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Galaktorrhö

Von

John D. Carmichael

, MD, Keck School of Medicine of the University of Southern California

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2021| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2021
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Galaktorrhö steht für die Bildung von Milch in der Brust bei Männern oder bei Frauen, die kein Kind stillen.

  • Die häufigste Ursache für eine Galaktorrhö ist eine Überproduktion des Hormons Prolaktin (Hyperprolaktinämie) aufgrund eines Tumors in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse).

  • Eine Hyperprolaktinämie kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen eine Galaktorrhö oder eine unerwartete Milchproduktion sowie Unfruchtbarkeit verursachen.

  • Die Diagnose basiert auf der Messung der Blutspiegel des Hormons Prolaktin.

  • Zur Ursachenforschung können bildgebende Verfahren eingesetzt werden.

  • Wenn Medikamente allein die Prolaktinproduktion nicht kontrollieren oder den Tumor verkleinern, kann ein operativer Eingriff oder eine Strahlentherapie durchgeführt werden.

Die häufigste Ursache für Galaktorrhö liegt bei beiden Geschlechtern in einem Prolaktin sezernierenden Tumor (Prolaktinom) der Hypophyse Übersicht über die Hypophyse Die Hypophyse ist eine erbsengroße Drüse, die sich innerhalb einer knöchernen Struktur (Türkensattel) an der Schädelbasis befindet. Der Türkensattel schützt die Hypophyse, lässt ihr aber kaum... Erfahren Sie mehr . Prolaktin ist ein Hormon, das die Brustdrüsen zur Milchbildung anregt.

Prolaktinome sind bei der ersten Diagnosestellung normalerweise sehr klein. Sie sind bei Männern tendenziell größer als bei Frauen, wahrscheinlich, weil sie bei ihnen später erkannt werden. Tumoren, die sich unmittelbar über der Hypophyse befinden und kein Prolaktin bilden, können die Prolaktinsekretion erhöhen, wenn sie auf den Hypophysenstiel drücken. Durch den Druck auf den Stiel kann es sein, dass das Hormon Dopamin nicht mehr die Hypophyse erreicht, wo es normalerweise die Prolaktinproduktion hemmt.

Eine Überproduktion von Prolaktin und die Entwicklung einer Galaktorrhö kann auch durch Medikamente ausgelöst werden, darunter Phenothiazine, bestimmte Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck Bluthochdruck Erfahren Sie mehr (besonders Methyldopa und Verapamil), Opioide und Antibabypillen sowie durch bestimmte Erkrankungen außerhalb der Hypophyse. Solche Erkrankungen sind unter anderem eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose Schilddrüsenunterfunktion Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist eine Unteraktivität der Schilddrüse, wodurch es zu einer inadäquaten Produktion von Schilddrüsenhormonen und einer Verlangsamung der Lebensfunktionen... Erfahren Sie mehr Schilddrüsenunterfunktion ), eine chronische Nierenerkrankung Chronische Nierenerkrankung Bei einer chronischen Nierenerkrankung schreitet die Abnahme der Nierenfunktion über Monate bis Jahre langsam fort, und die Fähigkeit der Niere, Stoffwechselabbauprodukte aus dem Blut zu filtern... Erfahren Sie mehr , eine Lebererkrankung und bestimmte Arten von Lungenkrebs.

Wussten Sie ...?

  • Galaktorrhö kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern auftreten.

