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Behandlung im Krankenhaus für ältere Menschen

Von

Oren Traub

, MD, PhD, Pacific Medical Centers

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2018| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2018
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Über ein Drittel der ins Krankenhaus eingelieferten Personen sind ältere Menschen. Beinahe die Hälfte aller Krankenhauspatienten sind mindestens 65 Jahre alt. Fast die Hälfte der notfallmäßig behandelten, älteren Menschen werden ins Krankenhaus eingeliefert.

Viele der älteren Menschen, die das Krankenhaus verlassen, können in einem schlechteren Zustand sein, als bevor sie krank wurden. Teilweise liegt dies daran, dass vor der Einweisung oft seit Langem bestehende schwere und den Organismus schwächende gesundheitliche Probleme vorliegen. (Siehe auch Durch den Krankenhausaufenthalt verursachte Probleme.)

Andererseits kann auch einfach die Tatsache, im Krankenhaus zu liegen, unabhängig vom Alter Probleme verursachen. Bei älteren Menschen treten diese Probleme mit größerer Wahrscheinlichkeit auf oder bestehen schon, und die Folgen sind aus folgenden Gründen meist ernster:

  • Verwirrung: Altersbedingte Veränderungen führen leicht dazu, dass die Patienten plötzlich und merklich verwirrt sind (desorientiert).

  • Dehydratation (Flüssigkeitsmangel): Ältere Menschen bemerken es weniger schnell oder weniger stark als jüngere, wenn sie durstig sind. Sie neigen daher dazu, weniger zu trinken, insbesondere wenn es unter den gegebenen Umständen im Krankenhaus schwieriger ist, an Getränke zu kommen.

  • Stürze: Ältere Menschen fallen leichter und ziehen sich beim Stürzen eher schwere Verletzungen zu, z. B. Knochenbrüche.

  • Inkontinenz: Für ältere Menschen ist es nach einem chirurgischen Eingriff besonders schwierig, aus einem hohen Krankenhausbett aufzustehen, wenn eine schwere Erkrankung vorliegt oder wenn sie noch an Geräte oder Vorrichtungen angeschlossen sind. Folglich erreichen sie möglicherweise die Toilette nicht rechtzeitig.

  • Verlust der Unabhängigkeit: Während eines Krankenhausaufenthalts können sich ältere Menschen nicht mehr selbst versorgen, weil Pflegekräfte dies übernehmen (z. B. das Baden).

  • Verlust von Muskelgewebe: Wenn ältere Menschen viel im Bett liegen oder immobil sind, verlieren sie tendenziell mehr und schneller Muskelgewebe.

  • Druckgeschwüre (Dekubitus): Ältere Menschen neigen zu Druckgeschwüren, da sie weniger Unterhautfettgewebe besitzen und die Blutversorgung der Haut abgenommen hat. Wenn sich Druckgeschwüre entwickeln, werden sie vom Krankenhaus aus mit größerer Wahrscheinlichkeit in ein Pflegeheim anstatt zu sich nach Hause entlassen.

  • Arzneimittelnebenwirkungen: Vor der Einlieferung nehmen ältere Menschen oft mehrere Medikamente ein. Im Krankenhaus werden eventuell noch mehr Medikamente verordnet. Je mehr Medikamente Menschen einnehmen, desto größer wird das Risiko, dass sich Nebenwirkungen und Arzneimittel-Wechselwirkungen entwickeln. Ohnehin reagieren ältere Menschen auf viele Medikamente empfindlicher.

  • Unterernährung: Körperliche altersbedingte Veränderungen sowie bestimmte gesundheitliche Störungen (darunter auch Zahnprobleme) und Medikamente können den Appetit und die Resorption von Nährstoffen reduzieren.

Viele ältere Menschen haben Probleme, sich von einem Krankenhausaufenthalt und der aufgetretenen Krankheit psychisch und physisch wieder zu erholen.

Präventive Strategien

Einige Krankenhäuser haben Strategien entwickelt, Problemen von älteren Menschen im Krankenhaus vorzubeugen. Diese sollen älteren Menschen helfen, weiterhin so zurechtzukommen, wie dies vor der Erkrankung der Fall war.

  • Ein interdisziplinäres Team: Dieses Team besteht aus medizinischen Fachkräften, die zur Betreuung eines älteren Menschen zusammenarbeiten. Die Teammitglieder schätzen die Bedürfnisse der Person ein und koordinieren ihre Behandlung im Krankenhaus. Mögliche Probleme werden aufgedeckt und beseitigt oder vorbeugende Maßnahmen getroffen.

  • Team zur Problemlösung: Dieses Team konzentriert sich auf die Vorbeugung und Behandlung eines einzelnen Problems, zum Beispiel Unterernährung oder Druckgeschwür. Es wird oft von einer Krankenschwester geleitet, die das Problem mit dem Patienten bespricht und einen Lösungsplan entwickelt.

  • Geriatriker: Diese Ärzte sind speziell für die Betreuung älterer Menschen ausgebildet und können mithelfen, den typischen Problemen vorbeugen. Beispielsweise vermeiden es Geriatriker, Medikamente zu verschreiben, die mit ziemlich großer Sicherheit zu Problemen führen.

  • Richtlinien: Kliniken halten sich vielleicht auch an Richtlinien (Protokolle) speziell zur Betreuung älterer Menschen.

  • Persönliche Pflegekraft: Manchmal wird einer Krankenpflegekraft die Hauptverantwortung für die Betreuung und Überwachung der Pflege eines einzelnen Patienten zugewiesen. Diese Krankenpflegekraft stellt sicher, dass andere Teammitglieder den Behandlungsplan für den Patienten umsetzen können.

  • Geriatrische Stationen: Älteren Menschen stehen geriatrische Stationen mit in der geriatrischen Betreuung ausgebildeten Fachkräften zur Verfügung. Dort werden ältere Patienten angehalten, sobald und so oft wie möglich aufzustehen. Sie sind gefordert, sich jeden Morgen anzuziehen, weitest möglich ihren alltäglichen Aktivitäten nachzugehen und Mahlzeiten in einem Esszimmer in der Gruppe einzunehmen. Wenn ältere Menschen lange Zeit im Krankenhaus bleiben müssen, werden sie ermuntert, ihr Krankenzimmer mit Fotos, eigenen Kissen und anderen vertrauten Gegenständen persönlicher zu gestalten. Das Pflegepersonal fordert Familienangehörige und Freunde auf, an der Betreuung teilzunehmen.

Behandlung

Wie aggressiv eine Krankheit in einer Klinik behandelt wird, sollte nicht vom Alter des Patienten abhängen. Familienangehörige und ältere Menschen sollten mit dem Arzt vereinbaren, dass Behandlungsoptionen gemäß der Schwere der Erkrankung und nicht altersentsprechend ausgewählt werden. Jedoch sind weniger aggressive Therapieformen, je nach Wunsch und Perspektive, manchmal für ältere Menschen geeignet. Entscheidungen sind abhängig davon, wie der Krankheitsfortschritt und die Lebenserwartung eingeschätzt werden. Insbesondere ist es für die Versorgung älterer Patienten besonders wichtig, vorab Informationen zu erhalten, welchen Umfang und welche Art der Betreuung sie wünschen.

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