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Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV)

(Genitalwarzen, Condylomata acuminata, Feigwarzen)

Von

Sheldon R. Morris

, MD, MPH, University of California San Diego

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2018| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2018
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Kurzinformationen
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Das humane Papillomavirus (HPV) verursacht Warzen. Einige Arten des HPV verursachen Warzen auf der Haut, andere Arten verursachen Genitalwarzen (Geschwulste in oder rund um Vagina, Penis oder Rektum). Eine Infektion mit gewissen HPV-Arten kann zu Krebs führen. Das HPV wird sexuell übertragen.

  • Verschiedene Typen des humanen Papillomavirus (HPV) verursachen verschiedene Infektionen, beispielsweise sichtbare Feigwarzen oder weniger sichtbare Warzen in Gebärmutterhals, Vagina, Vulva, Harnröhre, Penis, Anus sowie Hautwarzen.

  • Feigwarzen wachsen sehr schnell und verursachen manchmal einen brennenden Schmerz.

  • Manche HPV-Infektionen erhöhen das Risiko von Krebserkrankungen an Gebärmutterhals, Scheide, Vulva, Penis, Anus und Rachen.

  • Ärzte identifizieren sichtbare Warzen nach ihrem Aussehen und sie untersuchen den Gebärmutterhals und den Anus auf weniger gut sichtbare Warzen.

  • Impfstoffe können die meisten Formen von HPV-Infektionen, die Krebs verursachen können, verhindern.

  • Sichtbare Warzen können normalerweise mit Laser oder durch Vereisen (Kryotherapie) oder durch Operation entfernt werden, aber manchmal werden auch Medikamente auf die Warzen aufgetragen.

Bevor der Impfstoff verfügbar und routinemäßig empfohlen wurde, hatten in den USA 42,5 Prozent der Frauen im Alter von 14 bis 59 Jahren eine nachgewiesene HPV-Infektion. Da immer mehr Menschen gegen HPV geimpft werden, sinkt der Anteil der Menschen mit einem Nachweis der HPV-Infektion.

Die meisten Infektionen verschwinden nach 1 bis 2 Jahren, aber manche halten an. Persistierende Infektionen können das Risiko für bestimmte Formen von Krebs erhöhen.

Es gibt über 100 bekannte Formen von HPV. Einige Formen verursachen normale Hautwarzen. Andere Formen verursachen verschiedene Formen genitaler Infektionen:

  • Externe (einfach zu erkennende) Feigwarzen: Diese Warzen werden durch bestimmte Typen von HPV verursacht, insbesondere durch die Typen 6 und 11. Es ist unwahrscheinlich, dass Typen 6 und 11 Krebserkrankungen verursachen. Diese Typen werden sexuell übertragen und infizieren die Genital- und Rektumregionen.

  • Innere (weniger gut sichtbare) Feigwarzen: Andere HPV-Typen, insbesondere die Typen 16 und 18, infizieren die Genitalregion, aber sie verursachen keine leicht sichtbaren Warzen. Sie können winzige, flache Warzen auf dem Gebärmutterhals oder im Anus verursachen, die nur mit einem Vergrößerungsinstrument, das Koloskop genannt wird, sichtbar sind. Warzen können auch in der Scheide, an der Vulva, in der Harnröhre, am Penis, am Anus oder im Rachen entstehen. Diese weniger gut sichtbaren Warzen rufen in der Regel keine Symptome hervor, jedoch erhöhen die HPV-Typen, die ihre Entwicklung verursachen, das Risiko für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sowie von Krebserkrankungen der Scheide, Vulva, des Penis, Anus und Rachens. Aus diesem Grund sollten diese Warzen behandelt werden. Eine Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) erhöht das Risiko für HPV-bedingte Krebserkrankungen.

HPV-Typen, welche die Genital- und Rektumregionen befallen, werden in der Regel beim vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr übertragen, können sich jedoch auch durch andere Kontaktwege ausbreiten.

HPV kann sich auch durch Oralsex verbreiten und eine Infektion des Mundes und ein erhöhtes Risiko für Rachenkrebs verursachen.

Wussten Sie ...

  • Manche Typen von HPV, die Feigwarzen verursachen, können ebenfalls Krebs verursachen.

Symptome

Bei Männern treten die Warzen normalerweise auf dem Penis auf, bei unbeschnittenen Männern insbesondere unter der Vorhaut, oder in der Urethra. Bei Frauen erscheinen die Warzen an der Vulva, an der Scheidenwand, im Gebärmutterhals und auf der Haut in der Umgebung der Vagina. Feigwarzen können auch rund um den und im Anus auftreten, besonders bei Menschen, die Analverkehr praktizieren.

Warzen verursachen bei vielen Infizierten keinerlei Symptome, aber bei manchen können sie gelegentlich einen brennenden Schmerz, Juckreiz oder Beschwerden auslösen.