Symptome einer Galaktorrhö

Zwar kann die unerwartete Produktion von Milch in der Brust das einzige Symptom eines Prolaktinoms sein. Bei vielen Frauen setzt aber auch die Menstruation aus (Amenorrhö Ausbleiben der Regelblutung Die ausbleibende Menstruationsperiode wird Amenorrhö genannt. Amenorrhö ist unter folgenden Umständen normal: Vor der Pubertät Während der Schwangerschaft Während des Stillens Erfahren Sie mehr ) oder tritt seltener ein. Frauen mit Prolaktinomen haben oft niedrige Östrogenspiegel, wodurch es zu einer trockenen Scheide kommt, was beim Geschlechtsverkehr Beschwerden bereiten kann. Einige Frauen (und in seltenen Fällen Männer) sind unfruchtbar. Etwa zwei Drittel der Männer mit Prolaktinomen verlieren das Interesse an Sex (verminderte Libido Verringerte Libido bei Männern Unter einer Minderung der Libido versteht man die Abnahme des Sexualtriebs. Mögliche Ursachen sind u. a. psychische Faktoren (wie Depressionen, Angstzustände oder Beziehungsprobleme), Medikamente... Erfahren Sie mehr ) und haben Erektionsstörungen Erektionsstörung (erektile Dysfunktion, ED) Die erektile Dysfunktion (ED) bezeichnet die Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen bzw. für den Geschlechtsverkehr ausreichend aufrechtzuerhalten. (Siehe auch Überblick über sexuelle Funktionsstörungen... Erfahren Sie mehr . Einige Frauen leiden ebenfalls an einer verminderten Libido und Hirsutismus (übermäßiges Haarwachstum an Gesicht und Körper).

Diagnose einer Galaktorrhö

  • Messung des Prolaktinspiegels im Blut

  • Computertomographie oder Magnetresonanztomographie

Die Diagnose wird normalerweise bei Frauen vermutet, wenn die Menstruation seltener erfolgt oder ausbleibt oder wenn unerwartet Milch in der Brust gebildet wird. Sie wird auch bei Männern mit verringerter Libido und niedrigen Testosteronspiegeln im Blut angenommen, insbesondere, wenn sie Milch in der Brust bilden.

Bestätigt wird die Diagnose durch hohe Prolaktinspiegel im Blut.

Zur Suche nach einem Prolaktinom oder einem Tumor im Bereich der Hypophyse wird eine Computertomographie Computertomographie (CT) Bei einer Computertomographie (CT), die früher auch axiale Computertomographie (CAT) genannt wurde, drehen sich eine Röntgenquelle und ein Röntgendetektor um einen Patienten. Der Röntgendetektor... Erfahren Sie mehr Computertomographie (CT) (CT) oder eine Magnetresonanztomographie Magnetresonanztomographie (MRT) Bei einer Magnetresonanztomographie (MRT) werden mit einem starken Magnetfeld und hochfrequenten Radiowellen sehr detaillierte Darstellungen produziert. Für eine MRT werden keine Röntgenstrahlen... Erfahren Sie mehr Magnetresonanztomographie (MRT) (MRT) vorgenommen. Wenn sich kein Tumor nachweisen lässt und keine offensichtliche Ursache für den hohen Prolaktinspiegel vorliegt (z. B. ein Medikament), ist ein Hypophysentumor weiterhin die wahrscheinlichste Ursache, insbesondere bei Frauen. In diesem Fall ist der Tumor wahrscheinlich zu klein, um im Scan gesehen zu werden.

Wenn sich ein Prolaktinom in der Bildgebung groß darstellt, untersucht ein Augenarzt die Gesichtsfelder der Person auf mögliche Auswirkungen auf das Sehen.

Behandlung einer Galaktorrhö

  • Medikamente zur Hemmung der Prolaktinproduktion

  • Gelegentlich Operation oder Strahlentherapie

Medikamente können verabreicht werden, um die Wirkung von Dopamin anzuregen, jener Chemikalie, die im Gehirn die Prolaktinproduktion hemmt. Dazu gehören Bromocriptin und Cabergolin. Diese Medikamente werden oral verabreicht und wirken nur so lange, wie sie angewendet werden. Studien haben jedoch gezeigt, dass etwa 20 bis 25 Prozent der Patienten eventuell nach 3 Jahren der Therapie diese Medikamente gefahrlos absetzen können.

Bei den meisten Menschen senken sie die Prolaktinspiegel ausreichend, um die Menstruation wiederherzustellen, die Galaktorrhö zu beenden (bei Männern und Frauen) und die Östrogenspiegel bei Frauen und die Testosteronspiegel bei Männern zu erhöhen. Häufig können die Medikamente auch die Fruchtbarkeit wiederherstellen. Sie lassen den Tumor außerdem häufig schrumpfen und verbessern Sehstörungen.

