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Fettleber

(Steatose)

Von

Danielle Tholey

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2021| Inhalt zuletzt geändert Feb 2021
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Fettleber ist eine auffällige Einlagerung von gewissen Fetten (Triglyzeriden) in den Leberzellen.

  • Patienten mit Fettleber fühlen sich möglicherweise müde oder haben leichte Bauchbeschwerden, weisen aber sonst keinerlei Symptome auf.

  • Manchmal führt eine Fettleber zu einer fortgeschrittenen Lebererkrankung wie einer Fibrose und Zirrhose.

  • Eine Leberbiopsie kann notwendig sein, um die Diagnose zu bestätigen und die Ursache sowie das Ausmaß der Schädigung zu bestimmen.

  • Der Behandlungsschwerpunkt liegt auf der Kontrolle oder Beseitigung der Ursachen für die Fettablagerungen, wozu u. a. das metabolische Syndrom und der Konsum großer Mengen an Alkohol gehören.

Die Fettleber kann zusätzlich auch entzündet sein. Eine Entzündung der Leber aufgrund einer Fettleber wird als Steatohepatitis bezeichnet. Bei einer Entzündung kann es zu Narbenbildung (Fibrose Leberfibrose Bei der Fibrose handelt es sich um die Bildung einer auffällig hohen Menge an Narbengewebe in der Leber. Sie tritt auf, wenn die Leber geschädigte Zellen reparieren und ersetzen will... Erfahren Sie mehr ) kommen. Diese Fibrose entwickelt sich oft zur Zirrhose Leberzirrhose Die Zirrhose ist eine weit verbreitete Störung der inneren Struktur der Leber. Sie entsteht, wenn große Mengen des normalen Lebergewebes dauerhaft durch nicht funktionierendes Narbengewebe... Erfahren Sie mehr Leberzirrhose weiter (d. h., dass das vernarbte Gewebe die Struktur der Leber verändert und ihre Funktion beeinträchtigt).

Wenn die Fettleber (mit oder ohne Fibrose) nicht aufgrund eines starken Alkoholkonsums entsteht, spricht man von einer nichtalkoholischen Fettleber (NAFLD). Die NAFLD entwickelt sich meist beim Bestehen von mindestens einer Komponente des metabolischen Syndroms:

  • Übergewicht

  • Hohe Fettwerte im Blut (Triglyzeride und Cholesterin)

  • Insulinresistenz

Eine Entzündung der Leber aufgrund einer NAFLD wird als nichtalkoholische Steatohepatitis (NASH) bezeichnet. Diese Entzündung kann zu Narbenbildung (Fibrose) und einer Zirrhose führen.

Ursachen für Fettleber

In den USA und anderen westlichen Ländern sind die häufigsten Ursachen für eine Fettleber:

Die Kombination von Übergewicht, Insulinresistenz und hohen Triglyzeridwerten wird metabolisches Syndrom Metabolisches Syndrom Das metabolische Syndrom ist durch einen großen Taillenumfang aufgrund überschüssigen Bauchfetts, Bluthochdrucks, des Nicht-Ansprechens auf Insulin (Insulin-Resistenz) oder von... Erfahren Sie mehr genannt. All diese Elemente sorgen für Fetteinlagerungen in den Leberzellen, indem der Körper entweder mehr Fett synthetisiert oder das Fett langsamer verarbeitet (verstoffwechselt) und ausscheidet. In der Folge bildet sich überschüssiges Fett, das dann in den Leberzellen eingelagert wird. Fettreiche Ernährung führt nicht unbedingt zu einer Fettleber.

In seltenen Fällen bildet sich auch in der Spätphase der Schwangerschaft Fett in der Leber. Diese sogenannte Schwangerschaftsfettleber Schwangerschaftsbedingte Fettleber Manche Lebererkrankungen treten nur während der Schwangerschaft auf. Andere (z. B. Gallensteine, Zirrhose oder Hepatitis) haben sich unter Umständen schon vor der Schwangerschaft entwickelt... Erfahren Sie mehr oder mikrovesikuläre Steatose gilt in der Regel als eine andere Erkrankung als die gewöhnliche Fettleber.

Wussten Sie ...

  • Die Aufnahme von fettreichen Nahrungsmitteln allein führt nicht zu einer Fettleber.

Symptome der Fettleber

Eine Fettleber ruft meistens keine Symptome hervor. Manche Menschen fühlen sich müde oder haben unbestimmte Bauchbeschwerden. Die Leber ist vergrößert und kann bei einer ärztlichen Untersuchung gut erkannt werden.

Diagnose der Fettleber

  • Bluttests

  • Bildgebende Verfahren wie z. B. mit Ultraschall

  • Mitunter eine Leberbiopsie

Wenn der Verdacht auf Fettleber aufkommt, stellen Ärzte Fragen bezüglich Alkoholmissbrauch. Diese Informationen sind entscheidend. Anhaltender übermäßiger Alkoholgenuss kann zu schweren Leberschäden führen.

