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Dentalapparaturen

Von

Bernard J. Hennessy

, DDS, Texas A&M University, College of Dentistry

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2019| Inhalt zuletzt geändert Jun 2019
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Zu Zahnverlust kommt es durch viele Krankheiten, z. B. durch Karies, Erkrankungen des Zahnhalteapparats, Verletzungen oder wenn die Behandlung fehlschlägt. Fehlende Zähne können kosmetische und Beschwerden beim Sprechen sowie Schwierigkeiten mit der Ausrichtung der Zähne oder Fehlbisse verursachen. Durch fehlende Zähne können sich die verbleibenden Zähne direkt daneben verschieben.

Es gibt eine Reihe von verschiedenen Möglichkeiten, die fehlenden Zähne zu ersetzen. Dazu zählen z. B. Brücken, Kronen, Implantate und Prothesen.

Brücken, Kronen und Implantate

Durch eine Brücke oder ein Implantat lassen sich gezogene Zähne ersetzen. Bei schwer geschädigten Zähnen kann auch eine Krone auf den Zahn gesetzt werden.

Bei einer Brücke handelt es sich um eine festsitzende Teilprothese, bei der die benachbarten Zähne auf beiden Seiten des fehlenden Zahnes mit Kronen bedeckt werden. Eine Brücke besteht aus falschen Zähnen, die verbunden und dann an eine Krone angesetzt werden, die mit Zement am natürlichen Zahn befestigt wird. Eine Brücke wird dauerhaft fixiert und kann nicht herausgenommen werden. Es können mehrere Brücken verwendet werden, um fehlende Zähne zu ersetzen.

Eine Krone überdeckt einen einzelnen Zahn (Restauration). Damit sie die richtige Form hat, sind in der Regel zwei Besuche beim Zahnarzt erforderlich, manchmal auch mehr. In der ersten Sitzung bereitet der Zahnarzt den Zahn vor, indem er ihn abschleift, einen Abdruck des präparieren Zahnes anfertigt und eine provisorische Krone aufsetzt. Die dauerhafte Krone wird dann anhand des Abdrucks in einem Zahntechniklabor maßgefertigt. Beim nächsten Zahnarztbesuch wird die provisorische Krone entfernt und die bleibende Krone mit Zahnzement auf dem abgeschliffenen Zahn befestigt. Viele Ärzte verwenden mittlerweile Digitalscanner und Fräsen, die ihnen bei der Gestaltung und dem Fräsen einer Krone behilflich sind, sodass sie noch am selben Tag eingesetzt werden kann.

Kronen bestehen in der Regel aus Gold, Keramik oder Porzellan und sind mit einer Metallstruktur verschmolzen. Die Krone kann mit Keramik verblendet werden, um das Metall farblich zu überdecken. Obwohl Porzellan härter und abweisender als Zahnschmelz ist und beim gegenüberliegenden Zahn Verschleiß verursachen kann, ist dies bei neueren Keramikprodukten weniger der Fall. Außerdem brechen Kronen, die vollständig aus Porzellan oder ähnlichen Keramikmaterialien bestehen, etwas leichter als reine Metallkronen.

Fehlende Zähne können auch durch Zahnimplantate ersetzt werden. Ist zu wenig gesundes Knochenmaterial im Kiefer vorhanden, können Knochentransplantationen ein ausreichendes Fundament für die Implantate schaffen. Implantate sind Metallfixierungen, die in den Kieferknochen eingesetzt werden. Das Metall besteht aus einer besonderen Legierung, an die sich die Knochenzellen anlagern. Nach gewisser Zeit, in der Regel innerhalb von zwei bis sechs Monaten, hat sich das Implantat fest mit dem Knochen verbunden und es wird ein Stab eingesetzt. Der künstliche Zahn (Krone) wird dann an diesem Stab angebracht. Der neue künstliche Zahn hält dann den Kräften stand, die beim normalen Kauen entstehen. Mittlerweile werden Implantate bevorzugt, da sie keine Karies entwickeln können und im Gegensatz zu herausnehmbaren Teilprothesen eine fixierte Lösung bieten. Um eine Infektion zu vermeiden, muss der Bereich um die Implantate stets sauber gehalten werden.

Kronen, Brücken und Implantate

Kronen, Brücken und Implantate

Zahnersatz

Voll- oder Teilprothesen von Zähnen sind für Menschen geeignet, die alle oder fast alle Zähne verloren haben. Vollprothesen können herausgenommen werden und von Menschen getragen werden, die keine Zähne mehr haben. Teilprothesen können auch herausgenommen werden. Sie sind für Menschen geeignet, bei denen mehrere Zähne ersetzt werden müssen, für die Brücken oder Implantate jedoch nicht möglich oder erschwinglich sind.

