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Bejel, Frambösie und Pinta

Von

Larry M. Bush

, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Quellen zum Thema

Bejel, Frambösie und Pinta sind Infektionen, die durch Treponema, spiralförmige Bakterien aus der Klasse der Spirochäten, hervorgerufen werden (siehe Abbildung Wie Bakterien sich entwickeln).

  • Diese Infektionen werden durch jeglichen engen Kontakt mit der Haut einer infizierten Person übertragen – in der Regel zwischen Kindern, die unter mangelhaften hygienischen Bedingungen leben.

  • Bejel verursacht wunde Stellen im Mund und zerstörerische Knoten in den Knochen.

  • Frambösie verursacht Hautgeschwüre und entstellende Wucherungen an den Beinen sowie im Nasen- und Mundbereich.

  • Pinta verursacht juckende, verdickte und verfärbte Flecken auf der Haut.

  • Diagnostiziert werden diese Infektionen, wenn die Betroffenen typische Symptome aufweisen und sich in Gebieten aufgehalten haben, in denen solche Infektionen häufig vorkommen.

  • Die Bakterien werden bereits mit einer einzelnen Penicillinspritze abgetötet.

Erkrankungen, die durch Treponema hervorgerufen werden, wie Bejel, Frambösie und Pinta, werden als Treponematosen bezeichnet. Syphilis ist eine weitere Treponematose, die von eng verwandten Bakterien, nämlich Treponema pallidum, verursacht wird. Syphilis wird jedoch auf andere Weise übertragen als Bejel, Frambösie und Pinta. Während Syphilis durch sexuellen Kontakt übertragen wird, werden Bejel, Frambösie und Pinta bei jedem engen Kontakt (nicht nur sexuell) mit der Haut einer infizierten Person übertragen – hauptsächlich zwischen Kindern, die unter mangelhaften hygienischen Bedingungen leben. Bejel kann auch durch Mund-zu-Mund-Kontakt oder durch die gemeinsame Benutzung von Essbesteck übertragen werden. Anders als Syphilis werden Bejel, Frambösie und Pinta nicht durch Kontakt mit kontaminiertem Blut oder während der Schwangerschaft von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen.

Bejel tritt hauptsächlich in den heißen, trockenen Ländern im östlichen Mittelmeerraum und im Gebiet der Sahara in Westafrika auf.

Frambösie tritt in Ländern mit heißem und feuchtem Klima auf, wie es in der Nähe des Äquators in Afrika, Lateinamerika, Asien und auf den Pazifikinseln vorkommt.

Pinta tritt besonders unter den Ureinwohnern von Mexiko, Mittel- und Südamerika auf. Pinta ist nicht sehr ansteckend.

Nur selten kommen Bejel, Frambösie und Pinta in den USA vor, außer unter Einwanderern aus den Teilen der Welt, in denen diese Krankheiten häufig auftreten.

Symptome

Genau wie bei Syphilis beginnen Frambösie und Pinta mit Hautsymptomen. Bejel beginnt mit Entzündungen in der Mundhöhle. Diese Symptome klingen ab, und nach einem Zeitraum mit wenigen oder keinen Symptomen treten neue auf.

Bejel

Bejel befällt die Mundschleimhaut und anschließend die Haut sowie die Knochen. Bejel tritt normalerweise bereits in der Kindheit auf. Die anfängliche Entzündung der Mundhöhle wird möglicherweise nicht bemerkt. Es entwickeln sich dann feuchte Stellen im Mund. Diese verschwinden über einen Zeitraum von Monaten oder Jahren wieder. Während dieser Zeit haben die Betroffenen wenige oder gar keine Symptome. Dann können sich wunde Stellen am Rumpf und an den Gliedmaßen entwickeln.

Es bilden sich Wucherungen in den Röhrenknochen, hauptsächlich in den Beinen, und im Gewebe im Nasen- und Mundbereich sowie am Gaumen. Diese Wucherungen zerstören das Gewebe und verursachen Verformungen der Knochen sowie eine Entstellung des Gesichts.

Frambösie

Auch Frambösie befällt Haut und Knochen. Mehrere Wochen nach dem Kontakt mit dem Bakterium Treponema beginnt die Frambösie als leicht erhabene wunde Stelle (Läsion) an der Infektionsstelle, gewöhnlich an einem Bein. Die Läsion heilt ab, aber später bilden sich weiche Knötchen (Granulome) im Gesicht, an Armen, Beinen und im Gesäßbereich, die schließlich aufbrechen. Diese Granulome verheilen langsam, können aber erneut auftreten. Die betroffenen Hautstellen an den Handflächen und Fußsohlen können sich verdicken und zu schmerzhaften Wunden aufbrechen. Die Wunden an den Fußsohlen erschweren das Gehen und zwingen die Betroffenen, wie Krabben auf den Seiten ihrer Füße zu gehen.

Später können Teile der Schienbeine zerstört werden, und es können viele weitere zerstörerische und entstellende Wucherungen entstehen, insbesondere im Nasen- und Mundbereich sowie am Gaumen.

Beispiele von Frambösie

Pinta

Bei Pinta ist nur die Haut betroffen. Pinta beginnt mit flachen, juckenden, geröteten Stellen an Händen, Füßen, Armen, Beinen, im Gesicht oder am Hals. Diese Bereiche vergrößern und verdicken sich. Nach einigen Monaten haben sich überall am Körper verdickte, flache Stellen gebildet, meist dort, wo Knochen und Haut sehr nahe beieinander liegen, beispielsweise am Ellbogen.

Später verlieren diese Flecken an Farbe oder werden grau-blau. Ohne Behandlung verschwinden diese Flecken meist nicht von selbst.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

Erstellt wird die Diagnose von Bejel, Frambösie oder Pinta, wenn bei Menschen, die in Gebieten leben oder Gebiete bereist haben, in denen solche Infektionen häufig vorkommen, typische Symptome auftreten. Manchmal wird eine Probe der Hautgeschwüre unter dem Mikroskop untersucht.

Da die Bakterien, die diese Infektionen verursachen, und die Bakterien, die Syphilis verursachen, so ähnlich sind, wird manchmal auch ein Bluttest auf Syphilis vorgenommen. Bei Menschen mit einer dieser Infektionen fällt der Test auf Syphilis positiv aus.

Behandlung

  • Eine Penicillinspritze oder Azithromycin als orale Einzeldosis

Die Bakterien werden bereits mit einer einzelnen Penicillinspritze (langwirksames Benzathin-Benzylpenicillin) abgetötet. Dann kann die Haut heilen. Es können jedoch Narben zurückbleiben, vor allem wenn viel Gewebe zerstört wurde. Penicillin-Allergiker erhalten gegebenenfalls Azithromycin oral als Einzeldosis. Wenn Betroffene nicht schwanger oder jünger als 8 Jahre alt sind, ist die Einnahme von Doxycyclin über 14 Tage eine Alternative.

Die Gesundheitsbehörden sind bemüht, Betroffene zu ermitteln und diese sowie deren enge Angehörigen zu behandeln.

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