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Kaposi-Sarkom

(Kaposi-Sarkom; multiples idiopathisches hämorrhagisches Sarkom)

Von

Gregory L. Wells

, MD, Ada West Dermatology, St. Luke’s Boise Medical Center, and St. Alphonsus Regional Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2019| Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Quellen zum Thema

Ein Kaposi-Sarkom ist ein Hautkrebs, bei dem zahlreiche flache, rosafarbene, rote oder purpurne Flecken oder Knoten auf der Haut auftreten. Dieses wird durch eine Infektion mit dem humanen Herpesvirus Typ 8 hervorgerufen.

  • Ein oder einige wenige Punkte können dabei auf den Zehen oder am Bein auftreten oder irgendwo anders am Körper, im Mund oder im Genitalbereich und sich dann auf andere Bereiche ausbreiten, einschließlich der inneren Organe.

  • Obwohl diese Art von Krebs häufig mit bloßem Auge identifiziert werden kann, führt man für gewöhnlich zusätzlich eine Biopsie durch.

  • Die Punkte können entfernt oder mittels Strahlentherapie behandelt werden. Wenn es sich aber um einen aggressiven Tumor handelt, werden auch Chemotherapeutika oder Interferon alpha angewandt.

Es gibt viele Arten des humanen Herpesvirus. Eine davon, Typ 8, kann das Kaposi-Sarkom verursachen, insbesondere bei Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Es gibt vier Arten des Kaposi-Sarkoms. Diese treten bei einigen unterschiedlichen Gruppen von Menschen auf und verhalten sich in jeder Gruppe unterschiedlich. Es tritt nach folgenden Mustern auf:

  • Klassisches Kaposi-Sarkom: Dieser Typ betrifft ältere Männer, für gewöhnlich italienischer, osteuropäischer oder jüdischer Abstammung.

  • Endemisches Kaposi-Sarkom: Endemisch bedeutet, dass diese Krebserkrankung regelmäßig an einem bestimmten Ort auftritt. Sie betrifft Kinder und junge Erwachsene aus bestimmten Teilen Afrikas.

  • Immunsuppressiv bedingtes Kaposi-Sarkom: Dieser Typ betrifft Personen, deren Immunsystem durch Einnahme von Immunsuppressiva nach einer Organtransplantation geschwächt ist.

  • Kaposi-Sarkom bei AIDS (epidemisches Kaposi-Sarkom): Dieser Typ betrifft Personen mit AIDS (trifft auf die meisten Fälle in den USA zu).

Symptome

Das Kaposi-Sarkom tritt meist als einzelner purpurner, rosafarbener oder roter Knoten auf der Haut auf. Der Tumor kann mehrere Zentimeter groß werden und sich als ein blau-violetter bis schwarzer, flacher oder leicht erhabener Bereich zeigen. Es kann auch zu einer Schwellung kommen. Manchmal dehnt sich der Tumor tiefer in die Weichgewebe aus und dringt in die Knochen ein. Tumoren auf der Schleimhaut, wie z. B. im Mund, sind blau bis violett. Im Verdauungstrakt kann diese Art von Tumoren starke Blutungen verursachen, führt jedoch normalerweise zu keinen Symptomen.

Klassisches Kaposi-Sarkom

Bei älteren Männern (über 60 Jahre) mit dem klassischen Typ können mehrere zusätzliche Flecken auf dem Bein auftreten, doch greift der Tumor nur selten auf andere Körperbereiche über, und die Krebserkrankung verläuft fast nie tödlich.

Bei den anderen Gruppen ist das Kaposi-Sarkom aggressiver. Es entwickeln sich gewöhnlich zunächst ähnlich aussehende Hauterscheinungen, die aber oftmals multipler Natur sind und überall am Körper auftreten können.

