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Paranoide Persönlichkeitsstörung

Von

Andrew Skodol

, MD, University of Arizona College of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2020| Inhalt zuletzt geändert Jan 2020
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Kurzinformationen
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Die paranoide Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch ein tiefgreifendes Muster von ungerechtfertigtem Misstrauen und Verdacht gegenüber anderen, wobei deren Motive als feindlich oder schädlich erklärt werden.

  • Weil Betroffene mit paranoider Persönlichkeitsstörung den Verdacht hegen, dass andere versuchen, sie auszunutzen, zu betrügen oder ihnen zu schaden, suchen sie ständig nach möglichen Beleidigungen, Zurücksetzungen oder Bedrohungen.

  • Ärzte stellen die Diagnose einer paranoiden Persönlichkeitsstörung anhand der spezifischen Symptome, unter anderem Misstrauen und Verdacht in vielen Aspekten des Lebens.

  • Keine Behandlung ist hier effektiv. Die kognitive Verhaltenstherapie kann versucht werden, und Medikamente können einige Symptome lindern.

Persönlichkeitsstörungen sind langanhaltende, tiefgreifende Muster des Denkens, der Wahrnehmung, der Reaktion und Bezugnahme, die dazu führen, dass die jeweilige Person stark darunter leidet und/oder ihr Lebensalltag beeinträchtigt wird.

Menschen mit paranoider Persönlichkeitsstörung misstrauen anderen und gehen davon aus, dass sie ihnen schaden oder sie betrügen wollen, selbst, wenn sie keinen oder nur unzureichende Gründe für diese Gefühle haben.

Die paranoide Persönlichkeitsstörung tritt bei ungefähr 2 bis mehr als 4 Prozent der Allgemeinbevölkerung in den USA auf. Sie ist unter Männern verbreiteter. Einige Evidenz deutet darauf hin, dass die paranoide Persönlichkeitsstörung in Familien vererbt wird. Emotionaler und/oder körperlicher Missbrauch und Diskriminierung während der Kindheit können zur Herausbildung dieser Störung beitragen.

Häufig liegen auch andere Störungen vor. Viele Menschen mit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung haben zudem mindestens eine der folgenden Störungen:

Symptome

Menschen mit paranoider Persönlichkeitsstörung verdächtigen andere, dass sie versuchen, diese auszunutzen, zu betrügen oder zu schädigen. Sie denken, dass sie jederzeit und ohne Grund angegriffen werden können. Obwohl es kaum oder keine Beweise dafür gibt, bestehen sie auf Ihrem Verdacht und ihren Annahmen.

Erfahrungen werden als feindlich interpretiert

Menschen mit paranoider Persönlichkeitsstörung denken häufig, dass sie von anderen sehr und unwiderruflich verletzt wurden. Sie suchen nach möglichen Beleidigungen, Herabsetzungen, Drohungen und Hintergehungen und nach versteckten Botschaften in Bemerkungen und Handlungen. Sie prüfen andere eingehend auf Beweise, die ihren Verdacht erhärten. Sie interpretieren zum Beispiel ein Hilfeangebot als versteckten Hinweis, dass man der Ansicht ist, sie könnten die Aufgabe nicht selbst erledigen. Wenn sie glauben, dass sie auf irgendeine Weise beleidigt oder verletzt wurden, vergeben sie der Person nicht, die sie verletzt hat. Sie neigen dazu, zum Gegenangriff überzugehen oder eine aggressive Antwort auf vermeintliche Verletzungen zu geben. Weil sie anderen misstrauen, müssen sehr eigenständig und kontrolliert leben.

Auswirkung auf Beziehungen

Menschen mit paranoider Persönlichkeitsstörung vertrauen sich nicht gern an und entwickeln auch keine engen Beziehungen mit anderen, weil sie Angst haben, alles was sie von sich preisgeben, könnte gegen sie verwendet werden. Sie zweifeln auch die Loyalität von Freunden und die Treue vom Ehepartner oder Liebespartner an. Sie können sehr eifersüchtig sein und die Aktivitäten und Motive ihrer Ehe- oder Liebespartner infrage stellen, um ihre Eifersucht zu rechtfertigen.

Daher kann es sehr schwierig sein, mit Menschen mit paranoider Persönlichkeitsstörung auszukommen. Wenn andere negativ auf sie reagieren, nehmen sie diese Reaktionen als Bestätigung ihrer ursprünglichen Verdachtsmomente.

Diagnose

  • Ärztliche Beurteilung auf der Basis spezifischer Kriterien

Ärzte diagnostizieren in der Regel eine Persönlichkeitsstörung, anhand der Kriterien aus dem Diagnostischen und Statistischen Handbuch für psychische Erkrankungen(Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition), Fünfte Ausgabe (DSM-5), das von der American Psychiatric Association veröffentlicht wurde.

Damit Ärzte die Diagnose einer paranoiden Persönlichkeitsstörung stellen können, müssen die Betroffenen hartnäckig misstrauisch und argwöhnisch gegenüber anderen sein, wie anhand von mindestens vier der folgenden Handlungen deutlich wird:

  • Sie argwöhnen ohne hinreichenden Grund, dass andere sie ausnutzen, verletzen oder hintergehen.

  • Sie beschäftigen sich mit ungerechtfertigten Zweifeln über die Verlässlichkeit ihrer Freunde und Mitarbeiter.

  • Sie vertrauen sich nur ungern anderen an, denn die Informationen könnten ja gegen sie verwendet werden.

  • Sie interpretieren harmlose Bemerkungen oder Ereignisse falsch, indem sie versteckte herabwürdigende, feindliche oder bedrohliche Bedeutungen darin lesen.

  • Sie sind nachtragend, wenn sie der Meinung sind, jemand habe sie beleidigt, verletzt oder herabgewürdigt.

  • Sie sind schnell der Meinung, dass ihr Charakter oder ihr Ruf in Abrede gestellt wurde und reagieren dann aufgebracht oder gehen zum Gegenangriff vor

  • Sie argwöhnen wiederholt, dass ihr Ehe- oder Liebespartner untreu ist, obwohl sie keinen ausreichenden Grund für diesen Argwohn haben.

Außerdem müssen die Symptome bereits früh in der Kindheit begonnen haben.

Behandlung

  • Kognitive Verhaltenstherapie

Die Behandlung im Allgemeinen einer paranoiden Persönlichkeitsstörung ist ähnlich wie bei allen anderen Persönlichkeitsstörungen.

Weil Menschen mit paranoider Persönlichkeitsstörung so argwöhnisch und misstrauisch sind, haben Ärzte häufig Probleme, eine kooperative Beziehung in gegenseitigem Respekt mit ihnen aufzubauen. Um eine Beziehung aufbauen zu können und damit die Betroffenen dazu zu ermutigen, an der Behandlung teilzunehmen, versuchen Ärzte häufig, sämtliche Verdachtsmomente, an denen irgendetwas dran ist, anzuerkennen.

Bei einer paranoiden Persönlichkeitsstörung ist keine Behandlung wirklich wirksam. Wenn Personen sich jedoch bereit erklären, mitzumachen, könnte eine kognitive Verhaltenstherapie von Nutzen sein.

Medikamente, wie etwa Antidepressiva und neuere Antipsychotika (der zweiten Generation) können zur Behandlung bestimmter Symptome verschrieben werden. Antipsychotika der zweiten Generation können die Angst und Paranoia mindern helfen.

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