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Skleritis

Von

Melvin I. Roat

, MD, FACS, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Apr 2018
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Quellen zum Thema

Die Skleritis ist eine schwere, destruktive Entzündung der tiefen Episklera und Sklera, die den Visus bedroht. Symptome sind moderate bis starke Schmerzen, Hyperämie des Bulbus, Tränenträufeln und Photophobie. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Behandelt wird mit systemischen Corticosteroiden und ggf. Immunsuppressiva.

Die Skleritis tritt am häufigsten bei Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auf, von denen viele Kollagenosen haben, z. B. RA,SLE, Periarteriitis nodosa, Granulomatose mit Polyangiitis (früher als Wegener-Granulomatose bezeichnet) oder eine rezidivierende Polychondritis. Wenige Fälle sind infektiös bedingt. Etwa die Hälfte der Skleritis-Fälle haben keine bekannte Ursache. Die Skleritis betrifft am häufigsten den vorderen Augenabschnitt. Es werden 3 Formen beobachtet: diffuse, noduläre und nekrotisierende Skleritis.

Symptome und Beschwerden

Skleritis verursacht Schmerzen (oft als tiefe, langweilige Schmerzen bezeichnet), die stark genug sind, um Schlaf und Appetit zu stören. Photophobie und Tränenträufeln können vorkommen. Die hyperämischen Flecken, die sich tief unter der Bulbuskonjunktiva entwickeln, sind violetter als bei einer Episkleritis oder Konjunktivitis. Die Lidbindehaut ist normal. Der Bulbus kann fokal (in der Regel ein Bulbusquadrant) oder vollständig betroffen sein. Manchmal befindet sich in dem skleritischen Bereich ein hyperämisches, ödematöses, erhabenes Knötchen (noduläre Skleritis) oder ein avaskuläres Gebiet (nekrotisierende Skleritis). Eine posteriore Skleritis ist weniger häufig, verursacht seltener ein rotes Auge, aber häufiger Verschwommensehen oder ein beeinträchtigtes Sehvermögen.

Noduläre Skleritis
Noduläre Skleritis
© Springer Science + Business Media
Skleritis (nekrotisierend)
Skleritis (nekrotisierend)
© Springer Science + Business Media

In schweren Fällen einer nekrotisierenden Skleritis kann es zur Bulbusperforation und zum Verlust des Auges kommen. Kollagenosen treten bei 20% der Patienten mit diffuser oder nodulärer Skleritis und bei 50% der Patienten mit nekrotisierender Skleritis auf. Die nekrotisierende Skleritis ist bei Patienten mit Kollagenose ein Hinweis auf zugrunde liegende systemische Vaskulitis.

Diagnose

  • Klinische Bewertung

Die Diagnose einer Skleritis wird klinisch sowie durch eine Spaltlampenuntersuchung gestellt. Abstriche oder selten auch Biopsien sind notwendig, um eine infektiöse Skleritis zu bestätigen. Eine Computertomographie oder Ultraschall kann bei der posterioren Skleritis benötigt werden. (Anmerkung der Redaktion: Im Ultraschall zeigt sich eine deutliche Verdickung der Sklera)

Prognose

Von den Patienten mit Skleritis erleiden 14% innerhalb eines Jahres und 30% innerhalb von 3 Jahren einen signifikanten Visusverlust. Patienten mit nekrotisierender Skleritis und einer systemischen Vaskulitis als Grunderkrankung haben eine Mortalitätsrate von bis zu 50% in 10 Jahren (meistens durch Herzinfarkt).

Therapie

  • Systemische Corticosteroide

Selten sind NSAR ausreichend für leichte Fälle von Skleritis. Üblicherweise ist jedoch ein systemisches Corticosteroid (z. B. Prednison 1–2 mg/kg p.o. 1-mal/Tag für 7 Tage, dann 10 Tage lang ausschleichen) die initiale Therapie. Bei erneuter Entzündung kann eine längere Dosis des oralen Kortikosteroids, ebenfalls ab Prednison 1 bis 2 mg/kg p. o. einmal täglich oder gepulstes intravenöses Kortikosteroid, wie Methylprednisolon 1000 mg/Tag i. v. für 3 Tage, in Betracht gezogen werden. Wenn Patienten nicht auf systemische Kortikosteroide ansprechen oder diese nicht vertragen oder eine nekrotisierende Sklerose und Bindegewebserkrankung haben, ist eine systemische Immunsuppression mit Cyclophosphamid, Methotrexat, Mycophenolatmofetil oder biologischen Mitteln (z.B. Rituximab, Adalimumab) indiziert, jedoch nur in Absprache mit einem Rheumatologen. Skleratransplantate können bei drohender Perforation indiziert sein.

Wichtige Punkte

  • Die Skleritis ist eine schwere, destruktive Entzündung, die den Visus bedroht.

  • Symptome sind tiefe, bohrende Schmerzen, Photophobie, Augentränen und fokale oder diffuse gerötete Augen.

  • Die Diagnose wird klinisch sowie durch eine Spaltlampenuntersuchung gestellt.

  • Die meisten Patienten benötigen systemische Kortikosteroide und/oder systemische immunsuppresive Therapie, die in Absprache mit einem Rheumatologen verschrieben werden.

  • Skleratransplantate können bei drohender Perforation indiziert sein.

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