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Verwirrtheit und geistiger Abbau aufgrund eines Krankenhausaufenthalts

Von

Oren Traub

, MD, PhD, Pacific Medical Centers

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2018| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2018
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Eine Krankheit kann, insbesondere wenn sie mit der Einnahme von Medikamenten gegen Schmerzen und Angstzustände verbunden ist, das Leben jedes Menschen durcheinanderbringen. Die Krankenhausumgebung verstärkt dieses Problem. Dort geben Patienten ihre Gegenstände für den persönlichen Gebrauch und ihre Kleidung – beides Zeichen ihrer Identität – für ein Krankenhausnachthemd auf. Sie befinden sich an einem fremden Ort ohne den Anker ihrer Familie und ihrer Alltagsroutinen. Oft bieten Krankenhäuser wenig Stimulation, zum Beispiel Dinge zum Ansehen, Klänge und Austausch mit anderen Menschen. Die Patienten liegen möglicherweise allein oder zusammen mit einem weiteren, nicht sehr gesprächigen Patienten im Krankenzimmer, das weiß gestrichen und mit farblosen, einheitlichen Möbeln ausgestattet ist. Die meiste Zeit steht vielleicht niemand für ein Gespräch zur Verfügung. Es kann sein, dass die einzigen vorhandenen Geräusche aus dem Fernseher kommen.

Die Untersuchungen und Zeitpläne im Krankenhaus können weiter zur Verwirrung beitragen. So werden Patienten zum Beispiel eventuell nachts öfter geweckt, sodass ihnen der notwendige Schlaf fehlt. Sie können sich vielleicht nicht in einem unpersönlichen, schlecht beleuchteten Raum zurechtfinden. Die vielen Untersuchungen und die komplizierten Geräte überfordern sie möglicherweise.

Intensivpflegestationen können sogar zu noch mehr Verwirrung führen. Patienten auf der Intensivstation sind allein, manchmal ohne Fenster oder Uhren, mit denen sie sich von selbst wieder besser orientieren könnten. Das Piepen der Monitore, konstantes grelles Licht und häufige Unterbrechungen zur Blutabnahme, zum Wechsel von intravenösen Schläuchen oder zur Verabreichung von Medikamenten können den Schlaf beeinträchtigen. Müde Patienten neigen mehr zu Verwirrung und Desorientiertheit. Manchmal ist die Verwirrtheit so ausgeprägt, dass Patienten eine Art Delirium entwickeln, das sogenannte Durchgangssyndrom (auch ITS-Psychose).

Falls Patienten während eines Krankenhausaufenthalts ungewöhnlich verwirrt sind, sollten die Familienangehörigen das Personal informieren, wenn sie glauben, dass es sich um kein normales Verhalten handelt. Ein Delirium lässt sich normalerweise heilen, wenn seine Ursache, z. B. eine Krankheit, ein Medikament oder eine Stresssituation beseitigt ist.

In manchen Situationen können die Betroffenen so verwirrt sein, dass sie nicht verstehen, warum sie im Krankenhaus sind. Sie können aufgewühlt sein und versuchen aufzustehen, ziehen sich den Venenkatheter oder andere Schläuche heraus oder tun andere Dinge, mit denen sie sich selbst oder anderen schaden können. Möglicherweise interpretieren sie Handlungen anderer Personen als Bedrohung und reagieren darauf ihrerseits mit körperlichen Drohungen. In solchen Fällen kann die Anwesenheit eines Familienangehörigen oder eines Freundes dabei helfen, den Patienten zu beruhigen. Manchmal werden Patienten 24 Stunden am Tag von einem Mitarbeiter des Krankenhauses überwacht, um sie daran zu hindern, etwas Gefährliches zu unternehmen. In seltenen Fällen wird der Patient fixiert oder ein niedrig dosiertes antipsychotisches Medikament verabreicht, bis die Verwirrung nachlässt.

Prävention von Verwirrtheit und geistigem Abbau im Krankenhaus

Das Personal und Familienangehörige können die Orientierung von Patienten durch folgende Maßnahmen aufrechterhalten:

  • Darauf achten, dass die Raumbeleuchtung passend ist

  • Einen Kalender oder eine Uhr aufhängen, die gut zu sehen sind

  • Patienten motivieren, aufzustehen, regelmäßig umherzulaufen und so vielen gewohnten täglichen Aktivitäten nachzugehen wie möglich

  • Mit den Patienten darüber sprechen, was außerhalb des Krankenhauses geschieht, um ihren Geist wach zu halten

  • Untersuchungen und Behandlungen erklären, damit Patienten besser verstehen, was aus welchem Grund vor sich geht

  • Darauf achten, dass Patienten, die Brillen oder Hörgeräte tragen, diese bei sich haben und nutzen

  • Darauf achten, dass Patienten ausreichend essen und trinken, denn eine Dehydratation (Flüssigkeitsmangel) kann ein Delirium auslösen

  • Die Patienten nachts so viel wie möglich ohne Unterbrechung schlafen lassen

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