Medikamentöse Behandlung von Diabetes mellitus

VonErika F. Brutsaert, MD, New York Medical College
Überprüft vonGlenn D. Braunstein, MD, Cedars-Sinai Medical Center
Überprüft/überarbeitet Geändert Dez. 2025
v25185030_de
DIE AUSGABE FÜR MEDIZINISCHE FACHKREISE ANSEHEN
Kurzinformationen

Viele Menschen mit Diabetes mellitus benötigen Medikamente, die ihren Blutzuckerspiegel senken, die Symptome beseitigen und Komplikationen bei Diabetes mellitus vorbeugen.

Es gibt 2 Hauptarten von Diabetes mellitus:

  • Typ 1, bei dem das Immunsystem des Körpers die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse angreift und so mehr als 90 Prozent davon dauerhaft zerstört

  • Typ 2, bei dem der Körper eine Resistenz gegen die Wirkungen von Insulin entwickelt

Die allgemeine Behandlung von Typ-1-Diabetes erfordert Insulininjektionen und eine häufige Überwachung der Glukosespiegel, häufig in Verbindung mit einer Kontrolle und Umstellung der Ernährung.

Die allgemeine Behandlung von Typ-2-Diabetes erfordert eine Umstellung der Lebensgewohnheiten, einschließlich Gewichtsabnahme, gesunder Ernährung und Sport. Die meisten Menschen benötigen auch Medikamente zur Senkung des Blutzuckerspiegels, manchmal auch Insulin. Menschen, die Medikamente für Typ-2-Diabetes einnehmen, müssen auch häufig täglich mehrmals am Tag ihren Blutzucker kontrollieren.

Ärzte müssen bei der Behandlung von Diabetes mit Medikamenten vorsichtig sein, da Insulin und einige der oral verabreichten Medikamente den Blutzuckerspiegel zu stark senken können (Hypoglykämie).

Insulintherapie

Menschen mit Typ-1-Diabetes benötigen eine Therapie mit Insulin und werden ohne diese Behandlung sehr krank. Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes benötigen ebenfalls Insulin. In der Regel wird Insulin unter die Haut gespritzt. Für bestimmte Menschen gibt es auch Insulin zum Inhalieren. Das wird aber nicht häufig eingesetzt. Insulin kann nicht oral eingenommen werden, jedoch werden Formulierungen zum Einnehmen derzeit untersucht.

Insulin wird in das Unterhautfettgewebe gespritzt, in der Regel in den Arm, den Oberschenkel oder den Bauch. Kleine Spritzen mit sehr dünnen Nadeln machen die Injektionen nahezu schmerzlos.

Ein Insulin-Pen, der eine mit Insulin gefüllte Patrone enthält, ist für viele Menschen für das Tragen und Anwenden von Insulin angenehm, insbesondere für Menschen, die täglich mehrere Injektionen außerhalb von zuhause nehmen.

Eine Insulinpumpe gibt mehrere Tage hintereinander kontinuierlich Insulin über eine kleine, in der Haut belassene Kanüle (ein hohles Kunststoffröhrchen) aus einem Reservoir ab. Die Rate der Insulin-Verabreichung kann an die Tageszeit, ob die Person körperlich aktiv ist oder an andere Maßgaben angepasst werden. Menschen können nach Bedarf für Mahlzeiten oder, um hohe Blutzuckerspiegel auszugleichen, zusätzliche Dosen von Insulin freisetzen. Die Pumpe imitiert, wie der Körper normalerweise Insulin produziert. Eine Pumptherapie wird bei den meisten Menschen mit Typ-1-Diabetes und bei Typ-2-Diabetikern, die mehr als 3 Injektionen pro Tag benötigen, in Betracht gezogen. Für manche Menschen bietet die Pumpe ein zusätzliches Maß an Kontrolle, während andere das Tragen der Pumpe als unangenehm empfinden oder an der Einstichstelle wund werden.

Wenn eine kontinuierliche Glukosemessung zusammen mit einer Insulinpumpe zur Berechnung und automatischen Abgabe von Insulindosen bei der Baseline verwendet wird, wird das System als hybrides Closed-Loop-System zur Insulinabgabe oder künstliche Bauchspeicheldrüse bezeichnet. Allerdings müssen Menschen, die dieses System verwenden, ihren Blutzuckerspiegel weiterhin überwachen und sich vor den Mahlzeiten Insulin spritzen.

