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Wasser im Körper

Von

James L. Lewis, III

, MD, Brookwood Baptist Health and Saint Vincent’s Ascension Health, Birmingham

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2019| Inhalt zuletzt geändert Jan 2019
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Kurzinformationen
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Wasser macht die Hälfte bis zwei Drittel des durchschnittlichen Gewichts eines Menschen aus. Fettgewebe enthält einen geringeren Wasseranteil als Muskelgewebe, und Frauen haben tendenziell einen höheren Fettanteil. Somit ist der Wasseranteil des Körpergewichts bei der durchschnittlichen Frau geringer (52 bis 55 Prozent) als beim durchschnittlichen Mann (60 Prozent). Der Wasseranteil des Körpergewichts ist auch bei älteren und adipösen Menschen geringer. Der Wasseranteil des Körpergewichts ist bei Geburt und in der frühen Kindheit höher (70 Prozent). Der Körper eines 70 Kilogramm schweren Mannes besteht aus etwas mehr als 42 Litern Wasser: 28 Liter in den Zellen, ca. 10,5 Liter im Raum um die Zellen herum und 3,5 Liter oder ca. 8 Prozent der gesamten Wassermenge im Blut.

Die Wasseraufnahme muss die Ausscheidung ausgleichen. Um den Wasserhaushalt aufrechtzuerhalten – und zum Schutz vor Dehydratation, der Entstehung von Nierensteinen und vor anderen medizinischen Problemen – sollten gesunde Erwachsene mindestens zwei Liter Flüssigkeit täglich trinken. Zu viel trinken ist normalerweise besser als zu wenig, denn der Körper kann Wasser leichter ausscheiden als speichern. Wenn die Nieren aber normal arbeiten, kann der Körper mit sehr schwankender Flüssigkeitszufuhr fertig werden.

Der Körper nimmt das Wasser vornehmlich durch Resorption aus dem Verdauungstrakt auf. Zusätzlich fällt bei der Verwertung (Verstoffwechselung) von bestimmten Nährstoffen eine geringe Wassermenge an.

Der Körper verliert Wasser in erster Linie durch die Ausscheidung von Urin über die Nieren. Die Nieren können abhängig vom Bedarf des Körpers täglich zwischen einem halben Liter und mehreren Litern Urin ausscheiden. Etwas weniger als ein Liter Wasser geht täglich durch Schweiß über die Haut und beim Ausatmen über die Lunge verloren. Starkes Schwitzen – etwa bei anstrengendem Sport, heißem Wetter oder erhöhter Körpertemperatur – kann den Wasserverlust durch Verdunstung erheblich ansteigen lassen. Normalerweise wird im Verdauungstrakt nur wenig Wasser ausgeschieden. Allerdings können wiederholtes Erbrechen und starker Durchfall einen Wasserverlust von zwei Litern und mehr am Tag bewirken.

Normalerweise kann der Mensch genügend Flüssigkeit trinken, um den übermäßigen Wasserverlust auszugleichen. Bei starkem Erbrechen und schweren Durchfällen fühlt man sich jedoch vielleicht zu schwach, um ausreichend Flüssigkeit zu trinken, damit der Wasserverlust ausgeglichen wird, und es kann zur Dehydratation kommen. Auch Verwirrtheit, eingeschränkte Mobilität oder Bewusstseinsstörungen können die Ursache dafür sein, dass eine Person kein Durstgefühl entwickeln oder nicht genügend Flüssigkeit trinken kann.

Mineralsalze (Elektrolyte) wie Natrium und Kalium sind im Körperwasser gelöst. Der Wasser- und der Elektrolythaushalt sind eng miteinander verbunden. Der Körper ist stets bemüht, die Gesamtmenge an Wasser und die Konzentration der Elektrolyte im Blut konstant zu halten. Wenn beispielsweise der Natriumspiegel zu hoch ansteigt, entwickelt sich Durst und führt zu vermehrter Flüssigkeitsaufnahme. Darüber hinaus veranlasst Vasopressin (auch antidiuretisches Hormon genannt), das bei Dehydratation im Gehirn freigesetzt wird, die Nieren, Flüssigkeit zurückzuhalten. Zusammen führen diese Faktoren zu einer erhöhten Flüssigkeitsmenge im Blut. Dadurch wird das Natrium verdünnt, und die Balance zwischen Wasser und Natrium wird wiederhergestellt. Wenn der Natriumspiegel zu sehr sinkt, scheiden die Nieren vermehrt Wasser aus. Dies vermindert die Wassermenge im Blut und stellt die Balance wieder her.

Aufrechterhaltung des Wasserhaushalts

Im Körper wirken mehrere Mechanismen zusammen, um den Wasserhaushalt zu regulieren. Hierzu gehören

  • Durst

  • Wechselwirkung von Hypophyse und Nieren

  • Osmose

Durst ist einer der wichtigsten Mechanismen zur Aufrechterhaltung des Wasserhaushalts. Wenn der Körper Wasser braucht, werden Nervenzentren tief im Gehirn angeregt und lösen Durstempfinden aus. Dieses Gefühl wird in dem Maße stärker, in dem das Wasserbedürfnis des Körpers ansteigt, dadurch wird man angeregt, die benötigten Flüssigkeiten zu trinken. Wenn zu viel Flüssigkeit im Körper ist, wird das Durstgefühl unterdrückt.

Der andere Mechanismus ist eine Wechselwirkung zwischen Hypophyse und den Nieren. Bei Wassermangel im Körper setzt die Hypophyse (die sich ganz unten im Gehirn befindet) Vasopressin (auch als antidiuretisches Hormon bezeichnet) ins Blut frei. Vasopressin regt die Nieren an, Wasser zurückzuhalten und weniger Urin auszuscheiden. Bei Wasserüberschuss im Körper setzt die Hypophyse nur wenig Vasopressin frei und ermöglicht den Nieren so, überschüssiges Wasser mit dem Urin auszuscheiden.

Bei der Osmose fließt Wasser passiv von einem Bereich oder Kompartiment des Körpers in einen anderen. Durch dieses passive Fließen gelangen die größeren Flüssigkeitsmengen in die Zellen und in den Bereich um die Zellen herum, die als Reservoir dienen, um das wichtigere, jedoch kleinere Flüssigkeitsvolumen in den Blutgefäßen vor Dehydratation zu schützen.

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