Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

Lädt...

Kandidose

(Kandidose, Moniliasis, Hefepilzinfektion)

Von

Sanjay G. Revankar

, MD, Wayne State University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2019| Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Quellen zum Thema

Kandidose ist eine Infektion, die durch mehrere Candida-Arten, insbesondere aber durch Candida albicans, verursacht wird.

  • Die am weitesten verbreitete Form von Kandidose ist eine oberflächliche Infektion des Mundes, der Vagina oder der Haut, die weiße oder rote Flecken sowie Juckreiz und/oder eine Reizung verursacht.

  • Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben, können eine schwere Infektion der Speiseröhre oder anderer innerer Organe bekommen.

  • Eine Probe des infizierten Materials wird unter einem Mikroskop untersucht und zur Kultivierung eingesandt.

  • Antimykotika können direkt auf die betroffene Oberfläche aufgetragen oder oral eingenommen werden, aber schwere Infektionen benötigen eine Behandlung mit Medikamenten, die durch eine Vene zugeführt werden.

Candida ist normalerweise auf der Haut, im Darmtrakt und bei Frauen in der Genitalregion vorhanden. Gewöhnlich verursacht Candida in diesen Regionen keine Probleme. Die Pilze können jedoch manchmal Hautinfektionen, Infektionen im Mund (mit Auswirkungen auf die Schleimhäute) oder Scheideninfektionen verursachen. Solche Infektionen können sich auch bei Menschen mit einem gesunden Immunsystem entwickeln, aber sie sind häufiger oder hartnäckiger bei Menschen mit Diabetes, Krebs oder AIDS und bei schwangeren Frauen. Kandidose im Mund und in der Speiseröhre ist bei Personen häufig, die an AIDS erkrankt sind. Kandidose kommt auch häufig bei Menschen vor, die Antibiotika einnehmen, weil Antibiotika die Bakterien abtöten, die normalerweise im Körper leben und mit Candida konkurrieren, wodurch Candida nun unkontrolliert wachsen kann.

Kandidose ist zwar beschwerlich, aber selten lebensbedrohlich. Einige Formen der Kandidose können jedoch schwerwiegend sein. Hierzu gehören

  • Invasive Candida-Infektion

  • Candidämie (die häufigste Form einer invasiven Candida-Infektion)

Bei einer invasiven Candida-Infektion breitet sich die Infektion auf andere Teile des Körpers aus, wie z. B. auf die Herzklappen, das Gehirn, die Milz, die Nieren und Augen. Diese Infektion tritt hauptsächlich bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem auf und bei Personen, die sich im Krankenhaus befinden. Kandidose ist eine der häufigsten Infektionen, die man sich im Krankenhaus zuzieht.

Kandidose der Speiseröhre ist eine der Erkrankungen, die darauf hinweisen, dass sich eine HIV-Infektion zu AIDS weiterentwickelt hat (sogenannte AIDS-definierende Erkrankung).

Eine Candidämie ist eine schwere Infektion des Blutkreislaufs. In den Vereinigten Staaten ist Candida die häufigste Ursache solcher Infektionen der Blutbahn. Unter den folgenden Bedingungen erhöht sich das Risiko einer solche Infektion:

  • Größerer operativer Eingriff

  • Einsatz intravenöser Kanülen oder Schläuche – insbesondere Schläuche, die in eine der großen Venen im Hals, im oberen Brustkorb oder in der Leiste eingeführt (zentraler Venenkatheter) oder die zur Verabreichung von Nahrung (parenterale Ernährung) verwendet werden

  • Anwendung gewisser Antibiotika

Wenn sie nicht umgehend behandelt wird, ist eine Candidämie oftmals tödlich.

Symptome

Mundinfektionen (Soor) lösen das Folgende aus:

  • Cremige, weiße, schmerzhafte Flecken im Mund

  • Haarrisse an den Mundwinkeln (Cheilitis)

  • Eine rote, schmerzhafte, glatte Zunge

Kandidose im Mund

Pilzflecken in der Speiseröhre können Schmerzen beim Schlucken hervorrufen.

Wenn die Haut infiziert ist, entwickelt sich ein brennender Ausschlag. Manche Formen von Windeldermatitis werden ebenfalls durch Candida verursacht.

Wenn die Infektion sich auf andere Körperteile ausbreitet, ist sie schwerwiegender. Sie kann Fieber, Herzgeräusche, Milzvergrößerung, gefährlich niedrigen Blutdruck (Schock) und verringerte Urinproduktion verursachen. Eine Infektion der Netzhaut und des inneren Auges kann Blindheit verursachen. Wenn die Infektion schwer ist, können mehrere Organe aufhören zu funktionieren, was zum Tod führen kann.

Diagnose

  • Untersuchung und manchmal Anlegen einer Kultur mit einer Probe des infizierten Gewebes

  • Mitunter Bluttests

Viele Candida-Infektionen lassen sich allein aufgrund der Symptome diagnostizieren.

Um die Diagnose zu sichern, muss der Arzt den Pilz in einer Probe mikroskopisch identifizieren. Blutproben oder Proben von anderen infizierten Geweben können an ein Labor geschickt werden, wo sie kultiviert und untersucht werden, um den Pilz zu identifizieren.

Der Arzt kann einen Bluttest durchführen, der als T2Candida-Test bezeichnet wird, um Candida im Blut schnell und exakt zu bestimmen. Andere Tests zur Bestimmung des Erbguts von Mikroorganismen können durchgeführt werden, wie etwa die Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Der Test mit der PCR-Methode ist dazu bestimmt, eine Vielzahl an Genkopien zwecks einer einfacheren Erkennung des Mikroorganismus zu bilden.

Wenn eine Candidämie diagnostiziert wird, kann der Arzt die Augen untersuchen, um festzustellen, ob die Augen infiziert sind.

Behandlung

  • Antimykotika

Kandidose, die nur auf der Haut, im Mund oder der Vagina auftritt, kann mit antimykotischen Medikamenten (wie Clotrimazol oder Nystatin) behandelt werden, die direkt auf die befallene Region aufgetragen werden. Ein Arzt kann auch das oral einzunehmende Antimykotikum Fluconazol verschreiben.

Bei Infektionen der Speiseröhre verschreiben Ärzte Antimykotika (wie Fluconazol oder Itraconazol) zur oralen Einnahme. Wenn diese Medikamente nicht wirken oder die Infektion zu schwer ist, werden andere Antimykotika eingesetzt. Dabei können Anidulafungin, Caspofungin, Micafungin oder Amphotericin B über eine Vene (intravenös), Voricanazol über den Mund oder eine Vene und Posaconazol über den Mund verabreicht werden.

Eine Kandidose, die sich im Körper ausgebreitet hat, wird in der Regel mit intravenös verabreichtem Anidulafungin, Caspofungin oder Micafungin oder mit intravenös oder oral verabreichtem Fluconazol behandelt.

Kandidose ist bei Menschen mit bestimmten Krankheiten wie Diabetes schwerwiegender und spricht schlechter auf eine Behandlung an. In Menschen mit Diabetes erleichtert die Kontrolle der Blutzuckerwerte die Heilung von dieser Infektion.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Wie man sich die Hände wäscht
Video
Wie man sich die Hände wäscht
3D-Modelle
Alle anzeigen
COVID-19-Virus
3D-Modell
COVID-19-Virus

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN