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Rückfallfieber

(Zeckenfieber; wiederkehrendes Fieber; Rekurrensfieber)

Von

Larry M. Bush

, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Nov 2020| Inhalt zuletzt geändert Nov 2020
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Quellen zum Thema
  • Menschen infizieren sich, wenn sie von einer infizierten Zecke gebissen werden oder mit einer infizierten Laus in Kontakt kommen.

  • Die Patienten entwickeln plötzlich Schüttelfrost und leiden anschließend unter hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, Erbrechen, Muskel- und Gelenkschmerzen und mitunter unter einem Ausschlag.

  • Die Symptome verschwinden wieder, kommen aber mehrmals zurück (d. h., es kommt zu Rückfällen).

  • Der Nachweis der Bakterien in einer Blutprobe bestätigt die Diagnose.

  • Normalerweise sind Antibiotika wirksam.

Rückfallfieber wird durch Lederzecken, Schildzecken und Körperläuse übertragen.

Schwangere Frauen mit Rückfallfieber können die Borrelia-Bakterien an ihr ungeborenes Kind weitergeben oder eine Fehlgeburt erleiden. Borrelia-Bakterien können in seltenen Fällen auch bei einer Bluttransfusion Überblick über die Bluttransfusion Bei einer Bluttransfusion werden Blut oder Blutbestandteile von einer gesunden Person (einem Spender) auf eine kranke Person (einen Empfänger) übertragen. Bluttransfusionen dienen dazu, die... Erfahren Sie mehr Überblick über die Bluttransfusion übertragen werden.

Durch Zecken verursachtes Rückfallfieber (Zeckenrückfallfieber)

Eine Lederzecke infiziert sich, wenn sie sich mit dem Blut von Nagetieren (wie z. B. Streifenhörnchen und Eichhörnchen) vollsaugt, die Träger einer Art von Borrelia-Bakterien sind. Die Zecke verbreitet die Bakterien mit ihrem Biss auf den Menschen.

Durch Lederzecken verursachtes Zeckenrückfallfieber kommt auf dem amerikanischen Kontinent, in Afrika, Asien und in Europa vor. In den USA tritt die Krankheit vor allem in den westlichen Bundesstaaten zwischen Mai und September gehäuft auf. Bei Übernachtungen in Berghütten, die von Nagetieren besiedelt sind, kommt es mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu Bissen durch infizierte Zecken. Weil die Zecken jedoch nachts Blut saugen und nach relativ kurzer Zeit wieder abfallen, bleibt der Zeckenbiss für die Betroffenen häufig unbemerkt. Auch Höhlenwanderer tragen ein Infektionsrisiko.

Wussten Sie ...

Lederzecken unterscheiden sich von Schildzecken (wie etwa Hundezecken oder Rehzecken) durch folgende Eigenschaften:

  • Lederzecken beißen sich nur kurze Zeit, meistens weniger als eine halbe Stunde, an der Haut fest.

  • Lederzecken warten auf ihre Beute nicht in hohem Gras oder Gebüsch. Sie leben stattdessen im Bau von Nagetieren und ernähren sich nach Bedarf von den Tieren, wenn diese schlafen.

Bei den Schildzecken, die das Rückfallfieber übertragen, handelt es sich um dieselben Zecken, die auch die Lyme-Borreliose übertragen. Daher tritt das durch Schildzecken verursachte Rückfallfieber in den Vereinigten Staaten an denselben Orten auf, wo auch die Lyme-Borreliose vorkommt – dem Nordosten und den oberen Gebieten des Mittleren Westens. Die Zecken infizieren sich, wenn sie das Blut von Nagetieren (z. B. der Weißfußmaus) trinken, die eine Spezies von Borrelia-Bakterien in sich tragen. Die Zecke verbreitet die Bakterien mit ihrem Biss auf den Menschen.

Menschen, die in Waldregionen leben oder durch hohes Gras oder Waldgebiete gehen, haben ein größeres Risiko von infizierten Zecken gebissen zu werden.

Durch Läuse verursachtes Rückfallfieber (Läuserückfallfieber)

Für das durch Läuse übertragene Rückfallfieber sind infizierte Körperläuse Körperläuse Ein Läusebefall ist ein Parasitenbefall der Haut durch kleine, flügellose Insekten. Läuse verbreiten sich meistens durch engen Kontakt zwischen Personen. Menschen mit Läusen haben meistens starken... Erfahren Sie mehr Körperläuse verantwortlich. Die Laus infiziert sich, wenn sie einen menschlichen Wirt sticht, der bereits mit einer Art von Borrelia infiziert ist. Die Laus überträgt die Bakterien auf andere Personen, wenn sie zerquetscht wird. Die Borrelia-Bakterien werden dann auf der Haut der betroffenen Person freigesetzt. Sobald sie freigesetzt sind, können die Bakterien in den Körper der Person eindringen, was normalerweise durch eine Biss- oder Schürfwunde erfolgt. Unversehrte Läuse übertragen die Infektion nicht.

