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Rosazea

(Acne rosacea)

Von

Jonette E. Keri

, MD, PhD,

  • Associate Professor of Dermatology and Cutaneous Surgery
  • University of Miami, Miller School of Medicine
  • Chief, Dermatology Service
  • Miami VA Hospital

Inhalt zuletzt geändert Feb 2017
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Quellen zum Thema

Rosazea ist eine chronische, entzündliche Erkrankung, die im Gesicht Rötung, Teleangiektasien, Erytheme, Papeln und Pusteln verursacht sowie in schweren Fällen mit einem Rhinophym einhergeht. Die Diagnose erfolgt anhand des typischen Erscheinungsbildes und der Anamnese. Die Behandlung hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab und erfolgt mit topischem Metronidazol, topischen und oralen Antibiotika, topisches Ivermectin, selten mit Isotretinoin sowie bei ausgeprägtem Rhinophym chirurgisch.

Meist sind Patienten im Alter von 30–50 Jahren mit blassem Hautkolorit von der Rosazea betroffen, überwiegend Menschen irischer und nordeuropäischer Abstammung, wobei sie bei dunkelhäutigen Patienten vermutlich oft nicht erkannt wird.

Ätiologie

Die Ätiologie der Rosazea ist nicht bekannt, aber einige vorgeschlagene Assoziationen umfassen

  • Abweichende vasomotorische Kontrolle

  • Verschlechterter venöser Abfluss des Gesichts

  • Vermehrte Follikelmilben (Demodex folliculorum)

  • Erhöhte Angiogenese, Ferritin-Expression und reaktive Sauerstoffspezies

  • Funktionsstörungen der antimikrobiellen Peptide (z. B. Cathelicidin)

Die Ernährung spielt keine konsistente Rolle, aber einige Agenten (z. B. Amiodaron, topische und nasale Kortikosteroide, hohe Dosen von B6 und B12) können die Rosazea verschlechtern.

Symptome und Beschwerden

Rosazea ist auf das Gesicht und die Kopfhaut beschränkt und manifestiert sich in 4 Phasen:

  • Prä-Rosazea (Rosazea-Diathese)

  • Vaskuläre Phase

  • Entzündliche Phase

  • Späte Phase

In der Prä-Rosazea-Phase geben die Patienten ein überraschendes Erröten an, das häufig mit einem unangenehmen Stechen einhergeht. Als Auslöser für das Erröten werden oft Sonnenlichtexposition, emotionaler Stress, kaltes oder zu warmes Wetter, Alkohol, scharf gewürzte Speisen, Sport, Wind, Kosmetika und heiße Bäder oder Heißgetränke angegeben. Diese Symptome sind auch in den anderen Erkrankungsphasen vorhanden.

In der vaskulären Phase entwickeln die Patienten vermutlich aufgrund der anhaltenden vasomotorischen Instabilität Gesichtserytheme und -ödeme mit zahlreichen Teleangiektasien.

Oft schließt sich eine entzündliche Phase an, in der sich sterile Papeln und Pusteln entwickeln (weswegen die Rosazea als „Akne der Erwachsenen“ bezeichnet wird).

Die späte Phase, die sich nicht bei allen Patienten entwickelt, ist durch eine grob anmutende Gewebehyperplasie der Wangen und der Nase (Rhinophym) charakterisiert, die durch Entzündungsreaktionen des Gewebes, Kollagenablagerungen und Talgdrüsenhyperplasie entsteht.

Die Erkrankungsphasen der Rosazea verlaufen üblicherweise nacheinander. Manche Patienten überspringen jedoch die ersten beiden Stadien und entwickeln gleich das entzündliche Stadium. Durch die Behandlung kehrt die Rosazea oft zu einem früheren Erkrankungsstadium zurück. Die Progression zur späten Phase ist nicht unvermeidlich.

Oft geht der Rosazea im Gesicht eine okuläre Form der Rosazea voraus, die in unterschiedlicher Kombination mit einer Blepharokonjunktivitis, Iritis, Skleritis und Keratitis einhergeht und am Auge zu Juckreiz, Fremdkörpergefühl, Erythemen und Ödemen führt; die beiden Formen der Rosazea können auch gemeinsam auftreten.

Diagnose

  • Klinische Bewertung

Die Diagnose von Rosacea basiert auf dem charakteristischen Erscheinungsbild; es gibt keine spezifischen diagnostischen Tests. Akne und Rosazea lassen sich durch das Alter bei Erstmanifestation und das Fehlen von Komedonen bei der Rosazea voneinander abgrenzen.