Die Warzen treten normalerweise 1 bis 6 Monate nach der Infektion mit HPV als winzige, weiche, feuchte, rosafarbene oder graue Wucherung in Erscheinung. Sie wachsen sehr schnell und werden zu rauen, unregelmäßigen Beulen, die manchmal auf schmalen stielartigen Gebilden aus der Haut wachsen. Ihre raue Oberfläche lässt sie wie ein kleiner Blumenkohl aussehen. Warzen wachsen häufig in Gruppen.

Warzen können bei schwangeren Frauen und Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben, wie z. B. Menschen mit einer HIV-Infektion, schneller wachsen und sich schneller verbreiten.

Diagnose

  • Bei äußerlichen Feigwarzen ärztliche Untersuchung

  • Bei inneren Feigwarzen Kolposkopie oder Anoskopie

Äußerliche Warzen im Genitalbereich können gewöhnlich bereits anhand ihres Erscheinungsbilds diagnostiziert werden. Wenn Warzen ungewöhnlich aussehen, bluten oder sich zu offenen Geschwüren (ulzerieren) verändern, oder persistieren, sollten sie operativ entfernt und mikroskopisch auf Krebs überprüft werden. Weil es auch bei Syphilis zu Genitalwarzen bestimmter Art kommen kann, wird meist auch ein Bluttest auf Syphilis durchgeführt.

Eine Kolposkopie (Einsatz eines binokularen Vergrößerungsglases zur Untersuchung des Gebärmutterhalses) wird durchgeführt, um nach weniger gut sichtbaren inneren Warzen am Gebärmutterhals zu suchen. Eine Anoskopie (Verwendung eines Beobachtungstubus zur Untersuchung des Anusinneren) wird durchgeführt, um nach Warzen im Anus zu suchen. Ein Farbstoff kann auf die Region aufgetragen werden, damit die Warzen einfacher erkannt werden können.

Eine Probe, die von einer Warze entnommen wurde, kann analysiert werden, indem Tests wie die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) durchgeführt werden. Dieser Test produziert zahlreiche Kopien eines Gens, was es den Ärzten ermöglicht, das Erbgut (DNA) des HPV-Virus zu identifizieren. Diese Tests helfen, die Diagnose zu bestätigen, und ermöglichen es dem Arzt, den HPV-Typ zu identifizieren.

Untersuchungen an Menschen, die keine Symptome aufweisen (also ein Screening), werden in der Regel nicht empfohlen. Frauen im Alter von 30 bis 65 Jahren stellen eine Ausnahme dar. Diese Frauen sollten untersucht werden, wenn sie einem Papanicolaou- oder kurz Pap-Test unterzogen werden. Liegt HPV vor, wird eine Kolposkopie durchgeführt. Oft wird eine Gewebeprobe zur Untersuchung unter dem Mikroskop entnommen (Biopsie).

Vorbeugung

Es gibt drei Impfstoffe gegen HPV:

  • Neunvalent: Bietet Schutz gegen neun HPV-Typen

  • Vierfach (quadrivalent): Bietet Schutz gegen vier HPV-Typen

  • Zweifach (bivalent): Bietet Schutz gegen zwei HPV-Typen

Diese Impfstoffe werden als Injektion in einen Muskel, meist in den Oberarm, verabreicht.

All drei HPV-Impfstoffe schützen gegen die zwei HPV-Typen (Typen 16 und 18), die etwa 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen auslösen. Sie werden Frauen und Mädchen im Alter von 9 bis 26 Jahren empfohlen, um einer Erstinfektion vorzubeugen. Die Impfung wird vorzugsweise im Alter von 11 oder 12 Jahren vorgenommen, kann aber bereits im Alter von 9 Jahren durchgeführt werden.

  • Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren erhalten zwei Dosen. Die zweite Dosis erfolgt 6 bis 12 Monate nach der ersten.

  • Mädchen und Frauen ab 15 Jahren, die noch nicht geimpft worden sind, erhalten drei Dosen.

Die Impfung sollte durchgeführt werden, bevor die Mädchen und Frauen sexuell aktiv werden, aber auch sexuell aktive Mädchen und Frauen sollten sich impfen lassen.

Der neunvalente Impfstoff und der quadrivalente Impfstoff schützen vor den beiden HPV-Typen (Typen 6 und 11), die mehr als 90 Prozent aller Feigwarzen verursachen, sowie vor den Typen 16 und 18. Lediglich diese zwei Impfstoffe werden bei Jungen und Männern empfohlen. Die HPV-Impfung wird Jungen und Männern im Alter von 9 bis 21 Jahren empfohlen, vorzugsweise in einem Alter von 11 bis 12 Jahren.

  • Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren erhalten zwei Dosen. Die zweite Dosis erfolgt 6 bis 12 Monate nach der ersten.

