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Behandlungsgrundsätze bei Krebs

Von

Robert Peter Gale

, MD, PhD, Imperial College London

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2018| Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Kurzinformationen

Die Krebstherapie zählt zu den komplexesten Bereichen der Medizin. Sie umfasst ein Ärzteteam aus verschiedenen Fachärzten, die zusammenarbeiten (zum Beispiel Hausärzte, Gynäkologen oder andere Spezialisten, medizinische Onkologen, Radioonkologen, Chirurgen und Pathologen) und verschiedenes Personal im Gesundheitswesen (zum Beispiel Krankenschwestern, Strahlentherapeuten, Physiotherapeuten, Sozialarbeiter und Apotheker).

Behandlungspläne berücksichtigen die Krebsart, einschließlich der Lage, des Stadiums, der genetischen Eigenschaften sowie der spezifischen Merkmale des Behandelten.

Die Behandlungsentscheidungen berücksichtigen auch andere Faktoren, wie:

  • die Wahrscheinlichkeit einer Heilung oder Verlängerung des Lebens, wenn die Heilung nicht möglich ist.

  • die Auswirkungen der Behandlung auf die Symptome

  • die Nebenwirkungen der Behandlung

  • die Wünsche des Patienten

Wer sich einer Krebsbehandlung unterzieht, hofft auf das bestmögliche Ergebnis und die längste Überlebenszeit bei höchster Lebensqualität. Die Patienten müssen jedoch erfahren, welche Risiken mit der Behandlung einhergehen. Patienten sollten ihre Wünsche bezüglich der medizinischen Behandlung mit allen behandelnden Ärzten klären und sich auch an den Behandlungsentscheidungen beteiligen (und eine schriftliche Patientenverfügung aufsetzen).

Wird die Krebsdiagnose erstmalig gestellt, ist das Hauptziel der Behandlung, den Krebs nach Möglichkeit vollständig zu entfernen (durch eine einzige Behandlung oder eine Kombination aus Operation, Bestrahlung, Chemotherapie und manchmal neuere Krebsbehandlungen). Die Behandlung zielt manchmal auch darauf ab, Krebszellen an anderen Körperstellen zu eliminieren, auch wenn es keine Anzeichen für diese Zellen gibt.

Selbst wenn eine Heilung unmöglich ist, können die Symptome, die aus dem Krebs resultieren, mit der Behandlung häufig gelindert werden, wodurch die Lebensqualität verbessert wird (Palliativtherapie). Wenn ein Tumor beispielsweise nicht operativ entfernt werden kann, könnte er durch Bestrahlung verkleinert werden, was die Schmerzen und Symptome im unmittelbaren Bereich des Tumors (lokale Symptome) zurückgehen lässt.

Da die Behandlungen komplex sind, werden gezielte Therapievorschläge erarbeitet, die als Behandlungspläne bezeichnet werden, um sicherzustellen, dass die Patienten die sicherste und effektivste Versorgung erhalten. Behandlungspläne stellen sicher, dass die Patienten nach einem Standardkonzept behandelt werden, die das Ergebnis sorgfältiger wissenschaftlicher Studien sind. Die Pläne werden üblicherweise in klinischen Studien entwickelt und verfeinert. Eine klinische Studie ermöglicht Ärzten, neue Medikamente und Behandlungskombinationen mit Standardbehandlungen zu vergleichen, um festzustellen, ob die neue Behandlung wirksamer ist. Häufig wird Krebspatienten die Möglichkeit angeboten, an solchen Studien teilzunehmen, jedoch kommen nicht alle Krebspatienten für eine klinische Studie infrage.

Das Ansprechen auf die Krebsbehandlung

Ein vollständiges Ansprechen (Remission) tritt dann auf, wenn der Krebs für einen längeren Zeitraum nach der Behandlung verschwunden ist. Patienten, die wegen Krebs behandelt werden oder deswegen behandelt wurden, werden regelmäßig überwacht. In der Regel werden dafür bildgebende Verfahren und Labortests durchgeführt, um das Ansprechen des Krebses auf die Behandlung zu überprüfen und um den Krebs schnell zu identifizieren, wenn er wieder auftritt.