Zu den Differenzialdiagnosen von Rosaceae gehören Acne vulgaris, systemischer Lupus erythematodes, Sarkoidose, Photodermatitis, Arzneimittelexantheme (v. a. durch Jodide und Bromide), Granulome der Haut und die periorale Dermatitis.

Therapie

  • Vermeidung von Auslösern

  • Berücksichtigung von topischen oder oralen Antibiotika oder topischer Azelainsäure oder Ivermectin

  • Bei Erröten oder persistenten Rötungen möglicherweise topisches Brimonidin

  • Bei therapierefraktären Fällen möglicherweise orales Isotretinoin

  • Bei Rhinophymen möglicherweise Dermabrasion und Gewebeexzision

  • Bei Teleangiektasien möglicherweise Laser- oder Elektrokauterbehandlung

Die primäre Behandlung der Rosazea besteht in der Verwendung von Sonnenschutzmitteln und im Meiden etwaiger Auslöser. Bei entzündlicher Erkrankung werden Antibiotika und/oder Azelainsäure eingesetzt. Die Behandlung erfolgt rein symptomatisch, nicht kurativ. Sehen Sie die Canadian clinical practice guidelines for rosacea.

Metronidazol als Creme (1%), Lotion (0,75%) oder Gel (0,75%) sowie Azelainsäure als Creme (20%), beide 2-mal täglich, haben eine gleiche Wirkung. Benzoylperoxid 2,5% kann in jeglicher Form (z. B. Gel, Lotion, Creme) zur besseren Symptomkontrolle 1- bis 2-mal täglich aufgetragen werden. Schlechter wirksame Alternativen sind eine Lotion aus Natriumsulfacetamid 10%/Schwefel 5%, Clindamycin 1% als Lösung, Gel oder Lotion und Erythromycin 2% als Lösung, die jeweils 2-mal täglich verabreicht werden. Viele Patienten müssen lebenslang behandelt werden, um eine langfristige Symptomkontrolle zu gewährleisten. Topische Ivermectin 1% Creme scheint eine Wirksamkeit bei der Behandlung von entzündlichen Läsionen der Rosacea zu haben.

Orale Antibiotika sind bei Patienten mit multiplen Papeln oder Pusteln sowie bei okulärer Rosazea indiziert. Therapieoptionen sind Doxycyclin 2-mal täglich 50–100 mg, Tetracyclin 2-mal täglich 250–500 mg, Minocyclin 2-mal täglich 50–100 mg und Erythromycin 2-mal täglich 250–500 mg. Sobald ein Ansprechen auf die Therapie zu beobachten ist, sollte die Dosierung auf die niedrigste noch wirksame Dosis reduziert werden. Subantimikrobielle Dosen von Doxycyclin (40 mg einmal täglich in einer Zubereitung, die 30 mg sofort freisetzende und 10 mg Doxycyclin mit verzögerter Freisetzung enthält) sind wirksam bei Akne und Rosazea.

Persistente Rötungung oder Erröten können mit dem topischen α2-selektiven adrenergen Agonisten Brimonidin als 0,33%iges Gel 1-mal/Tag behandelt werden.

Therapierefraktäre Fälle sprechen oft auf orales Isotretinoin an.

Techniken zur Behandlung des Rhinophyms beinhalten die Dermabrasion und die Gewebeexzision; die kosmetischen Ergebnisse sind gut.

Techniken zur Behandlung von Teleangiektasien umfassen Laser und Elektrokauter.

Weitere Informationen

Wichtige Punkte

  • Ziehen Sie Rosazea in Betracht, wenn die Patienten unter Erröten, mit oder ohne Stechen, leiden. Auslöser für das Erröten können oft Sonnenlichtexposition, emotionaler Stress, kaltes oder zu warmes Wetter, Alkohol, scharf gewürzte Speisen, Sport, Wind, Kosmetika und heiße Bäder oder Heißgetränke sein.

  • Die Diagnose der Rosazea erfolgt durch ihr typisches Erscheinungsbild (z. B. zentrale Gesichtserytheme und -ödeme mit oder ohne Pusteln, Papeln oder zahlreiche Teleangiektasien).

  • Die Behandlung der Rosazea umfasst die Vermeidung von Auslösern; bei Entzündungen, je nach Schweregrad, erfolgt die Behandlung mit topischen Antibiotika und/oder Azelainsäure, oralen Antibiotika, Isotretinoin oder topisches Ivermectin.

  • Brimonidin wird bei persistenten Rötungen oder Erröten in Erwägung gezogen.

  • Dermabrasion oder Gewebeexzision bei Rhinophymen ergeben gute kosmetische Ergebnisse.

  • Bei Teleangiektasien werden Laser oder Elektrokauter in Erwägung gezogen.

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