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Erysipel

Von

A. Damian Dhar

, MD, JD, North Atlanta Dermatology

Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Quellen zum Thema

Das Erysipel ist eine Form oberflächlicher Zellulitis Zellulitis Zellulitis ist eine akute bakterielle Infektion der Haut und des subkutanen Gewebes, meist durch Staphylokokken oder Streptokokken. Symptome und Zeichen sind Schmerz, Wärme, sich schnell ausbreitendes... Erfahren Sie mehr Zellulitis mit Beteiligung des dermalen lymphatischen Systems. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Die Behandlung besteht in der Gabe von oralen oder intravenösen Antibiotika.

Das Erysipel ist klinisch durch hellrote, glänzende, erhabene, indurierte, druckdolente Plaques mit scharfer Begrenzung gekennzeichnet. Hohes Fieber, Schüttelfrost und Unwohlsein begleiten häufig Erysipel. Es gibt auch eine bullöse Form der Erysipel.

Die Erysipel wird meist durch beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A (seltener Gruppe C oder G) verursacht und tritt am häufigsten an den Beinen und im Gesicht auf. Allerdings sind andere Ursachen berichtet worden, einschließlich Staphylococcus aureus (einschließlich Methicillin-resistente S. aureus [MRSA]), Klebsiella pneumoniae, Haemophilus influenzae, Escherichia coli, S. warneri, Streptococcus pneumoniae, S. pyogenes, und Moraxella sp. MRSA ist bei der Gesichtserysipel häufiger als bei der Erysipel an den unteren Extremitäten.

Das Erysipel kann rezidivierend sein und zu einem chronischen Lymphödem führen. Zu den Komplikationen eines Erysipelas gehören häufig Thrombophlebitis, Abszesse und Gangrän.

Diagnose

Behandlung

  • Gewöhnlich Penizillin bei Erysipel an den unteren Extremitäten

  • Zunächst Vancomycin bei Gesichtserysipel oder wenn MRSA vermutet wird

Antibiotika der Wahl für Erysipel der unteren Extremität umfassen die folgenden:

  • Routinemäßige, orale Erstlinientherapie: Penicillin V 500 mg p.o. 4-mal täglich für ≥ 2 Wochen

  • Alternative orale Therapie (z. B. bei Penicillin-allergischen Patienten): Erythromycin 500 mg p.o. 4-mal täglich für 10 Tage (jedoch wächst die Makrolid-Resistenz bei Streptokokken)

  • Parenterale Erstlinientherapie (für schwere Fälle): Penicillin G 1,2 Millionen Einheiten i.v. alle 6 Stunden, gefolgt nach 36 bis 48 Stunden von einer oralen Therapie mit Penicillin V 500 mg 4-mal täglich

  • Alternative parenterale Behandlung (z. B. bei Patienten mit Penicillinallergie): Ceftriaxon 1 g i.v. alle 24 Stunden oder Cefazolin 1–2 g i.v. alle 8 Stunden, gefolgt nach 36 bis 48 Stunden von einer oralen Therapie mit Erythromycin 500 mg 4-mal täglich über 5 bis 10 Tage

  • Infektionen mit Methicillin-sensiblem S. aureus: Dicloxacillin 500 mg p.o. 4-mal täglich für 10 Tage

  • Infektionen, die gegen andere Antibiotika resistent sind: Cloxacillin oder Nafcillin

Die Dauer der Behandlung basiert hauptsächlich auf dem klinischen Ansprechen und nicht auf einem festen Intervall.

In Europa wurde gezeigt, dass Pristinamycin und Roxithromycin eine gute Wahl bei Erysipel sind.

Wenn ein Gesichtserysipel vorhanden ist oder MRSA vermutet wird, sollte eine empirische Behandlung mit Vancomycin 1 g i.v. alle 12 Stunden (was gegen MRSA aktiv ist) eingeleitet werden.

Kühlkompressen und Analgetika führen zur lokalen Linderung. Fußpilzerkrankungen können Eintrittspforte der Infektion sein, sodass oft zur Rezidivprophylaxe eine antimykotische Behandlung erforderlich ist. Eine Kompressionstherapie (z. B. mit Zinkleimverband [Unna-Boot] und Kompressionsstrümpfen) kann auch bei Erysipel der unteren Extremitäten von Nutzen sein.

Wichtige Punkte

  • Betrachten Sie Erysipel mit glänzenden, erhabenen, verhärteten und empfindlichen Plaques, die deutliche Ränder aufweisen, insbesondere bei systemischen Anzeichen (z. B. Fieber, Schüttelfrost, Unwohlsein).

  • Methicillin-resistenter S. aureus (MRSA) tritt häufiger bei Gesichtserysipel als bei Erysipel der unteren Extremität auf.

  • Ziehen Sie Penicillin bei Erysipel der unteren Extremität in Betracht und initial Vancomycin, wenn MRSA vermutet wird oder für Gesichts-Erysipel.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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