Formen von Insulin

Insulin ist in 4 Grundformen erhältlich, unterteilt nach Wirkbeginn und Wirkdauer:

  • Schnellwirksame Insuline sind unter anderem die Insuline Lispro, Aspart und Glulisin. Sie wirken am schnellsten, erreichen ihre maximale Wirksamkeit in ca. 1 Stunde und wirken dann 3 bis 5 Stunden. Schnell wirksames Insulin wird zu Beginn einer Mahlzeit oder bis zu 15 Minuten davor gespritzt.

  • Kurz wirksames Insulin, wie etwa Normalinsulin, wirkt etwas langsamer, aber dafür etwas länger als schnell wirksames Insulin. Normalinsulin erreicht seine maximale Aktivität nach 2 bis 4 Stunden und wirkt für 6 bis 8 Stunden. Es wird 30 Minuten vor einer Mahlzeit gespritzt.

  • Intermediär wirksames Insulin wie etwa das Insulin Isophan (manchmal als Neutral Protamin Hagedorn oder NPH bezeichnet) oder das U-500-Insulin beginnt eine halbe bis 2 Stunden später zu wirken, erreicht seine maximale Aktivität nach 4 bis 12 Stunden und hält 13 bis 26 Stunden an, je nachdem, welches intermediär wirksame Insulin verwendet wird. Diese Art Insulin wird morgens gespritzt, um den Bedarf am ersten Teil des Tages zu decken, oder am Abend, um den Bedarf während der Nacht abzudecken.

  • Lang wirksames Insulin, wie Insulin glargin, Insulin detemir, U-300-Insulin glargin oder Insulin degludec, zeigt in den ersten Stunden kaum Wirkung, stellt danach aber, abhängig vom verwendeten Typ, die Versorgung für 20 bis 40 Stunden sicher. Insulin icodec ist ein lang wirksames Insulin, dessen Wirkung eine Woche oder sogar länger anhält.

Menschen, die sich mehrmals täglich Insulin spritzen und die zu den Mahlzeiten zusätzliches Insulin benötigen, verwenden häufig sowohl schnell wirksames Insulin als auch kurz wirksames Insulin.

Einige Kombinationen von Insulin sind bereits fertig gemischt erhältlich. Außerdem sind konzentrierte Insuline für Menschen erhältlich, die hohe Dosen Insulin benötigen.

Inhalatives Insulin ist in einigen Situationen für Menschen vorgesehen, die nicht in der Lage oder bereit dazu sind, sich Insulin zu spritzen. Inhalatives Insulin ist als Inhalator (ähnlich wie ein Asthmaspray) verfügbar und das Insulin wird von den Menschen über die Lungen aufgenommen. Inhalatives Insulin wirkt ähnlich wie schnell wirksames Insulin und muss mehrmals am Tag inhaliert werden. Die Betroffenen müssen unter Umständen auch Injektionen mit lang wirksamem Insulin erhalten. So lange Patienten inhalatives Insulin verwenden, kontrollieren Ärzte ihre Lungenfunktion alle 6 bis 12 Monate.

Insulinzubereitungen halten sich bei Raumtemperatur bis zu einem Monat und lassen sich überallhin transportieren und können zur Arbeit oder auf eine Reise mitgenommen werden. Insulin sollte dennoch nicht extremen Temperaturen ausgesetzt werden und bei einer Lagerung über einem Monat im Gefrierschrank aufbewahrt werden.

Auswahl des Typs und der Dosis von Insulin

Die Auswahl des Insulins ist komplex. Folgende Faktoren werden berücksichtigt, wenn Ärzte entscheiden, welches Insulin das Beste ist und wie viel Insulin verwendet werden soll:

  • Wie gut der Körper auf das Insulin anspricht, das er selbst bildet

  • Wie stark der Blutzuckerspiegel nach dem Essen ansteigt

  • Ob andere Antidiabetika anstelle von Insulin verwendet werden könnten

  • Wie groß ist die Bereitschaft und Fähigkeit der Personen, ihren Blutzuckerspiegel zu überwachen und ihre Insulindosis anzupassen?

  • Wie oft sind die Personen bereit, Insulin zu injizieren?

  • Wie variabel sind die täglichen Aktivitäten?

