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Skabies-Befall

Von

James G. H. Dinulos

, MD, Geisel School of Medicine at Dartmouth

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2020| Inhalt zuletzt geändert Jun 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Skabies (Krätze) ist ein Parasitenbefall der Haut, der durch Milben verursacht wird.

  • Milben verbreiten sich für gewöhnlich von Person zu Person durch Körperkontakt.

  • Menschen mit Krätze leiden an starkem Juckreiz, sogar, wenn nur wenige Milben auf dem Körper nisten.

  • Die Diagnose von Krätze erfolgt durch Untersuchung der juckenden Bereiche und manchmal durch Betrachten von Hautabschabungsproben unter dem Mikroskop.

  • Zur Behandlung werden Permethrin oder Lindan zum Auftragen auf die Haut oder Ivermectin zum Einnehmen angewendet.

Parasiten sind Organismen, die auf oder in einem anderen Organismus (dem Wirt) leben und diesen brauchen, um sich zu ernähren und zu überleben. Die Milben, die Krätze verursachen, sind Parasiten, da sie das Blut von Menschen saugen.

Krätze wird durch die Krätzmilbe Sarcoptes scabiei verursacht. Sie kommt weltweit vor. Die weibliche Milbe beißt in die oberste Hautschicht, bohrt in dieser Schicht Tunnel und legt ihre Eier in den Gängen ab. Die jungen Milben (Larven) schlüpfen innerhalb weniger Tage. Die Infektion verursacht intensiven, wahrscheinlich durch eine allergische Reaktion auf die Milben hervorgerufenen Juckreiz. (Siehe auch Milbenbisse.)

Die Parasiten werden durch körperlichen Kontakt schnell von Mensch zu Mensch übertragen, sodass oft die gesamte Familie betroffen ist. Auf Menschen nistende Milben können auf Infektionsträgern wie Handtüchern, Bettbezügen und Kleidung leben, von wo aus sie andere Menschen infizieren können. Allerdings können Milben fern vom menschlichen Körper nicht sehr lange überleben. Auf Tieren nistende Milben können sich auf Menschen ausbreiten und Juckreiz verursachen, leben aber nicht sehr lange und brauchen nicht behandelt zu werden. Krätze verursachende Milben werden für gewöhnlich durch normale Reinigung und Pflege von Kleidung (Waschen in der Waschmaschine in heißem Wasser, gefolgt durch Trocknen in einem Heißtrockner oder Bügeln) abgetötet. Den Hauptrisikofaktor stellen Menschenansammlungen dar (wie in Schulen, Unterkünften, Wohnheimen und einigen Haushalten). Krätze ist nicht auf mangelnde Hygiene zurückzuführen.

Symptome

Das deutlichste Zeichen für Milbenbefall ist intensiver Juckreiz, der nachts im Allgemeinen schlimmer wird. Die Milbengänge sind als bis zu einen Zentimeter lange dünne Linien, oft mit einem winzigen Knötchen – der Milbe - an einem Ende, auf der Haut zu erkennen. Häufig führt das Kratzen der juckenden Milbengänge zu einer bakteriellen Infektion der Haut (einer so genannten sekundären Infektion). Manchmal sind nur die winzigen Knötchen zu sehen, von denen viele wegen des Juckreizes aufgekratzt werden.

Die Knötchen können überall am Körper auftreten, auch die Brüste und der Penis sind hier keine Ausnahme. Die Knötchen treten bei Erwachsenen nicht im Gesicht auf. Die Knötchen treten zuerst zwischen den Fingern, an den Handgelenken, den Innenseiten der Ellenbogen, an den Unterarmen, entlang der Taille oder an den Gesäßhälften auf. Im Laufe der Zeit sind die Gänge immer schwerer zu erkennen, da sie schnell von Entzündungen verdeckt werden, die durch das Kratzen entstehen. Menschen in warmen Klimazonen entwickeln kleine rote Knötchen mit wenigen Gängen.

Bei Menschen mit schwarzer und dunkler Hautfarbe kann Krätze feste, erhabene Stellen hervorrufen. Bei Kleinkindern können die Handflächen, die Fußsohlen und die Kopfhaut betroffen sein, insbesondere hinter den Ohren. Bei älteren Menschen kann Krätze starkes Jucken, aber nur leichte Hautsymptome verursachen, wodurch die Diagnose für Ärzte erschwert wird.

