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Karpaltunnelsyndrom

Von

David R. Steinberg

, MD, Perelman School of Medicine at the University of Pennsylvania

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2020| Inhalt zuletzt geändert Mai 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Das Karpaltunnelsyndrom ist eine schmerzhafte Quetschung (Zusammendrücken) des Medianusnervs im Karpaltunnel des Handgelenks.

  • In den meisten Fällen ist die Ursache unbekannt.

  • Finger und Handfläche nahe dem Daumen können schmerzen, kribbeln und taub werden.

  • Die Diagnose stützt sich auf eine Untersuchung und bei Bedarf auf die Ergebnisse eines Nervenfunktionstests.

  • Die Symptome können normalerweise mit Schmerzmitteln, einer Schiene, einer Kortikosteroidinjektion oder einer Operation behoben werden.

Der Karpaltunnel wird als Tunnel bezeichnet, da es sich hierbei um einen engen Durchgang handelt, durch den Nerven und Sehnen zum Handgelenk verlaufen. Der Tunnel wird durch die angrenzenden Sehnen, Bänder und Knochen gebildet. Der Medianusnerv befindet sich am inneren Handgelenk und verläuft durch den Karpaltunnel. Er ist für die Empfindungen im Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger und an der Daumenseite des Ringfingers verantwortlich.

Das Karpaltunnelsyndrom ist vor allem bei Frauen im Alter von 30 bis 50 Jahren verbreitet. Es kann eine Hand oder beide Hände betreffen.

Ursachen

Das Karpaltunnelsyndrom entsteht durch eine Kompression (Einklemmung) des Medianusnervs. Eine solche Kompression kann durch eine Schwellung des Gewebes um oder im Karpaltunnel oder durch Bindegewebestränge, die sich am inneren Handgelenk bilden, entstehen.

Schwangere Frauen und Diabetiker sowie Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion, bestimmten Formen der Amyloidose und rheumatoider Arthritis sind ebenfalls gefährdet, Karpaltunnelsyndrom zu entwickeln.. Auch anfällig sind Menschen, die berufsbedingt ständig mit gestreckten Handgelenken kräftige Bewegungen vollführen müssen, z. B. bei Arbeiten mit einem Schraubenzieher. Ein weiterer möglicher, aber umstrittener Faktor ist das Schreiben auf einer ungünstig positionierten Computertastatur. Lange Vibrationen, wie z. B. beim Einsatz bestimmter elektrischer Werkzeuge, sind mit dem Karpaltunnelsyndrom in Verbindung gebracht worden. In den meisten Fällen sind die Ursachen jedoch nicht bekannt.

Symptome

Das Karpaltunnelsyndrom führt zu merkwürdigen Empfindungen, Taubheit, Prickeln und Schmerzen in den ersten drei Fingern und am vierten Finger daumenseitig. Es kann auch die gesamte Hand betroffen sein. Gelegentlich kommt es auch im Unterarm zu Schmerzen und einem brennenden oder kribbelnden Gefühl. Durch die Lage der Hand werden die Betroffenen gelegentlich auch in der Nacht durch Schmerzen, Taubheitsgefühl und Kribbeln aufgeweckt. Diese Symptome verschwinden durch Schütteln der Hand. Im Laufe der Zeit werden die wenig genutzten daumenseitigen Handmuskeln schwächer und verkümmern (Atrophie).

Diagnose

  • Ärztliche Untersuchung

  • Manchmal Test der Nervenleitfähigkeit

Die Diagnose des Karpaltunnelsyndroms wird meist anhand der Untersuchung der Hand und des Handgelenks gestellt. Nervenleitfähigkeitsuntersuchungen können belegen, dass die Probleme von einem Karpaltunnelsyndrom herrühren, insbesondere wenn eine Operation in Erwägung gezogen wird.

Die richtige Tastaturhaltung

Eine Fehlhaltung an der Computertastatur kann ein Karpaltunnelsyndrom hervorrufen oder verstärken. Um Verletzungen zu vermeiden, sollte das Handgelenk gerade gehalten werden, sodass die Linie von der Hand über das Gelenk bis zum Unterarm gerade bleibt. Die Hand kann etwas tiefer liegen als der Unterarm. Keinesfalls sollte sie höher liegen oder das Handgelenk gebeugt werden. Die Tastatur sollte ziemlich tief liegen, damit die Hand etwas tiefer ist als der Ellenbogen. Dabei kann das Handgelenk durch eine Auflage gestützt werden.

Die richtige Tastaturhaltung

Behandlung

  • Schiene

  • Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung

  • Manchmal Kortikosteroidspritzen

  • Manchmal operative Eingriffe

Eine Besserung kann erzielt werden, indem Positionen mit überstrecktem Handgelenk oder zu starker Druck auf den Medianusnerv vermieden werden oder indem die Computertastatur richtig positioniert wird. Auch Gelenkmanschetten, welche die Hand gerade halten (vor allem in der Nacht) und leichte Schmerzmittel können helfen.

Handgelenkschiene

Handgelenkschienen können helfen, die durch das Karpaltunnelsyndrom verursachten Schmerzen zu lindern, da das Handgelenk hierdurch in einer neutralen Position gehalten wird.

Handgelenkschiene

Die Behandlung von Grunderkrankungen (wie rheumatoide Arthritis oder Schilddrüsenunterfunktion) lindert gelegentlich die Symptome.

Vorübergehend bringen auch Kortikosteroidspritzen in den Karpaltunnel Linderung.

Bei starken Schmerzen oder Muskelschwäche und -schwund lässt sich der Druck auf den Medianusnerv durch eine Operation beseitigen. Der Chirurg lockert die Bindegewebestränge, die auf den Medianusnerv drücken.

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