  • Wie wahrscheinlich es ist, dass die Person Symptome einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) entwickelt

Menschen mit Typ-1-Diabetes verwenden normalerweise entweder eine Insulinpumpe oder eine injizierbare „Basal-Bolus“-Dosis. Bei der Basal-Bolus-Dosis verwenden die Patienten eine Einzeldosis lang wirksames (Basal-)Insulin und mehrere Dosen kürzer wirksamer Insuline auf Basis des Blutzuckerspiegels und der erwarteten Kohlenhydrataufnahme vor den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen. Die Insulinpumpe dient dem gleichen Zweck, indem sie eine konstante Basalmenge an Insulin abgibt und es dem Anwender ermöglicht, Boli für die Mahlzeiten zu programmieren. Hybride Closed-Loop-Systeme passen die Insulindosierung auf Basis des Blutzuckerspiegels automatisch an; der Anwender muss jedoch das Insulin in Bezug auf die Mahlzeiten auf Basis der Kohlenhydrataufnahme weiterhin programmieren.

Ein einfacherer Ansatz ist die Kombination von 2 Insulinen – einem schnellwirksamen und einem intermediär wirksamen Insulin – in einer Morgendosis. Eine zweite Injektion eines Insulins oder von beiden kann beim Mittagessen oder vor dem Schlafengehen gespritzt werden. Dieser Ansatz ist weniger justierbar und nicht so präzise wie Basal-Bolus-Insulin.

Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes wird Insulin in der Regel bei anhaltendem und unbeabsichtigtem Gewichtsverlust, Symptomen einer Hyperglykämie oder sehr hohen Blutzuckerspiegeln trotz Behandlung mit anderen Medikamenten eingesetzt. Es wird häufig in Kombination mit anderen Medikamenten verabreicht. Wie bei Typ-1-Diabetes kann Typ-2-Diabetikern das Insulin mittels Basal-Bolus-Dosierung, mithilfe einer Insulinpumpe oder zweimal täglich in Form von vorgemischten Injektionen verabreicht werden.

Bei allen Personen, die Insulin erhalten, können Dosisanpassungen aufgrund von Änderungen der Ernährung, des Aktivitätsniveaus, aufgrund von Gewichtsverlust oder -zunahme, Stress und Krankheit erforderlich sein.

Hypoglykämie (Unterzuckerung)

Die häufigste Komplikation bei der Behandlung von hohem Blutzuckerspiegel mit Insulin sind niedrige Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie). Hypoglykämie tritt häufiger bei Betroffenen auf, die versuchen, ihren Blutzuckerspiegel streng zu kontrollieren.

Symptome einer leichten oder mittelschweren Hypoglykämie sind unter anderem Kopfschmerzen, Schwitzen, Herzrasen, Schwindel, verschwommenes Sehen, Erregtheit und Verwirrung. Symptome einer schwereren Hypoglykämie sind unter anderem Krampfanfälle und Bewusstseinsverlust. Bei älteren Erwachsenen kann eine Hypoglykämie schlaganfallähnliche Symptome hervorrufen.

Menschen, die häufig unter Hypoglykämie leiden, bemerken Anfälle einer Unterzuckerung vielleicht gar nicht, weil sie die Symptome gar nicht mehr wahrnehmen (Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen).

Ärzte müssen die Betroffenen darin schulen, wies sie die Symptome einer Hypoglykämie erkennen und behandeln müssen. Für gewöhnlich kann der Betroffene etwas Süßes, wie ein Stück Schokolade, essen oder einen Fruchtsaft trinken, damit der Blutzuckerspiegel wieder rasch ansteigt. Die Betroffenen können auch Glukosetabletten für den Fall einer Unterzuckerung bei sich tragen. Weil unterzuckerte Menschen zu verwirrt sein können, um zu verstehen, dass sie an einer Hypoglykämie leiden, ist es wichtig, dass die Haushaltsmitglieder und andere Vertrauenspersonen der Betroffenen die Anzeichen einer Hypoglykämie ebenfalls erkennen können.

Insulin-Antikörper

In sehr seltenen Fällen produziert der Körper gegen das injizierte Insulin Antikörper, weil das gespritzteInsulin nicht genau dem vom Körper hergestellten Insulin entspricht. Diese Antikörper können die Wirkung von Insulin beeinträchtigen und sehr hohe Dosen erfordern.

Allergische Reaktionen auf Insulin

Insulininjektionen können die Haut und die darunter liegenden Gewebe beeinträchtigen. Allergische Reaktionen, die jedoch selten auftreten, verursachen für mehrere Stunden Schmerzen und Brennen, Rötung, Jucken und Schwellungen rund um die Einstichstelle. Sehr selten kann dann der Betroffene eine anaphylaktische Reaktion nach der Verabreichung einer Injektion von Insulin haben.

