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Übersicht über die Schilddrüse

Von

Jerome M. Hershman

, MD, MS, David Geffen School of Medicine at UCLA

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2019| Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Quellen zum Thema

Die Schilddrüse ist eine kleine Drüse, die etwa 5 Zentimeter im Durchmesser misst und direkt unter der Haut im Hals unter dem Adamsapfel liegt. Die beiden Hälften (Lappen) der Drüse sind in der Mitte miteinander verbunden (der so genannte Isthmus) und verleihen der Schilddrüse die Form einer Schleife. Normalerweise ist die Schilddrüse nicht sichtbar und kann kaum getastet werden. Wenn sie sich vergrößert, kann der Arzt sie leicht tasten, und unterhalb oder seitlich vom Adamsapfel kann sich eine prominente Verdickung (ein Kropf) zeigen.

Die Schilddrüse setzt Schilddrüsenhormone frei, die die Geschwindigkeit chemischer Funktionsabläufe im Körper regeln (Stoffwechselrate). Schilddrüsenhormone beeinflussen die Stoffwechselrate auf zwei Arten:

  • Sie regen fast alle Körpergewebe zur Bildung von Eiweißstoffen an

  • Sie erhöhen die von den Zellen verbrauchte Sauerstoffmenge

Schilddrüsenhormone beeinflussen viele Lebensfunktionen, wie etwa die Herzfrequenz, die Geschwindigkeit der Kalorienverbrennung, den Zustand der Haut, das Wachstum, die Erzeugung von Wärme, die Fruchtbarkeit und die Verdauung.

Lage der Schilddrüse

Lage der Schilddrüse

Der Alterungsprozess im Visier: Veränderungen der Schilddrüse bei älteren Menschen

Das Älterwerden selbst hat nur geringe Auswirkungen auf die Schilddrüse und die Schilddrüsenhormone. Wenn man älter wird, schrumpft die Schilddrüse und verlagert sich am Hals nach unten. Der Spiegel des Schilddrüsenhormons Triiodthyronin (T3) kann leicht zurückgehen, aber die Geschwindigkeit der Vitalfunktionen verändert sich dadurch nur wenig. Im Alter werden Schilddrüsenerkrankungen jedoch häufiger.

Erkrankungen mit Auswirkungen auf die Schilddrüsenfunktion, insbesondere eine Über- und Unterfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose und Hypothyreose), können bei älteren Menschen leicht übersehen werden. Diese Erkrankungen verursachen häufig Symptome, die schnell als Zeichen anderer Erkrankungen oder sogar als Zeichen des Älterwerdens fehlinterpretiert werden können.

Eine vermehrte oder verminderte Schilddrüsenfunktion kann das Befinden einer älteren Person dramatisch verschlechtern und die Fähigkeit zur Durchführung alltäglicher Aktivitäten stark einschränken. Daher muss den tatsächlichen Verursachern dieser Zustandsverschlechterungen auf den Grund gegangen werden, damit diese effektiv behandelt werden können.

Dabei hilft beispielsweise ein Screening älterer Menschen auf Überfunktion und Unterfunktion der Schilddrüse. Einige Experten empfehlen, alle 5 Jahre die Konzentrationen des Hormons, das die Schilddrüse stimuliert (das Thyreoidea-stimulierende Hormon) bei Menschen über 65 Jahre im Blut zu messen.

Schilddrüsenhormone

Bei den beiden Schilddrüsenhormonen handelt es sich um

  • T4: Thyroxin (auch als Tetrajodthyronin bezeichnet)

  • T3: Trijodthyronin

T4, das wichtigste von der Schilddrüse gebildete Hormon, besitzt nur eine sehr geringe oder gar keine Wirkung auf die Beschleunigung der Stoffwechselrate des Körpers. Stattdessen wird T4 in das aktivere Hormon T3 umgewandelt. Die Umwandlung von T4 in T3 findet in der Leber und in anderen Geweben statt. Viele Faktoren steuern die Umwandlung von T4 in T3, u. a. der augenblickliche Bedarf des Körpers und das Vorliegen oder Fehlen von Krankheiten.

Das meiste T4 und T3 im Blut wird an ein Protein gebunden transportiert, das als Thyroxin-bindendes Globulin bezeichnet wird. Nur wenig T4 und T3 zirkuliert frei im Blut. Allerdings ist dieses freie Hormon die aktive Form. Wenn das freie Hormon vom Körper verbraucht wird, wird ein Teil des gebundenen Hormons vom Bindungsprotein freigesetzt.

Um Schilddrüsenhormone herstellen zu können, braucht die Schilddrüse Jod, ein Element, das in Nahrungsmitteln und im Wasser vorkommt. Die Schilddrüse speichert Jod und verarbeitet es zu Schilddrüsenhormonen. Bei der Verwertung der Schilddrüsenhormone wird ein Teil der in dem Hormon enthaltenen Jodmenge freigesetzt, kehrt zur Schilddrüse zurück und wird zur Bildung weiterer Schilddrüsenhormone benutzt. Seltsamerweise setzt die Schilddrüse etwas weniger Schilddrüsenhormone frei, wenn sie großen Mengen Jod im Blut ausgesetzt ist.

Die Schilddrüse bildet auch das Hormon Kalzitonin, das für die Knochenstärke mit verantwortlich ist, weil es dazu beiträgt, Kalzium in die Knochen einzubauen.