Einige Krebsarten produzieren Proteine, die im Blutstrom nachweisbar sind. Diese Stoffe werden Tumormarker genannt. Beispielsweise das Prostata-spezifische Antigen (PSA). Bei Männern mit Prostatakrebs steigt der PSA-Spiegel. Die meisten Tumormarker sind zu unspezifisch, als dass sie sich für die Früherkennung (das Erkennen von Krebs, bevor sich Symptome entwickeln) oder die Diagnose von Krebserkrankungen nutzen ließen, da diese Stoffe im Blut nicht nur durch Krebs, sondern auch durch viele andere Krankheiten auftreten können. Tumormarker (wie PSA und das Krebsantigen [CA] 125 für Eierstockkrebs) können jedoch den Arzt dabei unterstützen, das Ansprechen des Patienten auf die Behandlung zu beurteilen. Wenn der Tumormarker vor der Behandlung vorlag, anschließend aber in der Blutprobe nicht mehr nachweisbar ist, war die Behandlung vermutlich erfolgreich. Wenn ein Tumormarker nach der Behandlung verschwindet, später aber wiederauftaucht, kann man von einem Rückfall ausgehen.

Heilung ist offensichtlich das erfolgreichste Ergebnis. Eine Heilung bedeutet, dass alle Anzeichen für eine Krebserkrankung verschwinden und über einen längeren Beobachtungszeitraum nicht wieder auftreten. Bei einigen Krebsarten betrachten Ärzte den Patienten als geheilt, wenn sie über 5 Jahre oder länger keinen Rückfall erleiden. Bei anderen Formen ist ein längerer Zeitraum erforderlich, bevor der Patient als geheilt gilt.

Bei einem teilweisen Ansprechen verringert sich die Größe oder das Ausmaß der Krebserkrankung (wie zum Beispiel auf Aufnahmen von bildgebenden Verfahren, wie Röntgen, Computertomographie [CT] und Positronen‑Emissions‑Tomographie [PET] zu sehen ist) um mehr als die Hälfte, auch wenn er bei bildgebenden Verfahren weiterhin sichtbar bleibt. Patienten, die teilweise ansprechen, haben normalerweise weniger Symptome und eine verlängerte Lebenserwartung, auch wenn der Krebs in den meisten Fällen wieder wächst. Die Dauer des Ansprechens wird vom Zeitpunkt des teilweisen Ansprechens bis zu dem Punkt gemessen, an dem sich der Krebs wieder vergrößert oder ausbreitet.

Einige Patienten sprechen auf die Behandlung weder vollständig noch teilweise an, der Krebs wächst jedoch nicht und breitet sich nicht aus und es treten für eine längere Zeitdauer keine neuen Symptome auf. Dieses Ansprechen wird auch als positiv erachtet. In den ungünstigsten Fällen eines Ansprechens wächst der Tumor trotz Behandlung weiter oder es treten neue Erkrankungsbereiche auf.

Es kommt zu einem Rückfall, wenn ein Krebs wieder auftritt, der vollkommen verschwunden war.

Der krankheitsfreie Zeitraum ist der Zeitraum zwischen dem Zeitpunkt, an dem der Krebs vollständig verschwindet, und dem Zeitpunkt, an dem er wieder auftritt.

Die gesamte Überlebenszeit ist der Zeitraum von der Krebsdiagnose bis zum Tod.

Bei einigen Krebsarten, wie Brustkrebs oder Lymphomen (Tumoren der Lymphknoten) sagt man, dass sie „auf die Therapie ansprechen“, da sie gut auf Chemotherapie und die Strahlentherapie ansprechen. Andere Krebsarten, wie Melanome (ein Hautkrebs) oder bösartige Hirntumoren, werden als resistent bezeichnet, weil nur wenige Patienten auf die Chemotherapie oder Strahlentherapie ansprechen. Tumoren des Darmtraktes und der Lungen sprechen zuerst häufig auf Chemotherapie an, werden später jedoch trotz fortgesetzter Behandlung resistent.

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