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Kammerflimmern

Von

L. Brent Mitchell

, MD, Libin Cardiovascular Institute of Alberta, University of Calgary

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Quellen zum Thema

Beim Kammerflimmern handelt es sich um eine potenziell tödliche, unkoordinierte Serie von sehr schnellen und nutzlosen Kontraktionen der Ventrikel (der unteren Kammern des Herzens); ausgelöst werden sie durch ein Chaos von elektrischen Impulsen.

  • Es führt innerhalb von Sekunden zu Bewusstlosigkeit und anschließendem Tod, wenn keine rasche Behandlung erfolgt.

  • Mithilfe einer Elektrokardiographie kann ermittelt werden, ob Kammerflimmern die Ursache des Herzstillstands ist.

  • Es muss innerhalb weniger Minuten mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung (kardiopulmonaler Reanimation, CPR) begonnen werden; kurz darauf muss eine Defibrillation (ein Elektroschock auf die Brust) folgen, um den Herzrhythmus wieder zu normalisieren.

Während des Kammerflimmerns beben die Ventrikel nur leicht und ziehen sich nicht wie normalerweise zusammen. Aus dem Herz wird kein Blut mehr herausgepumpt, sodass das Kammerflimmern eine Form von Herzstillstand ist. Ohne sofortige Behandlung kann es tödlich verlaufen.

Die häufigste Ursache für Kammerflimmern ist eine Herzkrankheit, insbesondere die unzureichende Blutversorgung des Herzmuskels als Folge einer koronaren Herzkrankheit, wie sie beispielsweise bei einem Herzinfarkt auftritt. Zu weiteren Ursachen gehören:

Symptome

Kammerflimmern führt innerhalb von Sekunden zur Bewusstlosigkeit. Ohne Behandlung erleidet der Betroffene gewöhnlich einen kurzen Krampfanfall, woraufhin er erschlafft und dann nicht mehr ansprechbar ist. Nach etwa 5 Minuten kommt es zu irreversiblen Gehirnschädigungen, weil das Gehirn keinen Sauerstoff mehr erhält. Bald darauf tritt der Tod ein.

Diagnose

  • Elektrokardiographie

Einen Herzstillstand erkennt man, wenn ein Mensch plötzlich zusammenbricht, todesbleich wird, aufhört zu atmen, und Puls, Herzschlag oder Blutdruck nicht mehr feststellbar sind. Kammerflimmern als Ursache des Herzstillstandes wird mit einer Elektrokardiographie (EKG) nachgewiesen.

EKG: Auswertung der Kurven

Mit einem Elektrokardiogramm werden die elektrischen Ströme dargestellt, die während des Herzschlags durch das Herz fließen. Sie werden in Teilbereiche aufgeteilt, von denen jeder im EKG mit einem Buchstaben benannt ist.

Jeder Herzschlag beginnt mit einem Impuls des Schrittmachers (Sinusknoten). Dieser Impuls aktiviert die oberen Herzkammern (Vorhöfe). Die P-Kurve zeigt die Tätigkeit der Vorhöfe.

Als nächstes fließt der elektrische Strom durch die unteren Herzkammern (Ventrikel). Der QRS-Komplex zeigt die Aktivität der Ventrikel.

Für den nächsten Herzschlag muss sich die elektrische Ladung in den Ventrikeln ändern. Diesen Teil nennt man Erholungsphase; sie wird von der T-Kurve dargestellt.

Auf einem EKG lassen sich viele abnormale Veränderungen erkennen. Dazu zählen frühere Herzinfarkte (Myokardinfarkte), Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie), unzureichende Blut- und Sauerstoffversorgung des Herzens (Ischämie) und eine Verdickung (Hypertrophie) der Herzmuskelwände.

Manche EKG-Auffälligkeiten können auch auf Ausbuchtungen (Aneurysmen) in schwächeren Bereichen der Herzwände hindeuten. Aneurysmen können Folge eines Herzinfarkts sein. Wenn ein auffälliger Rhythmus (zu schnell/langsam, unregelmäßig) vorliegt, kann das EKG auch Aufschluss über den Ursprungsort im Herzen geben. Solche Informationen helfen dem Arzt bei der Bestimmung der Ursache.

EKG: Auswertung der Kurven

Behandlung

  • Kardiopulmonale Reanimation (CPR)

  • Vorbeugung vor weiteren Anfällen

Kammerflimmern muss als äußerster Notfall behandelt werden. Eine Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) muss schnellstmöglich durchgeführt werden. Kurz darauf muss eine Defibrillation (ein Elektroschock auf die Brust) folgen, sobald der Defibrillator verfügbar ist. Medikamente zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (siehe Tabelle Medikamente bei Herzrhythmusstörungen (Auswahl)) können verabreicht werden, um dabei zu helfen, einen normalen Herzrhythmus beizubehalten.

Wenn das Kammerflimmern innerhalb weniger Stunden nach einem Herzinfarkt auftritt und die Betroffenen weder im Schockzustand sind noch an Herzinsuffizienz leiden, kann mittels rascher Kardioversion in 95 Prozent aller Fälle der normale Rhythmus wiederhergestellt werden, und die Prognose ist gut. Kreislaufschock und Herzinsuffizienz deuten auf schwere Schädigungen der Ventrikel hin. In solchen Fällen hat auch die rasche Kardioversion nur eine 30-prozentige Erfolgsquote und 70 Prozent der reanimierten Patienten sterben, ohne die Normalfunktion wiederzuerlangen.

Menschen, die nach einem Kammerflimmern erfolgreich reanimiert wurden, haben ein hohes Risiko, einen weiteren Anfall zu erleiden. Wenn das Kammerflimmern durch eine Krankheit verursacht wurde, wird diese therapiert. Ansonsten tragen die meisten Patienten einen operativ implantierten Kardioverter-Defibrillator (ICD), der mögliche Folgeanfälle mit elektrischen Impulsen korrigiert. Die ICD überwachen dauerhaft die Frequenz und den Rhythmus des Herzens, erkennen automatisch schnelle Herzrhythmusstörungen und geben dann einen elektrischen Impuls ab, um den Herzrhythmus wieder zu normalisieren. Solche Patienten erhalten oftmals auch Medikamente zur Vorbeugung von Rückfällen.

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