So regelt der Körper die Produktion der Schilddrüsenhormone

Der Körper regelt die Konzentration an Schilddrüsenhormonen mit einem komplizierten Mechanismus. Der Hypothalamus, der sich unmittelbar über der Hypophyse im Gehirn befindet, schüttet das Thyrotropin-Releasing-Hormon (TRH) aus, das die Hypophyse anregt, Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH) zu erzeugen. Wie der Name sagt, regt TSH die Schilddrüse an, Schilddrüsenhormone zu bilden. Die Hypophyse verlangsamt oder beschleunigt die Freisetzung von TSH abhängig davon, ob die Spiegel der Schilddrüsenhormone im Blut zu hoch oder zu niedrig werden.

Diagnostische Tests

Die Ärzte sehen sich den Hals der Person an und prüfen durch Abtasten, ob die Schilddrüse vergrößert ist.

Je nach Untersuchungsergebnissen können auch weitere Tests erforderlich sein. Zusätzliche Tests können auch in einigen wenigen Fällen nötig werden, wenn die Ärzte nicht feststellen können, ob das Problem bei der Schilddrüse oder der Hypophyse liegt.

Schilddrüsenfunktionstests

Um festzustellen, wie gut die Schilddrüse funktioniert, messen Ärzte normalerweise die Hormonwerte im Blut. Sie messen die Spiegel von

  • TSH

  • T4

  • T3

In der Regel ist der Spiegel des Thyreoidea-stimulierenden Hormons der beste Indikator für die Schilddrüsenfunktion. Da dieses Hormon die Schilddrüse stimuliert, sind die TSH-Spiegel im Blut hoch, wenn die Schilddrüse eine Unterfunktion hat (und deshalb mehr stimuliert werden muss) und niedrig, wenn die Schilddrüse eine Überfunktion hat (und deshalb weniger stimuliert werden muss). In seltenen Fällen jedoch, wenn die Hypophyse nicht richtig funktioniert, gibt der TSH-Spiegel die Schilddrüsenfunktion nicht akkurat wieder.

Wenn Ärzte die Spiegel der Schilddrüsenhormone T4 und T3 im Blut messen, messen sie normalerweise sowohl die gebundene als auch die freie Form jedes Hormons (T4 gesamt und T3 gesamt). Wenn der Spiegel des Thyroxin-bindenden Globulins jedoch abnorm ist, können die Gesamtspiegel der Schilddrüsenhormone falsch eingeschätzt werden. Deshalb messen Ärzte manchmal die Werte der freien Hormone im Blut. Der Gehalt an Thyroxin-bindendem Globulin ist bei Menschen geringer, die an einer Nierenkrankheit oder an Erkrankungen leiden, die die von der Leber gebildeten Proteine reduzieren, oder die anabole Steroide einnehmen. Der Spiegel ist höher bei Frauen, die schwanger sind oder orale Kontrazeptiva oder andere Formen von Östrogen aufnehmen, sowie bei Menschen im Frühstadium einer Hepatitis.

Schilddrüsenscan

Wenn ein Arzt eine oder mehrere Verwachsungen (Knoten) in der Schilddrüse ertastet, kann ein Scan durchgeführt werden. Beim Ultraschall kommen Schallwellen zur Anwendung, um die Größe der Drüse zu messen und um festzustellen, ob die Verwachsung fest oder mit Flüssigkeit gefüllt (zystisch) ist.

In einem anderen Test (dem sogenannten radioaktiven Jodaufnahmetest) wird eine geringe Menge radioaktive Substanz (z. B. Jod oder Technetium) in den Blutkreislauf gespritzt. Das radioaktive Material konzentriert sich in der Schilddrüse, und ein Gerät (eine Gammakamera) entdeckt die Strahlung und erstellt ein Bild der Schilddrüse, das sämtliche physikalischen Auffälligkeiten zeigt.

Mit dem Schilddrüsenscan kann auch festgestellt werden, ob ein spezieller Bereich der Schilddrüse im Vergleich zum Rest normal funktioniert oder ob er über- oder unteraktiv ist.

Andere Schilddrüsentests

Wenn Ärzte eine Autoimmunerkrankung vermuten, wird ein Bluttest zum Nachweis von Antikörpern, die die Schilddrüse angreifen, durchgeführt.

Bei Verdacht auf eine Krebserkrankung der Schilddrüse verwenden Ärzte eine kleine Nadel, um eine Probe des Schilddrüsengewebes zur Untersuchung zu gewinnen (eine Biopsie). Ärzte führen in der Regel einen Ultraschall zur Identifizierung der Stelle für die Biopsie durch.

Bei Verdacht auf ein medulläres Schilddrüsenkarzinom misst man die Kalzitoninspiegel im Blut, weil diese Tumoren immer Kalzitonin ausschütten.

Früherkennung von Schilddrüsenkrankheiten

Einige Experten sprechen sich gegen eine Früherkennungsuntersuchung (Screening) auf Schilddrüsenkrankheiten aus. Einige Experten raten von einem Screening mit der Begründung ab, dass nicht klar ist, ob eine Behandlung einen Nutzen bringen würde, wenn eine Schilddrüsenkrankheit keine Symptome verursacht. Andere Experten sehen das wiederum anders. Sie empfehlen deshalb ein Screening, weil Schilddrüsenkrankheiten häufig sind, besonders bei älteren Menschen und zu ernsthaften Problemen führen können. Ein Screening alle 5 Jahre mittels Messung der Konzentrationen des schilddrüsenstimulierenden Hormons im Blut wird für Frauen ab dem 35. Lebensjahr und für Männer ab dem 65. Lebensjahr empfohlen. Ein Screening wird auch bei allen Neugeborenen und bei schwangeren Frauen empfohlen.

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