Hautreaktionen auf Insulin

Die Injektionen mit Insulin können zu Fettansammlungen führen, die Knoten in der Haut bilden oder Fett zerstören und Dellen hervorrufen. Eine Hautreaktion ist zwar keine allergische Reaktion, aber sie kann die Aufnahme des gespritzten Insulins verschlechtern. Daher ist es wichtig, dass die Injektionsstellen ständig gewechselt werden. Beispielsweise kann an einem Tag der Oberschenkel, an einem anderen der Bauch und danach in den Arm gespritzt werden, um diese Probleme zu vermeiden.

Oral verabreichte Antidiabetika

Orale Antidiabetika (Medikamente, die einen hohen Blutzuckerspiegel senken) können bei Typ-2-Diabetikern den Blutzuckerspiegel häufig ausreichend senken. Bei Typ-1-Diabetes sind sie jedoch wirkungslos. Es gibt mehrere unterschiedliche Arten von oral verabreichten Antidiabetika, die aber alle nach den 4 Hauptmethoden funktionieren:

  • Medikamente, welche die Bauchspeicheldrüse zur Produktion von mehr Insulin anregen („Insulin-Sekretagoga“)

  • Medikamente, welche die Reaktion des Körpers auf Insulin erhöhen („Insulin-Sensitizer“)

  • Medikamente, welche die Aufnahme (Resorption) von Glukose über den Darm verzögern

  • Medikamente, welche die Ausscheidung von Glukose über den Urin erhöhen

Insulin-Sekretagoga sind unter anderem Sulfonylharnstoffe (z. B. Glyburid, Glipizid und Glimepirid) und Meglitinide (z. B. Repaglinid und Nateglinid).

Insulin-Sensitizer sind unter anderem Biguanide (z. B. Metformin) und Thiazolidinedione (z. B. Pioglitazon).

Medikamente, die die Aufnahme (Resorption) von Glukose über den Darm verzögern, sind unter anderem Alpha-Glukosidase-Hemmer (z. B. Acarbose und Miglitol).

Medikamente, die die Glukoseausscheidung über den Urin erhöhen, sind unter anderem Hemmer der Natrium/Glukose-Cotransporter 2 (Sodium-Glucose Co-Transporter 2, SGLT2-Hemmer) (z. B. Canagliflizon, Dapagliflozin und Empagliflozin).

Dipeptidylpeptidase-4(DPP 4)-Hemmer (z. B. Sitagliptin, Saxagliptin, Linagliptin und Alogliptin) regen die Bauchspeicheldrüse zur Bildung von mehr Insulin an und hemmen gleichzeitig die Aufnahme von Glukose im Darm. Diese Medikamente wirken, indem sie das Glucagon-ähnliche Peptid 1 (Glucagon-Like Peptide, GLP-1) erhöhen.

Wenn der Blutzuckerspiegel mit Ernährungsumstellungen und körperlicher Aktivität nicht ausreichend gesenkt werden kann, werden Menschen mit Typ-2-Diabetes häufig Antidiabetika verschrieben. Je nach Glukosespiegel und Bedarf an gewichtssenkenden Medikamenten kann zum Zeitpunkt der Diagnose eines oder mehrere Medikamente verabreicht werden. Ein häufiges Medikament am Anfang der Behandlung ist Metformin. Aber es können mehr als eine Art von oralen Medikamenten, ein orales Medikament plus Insulin , ein injizierbares Glukagon-ähnliches Peptid 1 (GLP-1) oder ein Kombinationsmedikament, das GLP-1 und ein glukoseabhängiges Insulinotropes Polypeptid (GIP) enthält, verwendet werden, falls ein Medikament nicht ausreichend ist. Die Behandlung von Diabetes erfordert häufige Anpassungen der Medikamente und die Zugabe von Medikamenten im Laufe der Zeit.

Tabelle
Tabelle

Injizierbare Antidiabetika

Insulin ist das am häufigsten eingesetzte injizierbare Antidiabetikum. Seine Verwendung ist weiter oben beschrieben.

Es gibt 3 weitere Formen von injizierbaren Antidiabetika:

  • Glukagon-ähnliche Peptid 1 (GLP-1)-Medikamente

  • Kombinationsmedikamente mit GLP-1 und glukoseabhängigem insulinotropem Polypeptid (GIP)

  • Amylin-ähnliche Medikamente

Injizierbare Antidiabetika werden zusammen mit anderen Antidiabetika verabreicht.