Zahnärzte fertigen Prothesen sorgfältig an, damit sie gut passen und natürlich aussehen. In der Regel dauert die Anfertigung der Prothesen mehrere Monate, in denen verschiedene, sorgfältig geplante Arbeitsstufen durchgeführt werden. Menschen mit Zahnprothesen sollten diese jährlich vom Zahnarzt überprüfen lassen. Die Form des Mundes und der Kieferknochen kann sich mit der Zeit oder bei Gewichtsverlust oder -zunahme verändern, weshalb die Zahnprothese möglicherweise angepasst oder ersetzt werden muss.

Zahnprothesen können das Erscheinungsbild verbessern und das Sprechen erleichtern, jedoch sind sie bei weitem keine perfekte Lösung. Sie können das Gefühl natürlicher Zähne nicht ersetzen und bieten weniger als 20 Prozent der Kaufähigkeit von natürlichen Zähnen. Zahnprothesen können auch Beschwerden verursachen und den Geschmackssinn beeinträchtigen.

Zahnprothesen müssen sauber gehalten werden. Sie sollten nach jeder Mahlzeit herausgenommen und mit einer weichen Zahn- oder Prothesenbürste und einer nicht scheuernden Zahnpasta ohne Bleichmittel oder mit Backsoda gereinigt werden. Auch der Mundraum sollte gesäubert werden, um Speisereste zu entfernen. Die Zahnprothese sollte vor dem Zubettgehen herausgenommen, sorgfältig gereinigt und an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Es kann helfen, die Zahnprothese über Nacht in einer Reinigungslösung einzulegen. Dies ist jedoch nicht nötig, wenn die Prothese gut mit einer Zahnbürste gereinigt wird.

Beschwerden bei Zahnprothesen

In manchen Fällen kann das Zahnfleisch unterhalb der Zahnprothese rot werden, sich entzünden und samtig erscheinen (Stomatitis durch Prothesen). Die Entzündung ist möglicherweise nicht schmerzhaft. Menschen mit einer Infektion, die durch Candidapilze verursacht wurde, haben möglicherweise eine schlecht sitzende Prothese, schlechte Mundhygiene und Prothesen, die sich zu stark bewegen. In den meisten Fällen haben Menschen, die ihre Prothesen 24 Stunden am Tag tragen, ein erhöhtes Entzündungsrisiko. Bei Menschen mit übermäßigem Pilzwachstum finden sich baumwollartige Flecken oder geschwürartige wunde Stellen am Zahnfleisch, die oft sehr leicht medikamentös zu behandeln sind. Wenn die Entzündung anhält, kann der Zahnarzt eine Biopsie anordnen, um sie auf Mundhöhlenkrebs zu untersuchen. Mit anderen Tests kann nach systemischen Erkrankungen wie Diabetes gesucht werden.

Die Situation kann fast immer durch eine Anpassung oder eine neue, gut angepasste Prothese verbessert werden. Die Verbesserung der Mundhygiene und eine wirksamere Zahnprothesenreinigung können ebenfalls dazu beitragen, die Entzündung des Gewebes zu reduzieren. Manche Prothesen müssen möglicherweise für einen längeren Zeitraum herausgenommen werden und mit Antipilzspülungen gereinigt oder auch über Nacht eingelegt werden. Der Zahnarzt kann eine Reihe von topischen Antipilzmitteln verschreiben, um die Pilz- bzw. Candida-Infektion zu behandeln, die eine Entzündung unter den Zahnprothesen begünstigt.

Dentalapplikationen und chirurgische Eingriffe

In der Regel wird der herausnehmbare Zahnersatz vor einer Vollnarkose oder einer Operation am Rachenraum entfernt, um zu verhindern, dass dieser beschädigt, verschluckt oder eingeatmet wird. Während des Eingriffs wird der Zahnersatz in Wasser eingelegt, damit er seine Form nicht verliert. Manchmal entscheidet der Anästhesist (der Arzt, der während der Operation das Betäubungsmittel verabreicht) auch, den Zahnersatz an seiner Position zu belassen, damit der Beatmungsschlauch leichter eingeführt werden kann. Wird der Zahnersatz bei einer Operation nicht herausgenommen, bleiben auch die Gesichtsstrukturen unverändert. Somit passt die Narkosemaske besser und es wird verhindert, dass das Zahnfleisch an Stellen, an denen keine Zähne vorhanden sind, durch die natürlichen Zähne verletzt wird.

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