  • Jungen und Männer zwischen 15 und 21 Jahren, die noch nicht geimpft worden sind, erhalten drei Dosen.

  • Die HPV-Impfung wird auch Männern bis zum 26. Lebensjahr empfohlen, wenn sie Geschlechtsverkehr mit anderen Männern oder ein geschwächtes Immunsystem haben (wie etwa HIV-Infizierte) und noch nicht geimpft worden sind.

Der neunvalente Impfstoff schützt auch gegen weitere HPV-Typen (Typen 31, 33, 45, 52 und 58). Diese Typen lösen ca. 15 Prozent aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen aus.

Eine korrekte und konsistente Anwendung männlicher Kondome kann das Risiko einer HPV-Infektion und HPV-bedingter Erkrankungen, wie z. B. Feigwarzen und Gebärmutterhalskrebs, reduzieren ( Gebrauch eines Kondoms). Kondome lassen das Risiko nicht vollständig beseitigen, da HPV Körperstellen befallen kann, die von einem Kondom nicht geschützt werden.

Weitere allgemeine Maßnahmen können der Vorbeugung einer HPV-Infektion (und anderer Geschlechtserkrankungen) dienen:

  • Das Vermeiden unsicherer Sexpraktiken, wie häufiger Wechsel der Sexualpartner, oder Geschlechtsverkehr mit Prostituierten oder Partnern, die Sex mit anderen Partnern haben

  • Sofortige Diagnose und Behandlung der Infektion (um eine Ansteckung anderer Menschen zu vermeiden)

  • Identifikation der Sexualpartner/-innen infizierter Personen mit anschließender Beratung oder Behandlung dieser Sexualpartner

Sexuelle Abstinenz (anal, vaginal oder oral) ist der zuverlässigste Weg zur Vorbeugung von Geschlechtskrankheiten, der jedoch häufig unrealistisch ist.

Behandlung

  • Meist Laser, Elektrokauter, Vereisen oder Operation

  • Mitunter verschiedene topische Behandlungen

Wenn das Immunsystem gesund ist, kontrolliert es HPV letztendlich und eliminiert die Warzen und das Virus ohne Behandlung. Die HPV-Infektion verschwindet bei der Hälfte der Menschen nach 8 Monaten und dauert bei weniger als 10 Prozent länger als 2 Jahre an. Wenn Menschen mit Feigwarzen ein geschwächtes Immunsystem haben, ist eine Behandlung notwendig, und die Warzen kehren häufig zurück.

Keine Behandlungsmethode ist restlos zufriedenstellend, und einige Therapien sind unangenehm und hinterlassen Narben. Externe Feigwarzen können mit Laser oder mit einem Elektrokauter, durch Vereisen (Kryotherapie) oder operativ entfernt werden. Je nachdem, wie viele Warzen entfernt werden und wie groß sie sind, wird eine örtliche Betäubung oder eine Vollnarkose durchgeführt.

Alternativ können Arzneimittel wie Podophyllintoxin, Imiquimod, Trichloressigsäure oder Sinecatechine (eine Salbe aus Grünteeextrakt) direkt auf die Warzen aufgetragen werden. Dieser Ansatz erfordert jedoch häufige Anwendungen über Wochen bis Monate hinweg, kann ein Brennen der umgebenden Haut verursachen und ist häufig unwirksam. Nach der Behandlung kann die Region wehtun. Imiquimod-Creme verursacht weniger Brennen, ist aber auch häufig weniger wirksam. Auch nach vermeintlich erfolgreicher Behandlung können die Warzen wiederkehren.

Für Warzen in der Harnröhre könnte das Einführen eines Tubus (Endoskop) mit operativem Zubehör die wirksamste Methode sein, um diese Warzen zu entfernen. Dieses Verfahren erfordert jedoch eine Vollnarkose. Auch andere Arzneimittel wie Thiotepa, in die Harnröhre eingeführt, oder das Chemotherapiemedikament 5-Fluoruracil, das in die Warze injiziert wird, sind häufig wirksam.

Injektionen mit Interferon alpha in die Warze oder einen Muskel sind gelegentlich wirksam, doch sie müssen mehrmals pro Woche über viele Wochen verabreicht werden und sind sehr teuer. Außerdem sind ihre langzeitigen Auswirkungen unbekannt, und sie verursachen häufig Nebenwirkungen.

Bei Männern reduziert eine Beschneidung das Risiko einer HPV-Infektion sowie HIV-Infektion und Genitalherpes, jedoch nicht der Syphilis.

Alle Sexualpartner sollten auf Warzen und andere sexuell übertragbare Krankheiten untersucht und, wenn nötig, behandelt werden. Sexualpartner sollten auch regelmäßige Untersuchungen, um auf eine HPV-Infektion zu überprüfen, haben.

Weitere Informationen

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