breitspektrumantibiotikum oder antibiotikahaltige Ohrentropfen verabreichen.

Hat sich das Ohr infiziert, wird es mit Amoxicillin behandelt (500 mg p.o. alle 8 h über 7 Tage).

Obwohl sich die meisten Perforationen spontan verschließen, kann eine Operation indiziert sein, wenn Risse länger als 2 Monate persistieren. Bei anhaltender Schallleitungsschwerhörigkeit wurde vermutlich die Gehörknöchelchenkette unterbrochen; in dem Fall ist eine chirurgische Abklärung und Reparatur erforderlich.

Wichtige Punkte

  • Viele Perforationen sind klein und heilen spontan.

  • Das Ohr sollte während der Heilung trocken gehalten werden; topische oder systemische Antibiotika sind unnötig, es sei denn, es besteht eine signifikante Kontamination oder es entwickelt sich eine Infektion.

  • Eine Operation wird durchgeführt, um Schäden an den Gehörknöchelchen zu reparieren und bei Perforationen, die > 2 Monate persistieren.

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