Ein chirurgischer Eingriff ist bei der Behandlung kleiner Prolaktinome ebenfalls effektiv, wird aber normalerweise nicht zu Beginn durchgeführt, da die medikamentöse Behandlung sicher, wirksam und einfach anwendbar ist.

Wenn die Prolaktinspiegel einer Person nicht außergewöhnlich hoch sind und eine CT oder MRT nur ein kleines oder überhaupt kein Prolaktinom zeigt, wird vom Arzt womöglich dazu geraten, keine Therapie durchzuführen. Das ist vermutlich bei Frauen richtig, die trotz des hohen Prolaktinspiegels keine Probleme haben, schwanger zu werden, deren Menstruation regelmäßig bleibt und denen die Galaktorrhö nichts ausmacht, und bei Männern, deren Testosteronspiegel nicht gesenkt ist. Niedrige Östrogenspiegel treten häufig zusammen mit Amenorrhö auf und erhöhen bei Frauen das Risiko für eine Osteoporose Osteoporose Bei der Erkrankung Osteoporose werden die Knochen durch eine sich verringerte Dichte schwächer, sodass sie leichter brechen. Die Bestandteile, die für die Dichte und Stärke der Knochen zuständig... Erfahren Sie mehr Osteoporose . Niedrige Testosteronspiegel erhöhen bei Männern das Risiko für Osteoporose Osteoporose Bei der Erkrankung Osteoporose werden die Knochen durch eine sich verringerte Dichte schwächer, sodass sie leichter brechen. Die Bestandteile, die für die Dichte und Stärke der Knochen zuständig... Erfahren Sie mehr Osteoporose .

Um die Wirkungen der durch ein Prolaktinom verursachten niedrigen Östrogenspiegel zu überwinden, können Frauen mit kleinen Prolaktinomen, die nicht schwanger werden wollen, Östrogen oder orale Kontrazeptiva verabreicht werden. Zwar konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Behandlung mit Östrogen das Wachstum von kleinen Prolaktinomen stimuliert, die meisten Experten empfehlen jedoch eine jährliche CT oder MRT für mindestens 2 Jahre, um sicherzustellen, dass der Tumor nicht deutlich größer wird.

Ärzte behandeln Menschen mit größeren Tumoren im Allgemeinen entweder mit Medikamenten, die Dopamin ähneln (Dopaminagonisten), z. B. Bromocriptin oder Cabergolin, oder operativ. Wenn Medikamente die Prolaktinspiegel senken und die Symptome verschwinden, ist eventuell kein chirurgischer Eingriff erforderlich. Diese Medikamente sind generell sicher, jedoch wurde über die Entstehung von übermäßigem Bindegewebe (Fibrose) und Undichtigkeit von Herzklappen berichtet, wenn sie zur Behandlung der Parkinson-Krankheit in viel höheren Dosen als zur Behandlung von erhöhten Prolaktinspiegeln angewendet wurden. Nachfolgende Studien an Patienten, die mit Dosen in der Höhe behandelt wurden, wie sie für die Behandlung von Prolaktinom eingesetzt wurden, zeigen nicht die gleiche Auswirkung auf die Herzklappen.

Vor dem chirurgischen Eingriff kann versucht werden, den Tumor mit Dopaminagonisten zu verkleinern. Sie werden oft nach dem chirurgischen Eingriff verabreicht, da ein großer Prolaktin freisetzender Tumor wahrscheinlich nicht durch eine Operation geheilt wird. Gelegentlich verschwinden die Prolaktinome und bilden weniger Prolaktin, so dass die Dopaminagonisten abgesetzt werden können, ohne dass der Prolaktinspiegel wieder ansteigt. Die Dopaminagonisten können häufiger bei Patienten mit kleinen Tumoren und Frauen nach der Schwangerschaft abgesetzt werden.

Wie bei anderen Hypophysentumoren ist manchmal eine Bestrahlungstherapie erforderlich, wenn der Tumor nicht auf die medikamentöse oder operative Behandlung anspricht.

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