Bilder von Krätze

Zu den Menschen, bei denen es zu einem schweren Befall kommen kann (bezeichnet als verkrustete Skabies oder norwegische Skabies), gehören:

  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem (hervorgerufen durch das humane Immunschwächevirus [HIV], Blutkrebs oder die chronische Anwendung von Kortikosteroiden oder anderen Arzneimitteln, die das Immunsystem unterdrücken)

  • Menschen mit starken körperlichen Einschränkungen oder einer geistigen Behinderung

  • Ureinwohner Australiens (Aborigines)

Bei einem schweren Befall entstehen große Bereiche verdickter und verkrusteter Haut (insbesondere an den Handflächen und den Fußsohlen bei Erwachsenen und an der Kopfhaut bei Kindern), die nicht jucken.

Gepflegte Krätze ist eine andere Form von Skabies, die bei Menschen auftritt, die über längere Zeit topische Kortikosteroide anwenden. Diese ist manchmal schwer zu erkennen, weil sie anders als die üblichen Formen von Skabies aussieht, und die Milben ggf. schwer zu finden sind.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Abschabung einer Hautprobe von den Milbengängen

Normalerweise sind der Juckreiz und die sichtbaren Gänge und Knötchen für die Diagnose von Krätze ausreichend. Manchmal verwendet man eine Lupe, um die betroffenen Hautpartien zu vergrößern und die Gänge sichtbar zu machen. Zum Nachweis der Milben, der Eier oder des Milbenkots kann oftmals eine Hautprobe von den Gängen oder Knötchen abgeschabt und mikroskopisch untersucht werden.

Behandlung

  • Permethrincreme oder Lindan-Lotion

  • Mitunter Ivermectin

Bei älteren Kindern und Erwachsenen kann Krätze durch Anwendung einer Creme mit Permethrin oder einer Lotion mit Lindan am gesamten Körper vom Hals abwärts behandelt werden, die nach 8 bis 14 Stunden abgewaschen wird. Diese Behandlung wird nach einer Woche wiederholt.

Bei Säuglingen und kleinen Kindern wird Permethrin auf den Kopf und den Hals (die Haut rund um die Augen und den Mund wird ausgespart) sowie auf den gesamten Körper aufgetragen. Hautfalten, die Fingernägel, Zehennägel und der Bauchnabel sollten sorgfältig behandelt werden. Säuglingen sollten Fäustlinge angezogen werden, damit sie kein Permethrin in den Mund befördern. Zusätzlich kann bei Säuglingen nachts eine Salbenrezeptur mit Schwefel in Vaseline aufgetragen und am Morgen wieder abgewaschen werden.

Lindan wird bei Kindern unter 2 Jahren, schwangeren oder stillenden Frauen und Epilepsiekranken aufgrund möglicher toxischer Nebenwirkungen nicht empfohlen.

Oral eingenommenes Ivermectin, in zwei Dosen in einem zeitlichen Abstand von einer Woche, ist auch bei Menschen wirksam, denen mit direkt auf die Haut aufgetragenen Präparaten nicht geholfen werden konnte oder bei denen das direkte Auftragen von Arzneimitteln auf die Haut nicht möglich ist. Es hilft insbesondere bei schwerem Befall bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Selbst nach einer erfolgreichen Behandlung, bei der die Milben abgetötet wurden, können der Juckreiz und die Knötchen noch bis zu drei Wochen weiter bestehen, denn der Körper reagiert weiterhin allergisch auf die abgestorbenen Milben, die noch eine Weile in der Haut überdauern. Der Juckreiz kann mit einer milden Kortikosteroid-Creme, mit oralen Antihistaminika oder beidem behandelt werden. Gelegentlich führen Hautreizung und tiefe Kratzer zu einer bakteriellen Infektion, die mit oralen Antibiotika behandelt werden muss.

Familienmitglieder und Personen mit direktem Hautkontakt mit einer an Krätze erkrankten Person, wie deren Sexualpartner, sollten mitbehandelt werden. Kleidung, Handtücher und Bettwäsche, die in den folgenden paar Tagen verwendet werden, sollten in heißem Wasser gewaschen und heiß getrocknet oder mindestens 3 Tage lang in einem verschlossenen Plastikbeutel aufbewahrt werden.

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