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Aortenklappenstenose

Von

Guy P. Armstrong

, MD, North Shore Hospital, Auckland

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2018| Inhalt zuletzt geändert Apr 2018
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Quellen zum Thema

Bei der Aortenklappenstenose ist die Aortenklappenöffnung verengt (Obstruktion). Dies behindert den Blutfluss von der linken Herzkammer zur Aorta.

  • Die häufigste Ursache bei Menschen unter 70 Jahren ist ein Geburtsfehler der Klappe.

  • Bei Menschen über 70 ist die häufigste Ursache eine Verkalkung der Klappensegel (Aortensklerose).

  • Betroffene können an Brustschmerzen, Kurzatmigkeit oder Ohnmacht leiden.

  • Die Diagnose basiert in der Regel auf einem typischen Herzgeräusch, das der Arzt mit dem Stethoskop hört, sowie auf den Ergebnissen einer Echokardiographie.

  • Bei regelmäßigen Arztbesuchen kann der Zustand des Patienten überwacht werden, und wenn Beschwerden auftreten, kann die erkrankte Klappe operativ ersetzt werden.

Die Aortenklappe ist die Öffnung zwischen der linken Herzkammer und der Aorta. Die Aortenklappe öffnet sich, wenn sich die linke Herzkammer zusammenzieht, um Blut in die Aorta zu pumpen. Wenn eine Krankheit dazu führt, dass die Klappensegel verkalken und steif werden, ist die Klappenöffnung verengt (Stenose). Manchmal schließt sich die versteifte Herzklappe auch nicht vollständig und es kommt zu einer Aortenklappeninsuffizienz (Blut fließt jedes Mal, wenn sich die linke Herzkammer entspannt, durch die undichte Aortenklappe zurück).

Bei der Aortenklappenstenose verdicken sich gewöhnlich die Wände der linken Herzkammer, weil die Kammer nun mehr arbeiten muss, um das Blut durch die verengte Öffnung in die Aorta zu pumpen. Der verdickte Herzmuskel benötigt nun mehr Blut aus den Koronararterien. Aber dieser zusätzliche Bedarf an Blut des Herzmuskels kann, besonders bei körperlicher Anstrengung, oft nicht mehr gedeckt werden. Diese unzureichende Blutversorgung kann zu Brustschmerzen, Ohnmacht und in manchen Fällen zu plötzlichem Tod kommen. Auch kann die Pumpleistung des Herzmuskels nachlassen, und es kommt zur Herzinsuffizienz. Die erkrankte Aortenklappe kann in seltenen Fällen von Infektionen (einer infektiösen Endokarditis) betroffen sein.

Ursachen

In Nordamerika und Westeuropa trifft die Aortenklappenstenose meist ältere Menschen und ist die Folge von Vernarbungen und Kalziumablagerungen (Verkalkungen) in den Klappensegeln. In solchen Fällen beginnt die Aortenklappenstenose nach dem 60. Lebensjahr, zeigt aber gewöhnlich erst mit 70 oder 80 Jahren Symptome.

Die Krankheit kann auch durch rheumatisches Fieber in der Kindheit verursacht werden. Rheumatisches Fieber ist die häufigste Ursache in Entwicklungsländern.

Bei Menschen unter 70 Jahren sind Geburtsfehler die häufigste Ursache; zu diesen gehören eine Klappe mit nur zwei anstatt der normalen drei Segeln oder eine Klappe mit einer abnormen Trichterform. Die verengte Aortenklappe muss in der Kindheit kein Problem darstellen. Ein Problem tritt erst auf, wenn der Betreffende heranwächst. Die Klappenöffnung behält dabei ihre Größe, aber das Herz wächst und vergrößert sich immer mehr, wenn es versucht, die zunehmende Menge Blut durch die kleine Öffnung zu pumpen. Nach Jahren wird die Öffnung einer defekten Klappe durch Kalziumeinlagerungen oft steif und noch enger.

Der Alterungsprozess im Visier: Aortensklerose

Manchmal lagert sich Kalzium auf der Aortenklappe ab, wodurch sich diese verdickt. Die Verdickung behindert jedoch nicht den Blutfluss durch die Klappe. Diese Erkrankung nennt sich Aortensklerose. Es ist etwa 1 von 4 Menschen über 65 davon betroffen.

Eine Aortensklerose verursacht keine Beschwerden. Sie kann ein leises Herzgeräusch erzeugen, das der Arzt mit dem Stethoskop hört. Eine Aortensklerose wird von den Betroffenen nicht unbedingt wahrgenommen, erhöht jedoch das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod. Daher ist es bei Menschen mit Aortensklerose wichtig, dass die Risikofaktoren für eine Atherosklerose ermittelt und beseitigt bzw. kontrolliert werden. Zu den Risikofaktoren gehören Rauchen, Bluthochdruck, abnorme Cholesterin- und Triglyzeridwerte und Diabetes.

Symptome

Wenn die Aortenklappenstenose auf einem Geburtsfehler beruht, können sich die Symptome erst im Erwachsenenalter zeigen.