Glukagon-ähnliche Peptidagonisten (GLP-1-Medikamente) funktionieren weitgehend durch Erhöhung der Insulin-Ausscheidung der Bauchspeicheldrüse. Diese Medikamente verlangsamen auch die Beförderung des Nahrungsbreis aus dem Magen (was zu einer Verlangsamung des Blutzuckeranstiegs führt) und zügeln somit den Appetit und fördern die Gewichtsabnahme. GLP-1-Medikamente werden gespritzt (als Injektion verabreicht). Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen sind Übelkeit und Erbrechen. Diese Medikamente könnten das Risiko für eine Pankreatitis (eine schmerzhafte Entzündung der Bauchspeicheldrüse) erhöhen. Dafür liegen bisher jedoch noch keine stichhaltigen Beweise vor. Sie sollten nicht bei Menschen angewendet werden, die selbst oder in der Familie einen Fall von medullären Schilddrüsenkrebs hatten, da Tierstudien ein erhöhtes Risiko für einige Formen von Schilddrüsentumoren nachgewiesen haben. Bisher haben Daten aus großen klinischen Studien keine Zunahme dieser Formen von Krebs beim Menschen gezeigt.

Tirzepatid ist ein Medikament, das auf den GLP-1-Rezeptor wirkt (wie die GLP-1-Medikamente) und auch auf einen anderen Rezeptor, den Rezeptor für das glukoseabhängige insulinotrope Peptid (GIP), und ebenfalls die Ausschüttung (Sekretion) von Insulin und den Gewichtsverlust beeinflusst. Dieses Medikament kann auch bei fettleibigen (adipösen) Patienten mit Typ-2-Diabetes eingesetzt werden. Es kann auch in Kombination mit Pioglitazon bei Patienten mit steatotischer Lebererkrankung und Diabetes genutzt werden.

Amylin-ähnliche Medikamente simulieren den Mechanismus von Amylin, einem Bauchspeicheldrüsenhormon, das an der Regulierung des Blutzuckerspiegels nach dem Essen beteiligt ist. Pramlintid ist das derzeit einzige verfügbare Amylin-ähnliche Medikament. Es unterbindet die Ausscheidung des Hormons Glukagon. Da Glukagon den Blutzucker erhöht, hilft Pramlintid bei der Senkung des Blutzuckers. Es verlangsamt zudem den Verdauungsprozess im Magen und sorgt damit für ein längeres Völlegefühl. Es wird als Injektion verabreicht und in Kombination mit dem Mahlzeiten-Insulin bei Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes eingesetzt.

Tabelle
Tabelle

Krankheitsmodifizierende Medikamente

Ein monoklonaler Antikörper, Teplizumab, kann bei einigen Menschen mit Typ-1-Diabetes den Ausbruch der Symptome verzögern. Die Patienten erhalten 14 Tage lang einmal täglich eine Teplizumab-Infusion, und das Medikament verzögert den Beginn der Symptome um etwa 2 Jahre.

Andere Medikamente, die Diabetiker erhalten

Da Menschen mit Diabetes mellitus ein Risiko für Komplikationen, wie Herzinfarkt und Schlaganfall tragen, ist es wichtig, dass sie Medikamente zur Vorbeugung dieser Komplikationen erhalten. Sofern nichts dagegen spricht (z. B. eine Allergie auf das Medikament), können sie folgende Medikamente erhalten:

  • ACE(Angiotensin Converting Enzyme)-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptorhemmer (ARBs): Für Menschen mit Diabetes und Bluthochdruck oder chronischer Nierenerkrankung

  • Aspirin: Für Menschen mit Diabetes und Risikofaktoren für eine Herzkreislauferkrankung

  • Statine: Bei Diabetikern im Alter zwischen 40 und 75 Jahren, um das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken

Weitere Informationen

Die folgenden Quellen in englischer Sprache können nützlich sein. Bitte beachten Sie, dass The Manual nicht für den Inhalt der Quellen verantwortlich ist.

  1. American Diabetes Association: Umfassende Informationen zu Diabetes, einschließlich Ressourcen zur Behandlung von Diabetes

  2. Breakthrough TD1 (ehemals bekannt als JDRF oder Juvenile Diabetes Research Foundation): Allgemeine Informationen über Diabetes mellitus Typ 1

  3. National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases: Allgemeine Informationen zu Diabetes, einschließlich der neuesten Forschung und des ambulanten Programms in der Gemeinde

quizzes_lightbulb_red
Test your KnowledgeTake a Quiz!