Dieses Fieber ist in den USA selten und kommt hauptsächlich in den höher gelegenen Regionen Zentral- und Ostafrikas und in den südamerikanischen Andenregionen vor. Läuserückfallfieber kommt auch in Europa unter afrikanischen Flüchtlingen vor. Dieses Fieber tritt tendenziell als Epidemie auf, vor allem in Kriegsgebieten und Flüchtlingslagern. Der Läusebefall ist in der Regel gut zu erkennen.

Symptome des Rückfallfiebers

Patienten mit Rückfallfieber entwickeln plötzlich Schüttelfrost und leiden anschließend unter hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, Erbrechen, Muskel- und Gelenkschmerzen. Ein dicker, schwarzer, verkrusteter Schorf kann an der Stelle des Zeckenbisses entstehen. Manchmal entwickelt sich ein rötlicher Ausschlag am Rumpf und den Gliedmaßen und eine Rötung der Augen. Einige Betroffene fallen in ein Delirium.

Nach einigen Tagen klingt das Fieber abrupt ab und die Patienten erholen sich wieder. Meist treten jedoch sowohl das Fieber als auch die anderen Symptome bis zu 30-mal in Abständen von etwa einer Woche immer wieder auf (Rückfälle) und klingen dazwischen ab. Diese Episoden werden von Mal zu Mal schwächer, und die Patienten erholen sich schließlich vollständig, weil sie gegen die Krankheit immun werden.

Auch Augen, Hirn und Rückenmark können infiziert sein. So kann es beispielsweise zu einer Meningitis Akute bakterielle Meningitis Akute bakterielle Meningitis ist eine sich rapide entwickelnde Entzündung der Gewebsschichten, die das Gehirn und Rückenmark umgeben (Hirnhäute), und des flüssigkeitsgefüllten Raums zwischen... Erfahren Sie mehr (Hirnhautentzündung) kommen. Diese Komplikationen treten bei Patienten mit Zeckenrückfallfieber häufiger auf.

Diagnose des Rückfallfiebers

  • Untersuchung einer Blutprobe

Der Verdacht auf Rückfallfieber entsteht, wenn Patienten wiederholt Fieber bekommen, insbesondere wenn sie angeben, in einer Höhle oder einer Berghütte übernachtet zu haben.

Zur Diagnose von Rückfallfieber wird eine Blutprobe genommen und im Mikroskop auf Vorhandensein von Borrelia-Bakterien untersucht. Hilfreich kann auch die Messung von Antikörpern gegen die Borrelia-Bakterien sein, die das Rückfallfieber auslösen. Diese Messung erfolgt kurz nach der Diagnose der Infektion und nochmals einige Wochen nach der Genesung der Betroffenen.

Prognose bei Rückfallfieber

Die meisten Betroffenen erholen sich wieder, es gibt jedoch auch Todesfälle. Todesfälle sind bei sehr kleinen Kindern, schwangeren Frauen, älteren, unterernährten oder entkräfteten Personen sowie jenen, die sich während einer Epidemie des Läuserückfallfiebers infiziert haben, eher zu erwarten.

Bei Läuserückfallfieber tritt der Tod bei 10 bis 40 Prozent der unbehandelten Patienten und bei 2 bis 5 Prozent der behandelten Patienten auf.

Bei von Zecken übertragenem Rückfallfieber ist die Prognose besser. Der Tod tritt bei weniger als 10 Prozent der unbehandelten Patienten und bei weniger als 2 Prozent der behandelten Patienten auf.

Behandlung des Rückfallfiebers

  • Antibiotika

Meistens sind Antibiotika wie Tetracyclin, Doxycyclin oder Erythromycin wirksam.

Innerhalb von zwei Stunden nach der ersten Dosis Antibiotika kann eine unangenehme Reaktion (sogenannte Jarisch-Herxheimer-Reaktion Jarisch-Herxheimer-Reaktion Syphilis ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die durch das Bakterium Treponema pallidum verursacht wird. Syphilis kann in drei Symptomstadien auftreten, unterbrochen von Perioden von scheinbar... Erfahren Sie mehr Jarisch-Herxheimer-Reaktion ) mit Schweißausbruch, Schüttelfrost, Fieber und Blutdruckabfall auftreten. Zur Abschwächung der Schwere dieser Reaktion kann den Patienten vor und nach der ersten Dosis des Antibiotikums Paracetamol gegeben werden. Dabei handelt es sich nicht um eine allergische Reaktion auf das Antibiotikum.

Wenn die Patienten aufgrund des Erbrechens an Dehydratation oder einem Elektrolytungleichgewicht leiden, werden ihnen intravenös Flüssigkeiten verabreicht. Paracetamol kann Kopfschmerzen lindern und Prochlorperazin kann der Übelkeit und dem Erbrechen entgegenwirken.

Weitere Informationen zum Rückfallfieber

Bei dem Folgenden handelt es sich um ein englischsprachiges Hilfsmittel, das nützlich sein kann. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quelle verantwortlich ist.

Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Rückfallfieber: Informationen zum Rückfallfieber, einschließlich Links zur Übertragung und den Symptomen

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