Bei körperlicher Anstrengung kann es zu Brustschmerzen (Angina pectoris) kommen. Die Symptome verschwinden nach einigen Minuten Rast wieder. Bei Menschen mit Herzinsuffizienz kommt es bei körperlicher Aktivität zu Müdigkeit und Kurzatmigkeit.

Menschen mit schwerer Aortenklappenstenose können ohnmächtig werden, wenn sie sich bewegen, da dabei der Blutdruck plötzlich fallen kann. Die Ohnmacht tritt gewöhnlich ohne jegliche Warnzeichen (wie Schwindel oder Benommenheit) ein.

Diagnose

  • Körperliche Untersuchung

  • Echokardiographie

Die Diagnose basiert in der Regel auf einem typischen Herzgeräusch, das der Arzt mit dem Stethoskop hört, sowie auf den Ergebnissen einer Echokardiographie. Die Echokardiographie ist das beste Verfahren zur Beurteilung des Schweregrads einer Aortenklappenstenose (indem gemessen wird, wie klein die Klappenöffnung ist) und der Funktion des linken Ventrikels.

Bei Menschen mit Aortenklappenstenose, die keine Symptome haben, führt der Arzt oft einen Belastungstest durch. Wenn bei dem Belastungstest Angina pectoris, Kurzatmigkeit oder Schwäche auftreten, besteht ein Risiko für Komplikationen, und der Patient muss unter Umständen behandelt werden.

Wenn der Belastungstest Auffälligkeiten zeigt oder der Betroffene Symptome hat, ist eine Herzkatheterisierung erforderlich, um festzustellen, ob zudem eine koronare Herzkrankheit vorliegt. Bei einer geplanten Operation zum Ersatz einer Aortenklappe wird oftmals eine Herzkatheterisierung durchgeführt, damit der Arzt feststellen kann, ob eine koronare Herzkrankheit vorliegt, die im Rahmen der Herzoperation mitbehandelt werden könnte.

Behandlung

  • Klappenersatz

Erwachsene mit einer Aortenklappenstenose, die keine Symptome aufweisen, sollten regelmäßig den Arzt aufsuchen und übermäßige körperliche Aktivität vermeiden. Zur Überwachung der Herz- und Klappenfunktion wird in regelmäßigen Abständen eine Echokardiographie durchgeführt, wobei die zeitlichen Abstände von der Schwere der Stenose abhängen.

In der Zeit vor der Operation wird die Herzinsuffizienz mit Diuretika (siehe Tabelle: Einige Medikamente zur Behandlung von Herzinsuffizienz) behandelt. Die Behandlung einer Angina pectoris ist bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit oftmals schwierig, da das hierzu verwendete Nitroglyzerin in seltenen Fällen zu gefährlich niedrigem Blutdruck führen und die Angina pectoris bei Aortenklappenstenose-Patienten verschlimmern kann.

Bei Menschen mit einer Aortenklappenstenose, die Symptome hervorruft (insbesondere, Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung, Angina pectoris oder Ohnmacht), oder bei denen die linke Herzkammer auszufallen beginnt, wird die Aortenklappe ersetzt. Eine Ersatzklappe ist die beste Behandlungsmöglichkeit bei Erwachsenen jeden Alters, und die Prognosen nach einem Ersatz mit einer künstlichen Klappe sind ausgezeichnet.

Bei Kindern und jungen Erwachsenen, die mit einer defekten Klappe geboren wurden, kann manchmal die Klappe mithilfe einer sogenannten Ballonvalvuloplastie geweitet werden. Bei diesem Verfahren wird ein Katheter mit einem Ballon an der Spitze durch eine Vene oder eine Arterie eingeführt und bis ins Herz geschoben ( Herzkatheterisierung). Sobald sich der Ballon bei der Klappe befindet, wird er aufgeblasen und trennt so die Klappensegel voneinander.

Immer öfter wird bei gebrechlichen, älteren Menschen, die ein mittleres bis hohes Risiko für Komplikationen während der Operation tragen, die Klappe mithilfe eines durch die Oberschenkelarterie geschobenen Katheters ersetzt. Das Verfahren nennt sich „kathetergeführter Aortenklappenersatz“ (Transcatheter Aortic Valve Replacement, kurz TAVR). In einigen Fällen mit einer peripheren Gefäßerkrankung in den Beinen wird diese, auf einen Katheter aufgesetzte Klappe durch einen kleinen Einschnitt an der linken Seite der Brust (Transapikaler Klappenersatz) oder sogar unter der Schulter (axillärer/subklavikulärer Klappenersatz) eingesetzt. Ein TAVR ist für diese Patienten generell besser als eine medikamentöse Behandlung und ähnelt einem operativen Klappenersatz.

Patienten mit einer künstlichen Herzklappe sollten vor operativen, zahnärztlichen und anderen medizinischen Eingriffen (siehe Tabelle: Beispiele aus den USA von Verfahren, bei denen vorbeugende Antibiotika notwendig sind*) Antibiotika nehmen, um dem Risiko einer Infektion der Klappe (einer infektiösen Endokarditis) vorzubeugen.

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