Auch Bluttests zur Beurteilung von Auffälligkeiten in der Leber Tests zu Leberwerten im Blut Lebertests sind Blutuntersuchungen und stellen eine nichtinvasive Möglichkeit dar, vorsorgliche Untersuchungen auf Lebererkrankungen (z. B. Hepatitis bei gespendetem Blut) vorzunehmen und ihren... Erfahren Sie mehr sind wichtig, weil z. B. Entzündungen zu einer Zirrhose Leberzirrhose Die Zirrhose ist eine weit verbreitete Störung der inneren Struktur der Leber. Sie entsteht, wenn große Mengen des normalen Lebergewebes dauerhaft durch nicht funktionierendes Narbengewebe... Erfahren Sie mehr Leberzirrhose führen können. Durch zusätzliche Bluttests können andere Ursachen für Auffälligkeiten in der Leber wie z. B. Virushepatitis ausgeschlossen werden. Mittels Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Bauchraumes kann überschüssiges Fett in der Leber entdeckt werden, wobei nicht immer beurteilt werden kann, ob eine Entzündung oder Fibrose vorliegt (siehe Bildgebende Verfahren von Leber und Gallenblase Bildgebende Verfahren von Leber und Gallenblase Bildgebende Verfahren von Leber, Gallenblase und Gallengangsystem sind Ultraschall, Radionuklidscanning, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT), endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie... Erfahren Sie mehr ). Außerdem können neue bildgebende Verfahren wie Magnetresonanz-Elastographie (MRE) oder eine Elastographie mittels Ultraschall feststellen, ob Narbengewebe oder eine Zirrhose vorliegt. Bei übergewichtigen Menschen kann der Fibrose-Wert jedoch manchmal aufgrund eines hohen Fettanteils fälschlicherweise erhöht sein, und die Betroffenen benötigen möglicherweise eine Leberbiopsie Biopsie der Leber Während eines chirurgischen Eingriffs kann eine Probe des Lebergewebes entnommen werden; diese wird aber häufiger durch das Einstechen einer Kanüle durch die Haut in die Leber gewonnen. Diese... Erfahren Sie mehr .

Eine Leberbiopsie ist der genaueste Test und kann zur Bestätigung der Diagnose erforderlich sein. Für die Biopsie wird die Einstichstelle zwecks Schmerzlinderung örtlich betäubt, worauf eine lange Kanüle durch die Haut in die Leber eingeführt und ein kleines Stück Gewebe zur mikroskopischen Untersuchung entnommen wird. Anhand der Biopsie kann beurteilt werden, ob eine Fettleber vorliegt, ob diese aufgrund von Alkoholmissbrauch oder anderen spezifischen Ursachen entstanden ist und wie gravierend die Schädigung der Leber ist.

Prognose der Fettleber

Zu viel Fett in der Leber stellt an sich nicht unbedingt ein großes Problem dar. Wenn Alkohol die Ursache ist, verschwindet das Fett bei Abstinenz in der Regel innerhalb von etwa 6 Wochen wieder. Wenn die Ursache jedoch nicht ermittelt und behoben wird, kann eine Fettleber sehr wohl ernste Folgen haben. Die anhaltende Schädigung der Leber durch große Mengen an Alkohol oder die Einnahme von Arzneimitteln, welche die Fettleber verursachen, kann mit der Zeit zu einer Zirrhose Leberzirrhose Die Zirrhose ist eine weit verbreitete Störung der inneren Struktur der Leber. Sie entsteht, wenn große Mengen des normalen Lebergewebes dauerhaft durch nicht funktionierendes Narbengewebe... Erfahren Sie mehr Leberzirrhose führen.

Behandlung der Fettleber

  • Kontrolle oder Beseitigung der Ursache

Die Behandlung der Fettleber zielt auf eine Verringerung oder Beseitigung der Ursache ab. Daher sollten Patienten Folgendes tun:

  • Arzneimittel absetzen, welche die Fettleber hervorrufen könnten

  • Abnehmen

  • Maßnahmen gegen Diabetes oder zur Senkung von Triglyzeridwerten ergreifen

  • Den Alkoholkonsum einstellen

Ein Rückgang des Körpergewichts von 5 Prozent kann den Fettgehalt in der Leber senken, eine 7-prozentige Reduzierung kann Entzündungen und eine nichtalkoholische Steatohepatitis mindern und eine Abnahme um 10 Prozent kann Vernarbungen und eine Fibrose rückgängig machen.

Manchmal versuchen Ärzte, eine nicht durch Alkohol verursachte Fettleber mit Vitamin E und Thiazolidindionen zu behandeln. Bei den Thiazolidindionen handelt es sich um eine Medikamentenklasse, einschließlich Rosiglitazon und Pioglitazon, die zur Behandlung von Diabetes Diabetes mellitus (DM) Diabetes mellitus ist eine Erkrankung, bei welcher der Körper nicht genügend Insulin produziert oder nicht in der Lage ist, auf das gebildete Insulin richtig zu reagieren. In der Folge... Erfahren Sie mehr eingesetzt wird. Fachärzte verwenden diese Medikamente jedoch seltener, da sie häufig zu Nebenwirkungen führen und langfristig keinen Unterschied machen. Neue medikamentöse Behandlungen werden in klinischen Studien entwickelt. Der Arzt kann den Patienten an einen Leberfacharzt (Hepatologen) überweisen, um zu besprechen, ob diese neuen Medikamente möglicherweise für ihn geeignet wären.

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