Kaposi-Sarkom bei AIDS

Innerhalb weniger Monate kommt es bei Menschen mit der AIDS-assoziierten Form zu Flecken, die sich über den ganzen Körper, wie etwa über das Gesicht und den Rumpf, ausbreiten. Sie können im Mund auftreten, wo sie zu Schmerzen beim Essen führen. Die Flecken können sich auch in Lymphknoten und inneren Organen, insbesondere im Verdauungstrakt, bilden, wo sie zu inneren Blutungen und dadurch zu Blut im Stuhl führen. In manchen Fällen ist das Kaposi-Sarkom das erste Symptom von AIDS.

Wussten Sie ...

  • In den Vereinigten Staaten kommen die meisten Kaposi-Sarkome bei AIDS-kranken Menschen vor.

Immunsuppressiv bedingtes Kaposi-Sarkom

Die immunsuppressive Form entsteht für gewöhnlich mehrere Jahre nach einer Organtransplantation und verläuft in der Regel schwer.

Endemisches Kaposi-Sarkom

Bei Kindern sind beim endemischen Typ in der Regel die Lymphknoten beteiligt. Dabei müssen sich nicht zwangsläufig Punkte auf der Haut der Kinder zeigen. Die Erkrankung tritt meistens plötzlich auf, ist schwerwiegend und verläuft tödlich.

Bei Erwachsenen führt der endemische Typ meistens zu langsam wachsenden Punkten und Flecken auf der Haut, die denen des klassischen Typs ähneln. Der Krebs streut selten auf andere Körperteile und ist in der Regel nicht tödlich.

Diagnose

  • Stanzbiopsie

Das Kaposi-Sarkom wird gewöhnlich durch sein Aussehen diagnostiziert. Zur Bestätigung der Diagnose des Kaposi-Sarkoms wird in der Regel eine Stanzbiopsie durchgeführt, bei der ein kleines Stück Haut entfernt und unter dem Mikroskop untersucht wird.

Bei Personen mit AIDS oder Personen, die Immunsuppressiva erhalten, werden andere Untersuchungen durchgeführt, um zu prüfen, ob der Krebs gestreut hat. In der Regel werden eine Computertomographie (ein CT-Scan) des Brustkorbs und Bauchraums und je nach Symptomen des Betroffenen weitere Tests durchgeführt.

Behandlung

  • Bei Personen mit einer oder zwei Stellen: Entfernung

  • Bei Personen mit mehreren Stellen, vielen betroffenen Bereichen oder befallenen Lymphknoten: Strahlentherapie und Chemotherapie

  • Beim AIDS-assoziierten Typ: antiretrovirale Medikamente, Interferon alpha oder Chemotherapeutika

Bei älteren Männern mit langsam wachsenden Kaposi-Sarkomen an ein oder zwei Stellen können die Tumore möglicherweise operativ, durch Vereisung (Kryochirurgie) oder durch elektrischen Strom (Elektrokoagulation) entfernt werden. Imiquimod-Creme, Vinblastin-Injektion oder Interferon-alpha-Injektion können ebenfalls zur Entfernung der Stellen eingesetzt werden. Manche Menschen mit einigen Stellen und sonst keinen anderen Symptomen entscheiden sich, sich nicht behandeln zu lassen, solange die Krankheit sich nicht ausbreitet.

Personen mit mehreren Stellen, vielen betroffenen Bereichen oder befallenen Lymphknoten erhalten eine Strahlentherapie und eine Chemotherapie. Das Kaposi-Sarkom kehrt häufig zurück und es ist schwer, diese Krebserkrankung vollständig zu heilen.

Diejenigen, die unter der aggressiveren Form des Kaposi-Sarkoms leiden, deren Immunsystem aber intakt ist, sprechen oft auf eine Therapie mit Interferon alpha oder Chemotherapeutika an.

Immunsuppressiv bedingtes Kaposi-Sarkom

Bei Patienten, die Immunsuppressiva nehmen, verschwinden die Tumoren manchmal, wenn diese Medikamente abgesetzt werden. Falls diese Medikamente jedoch wegen der Grunderkrankung des Betroffenen weiter angewendet werden müssen, werden die Immunsuppressiva reduziert. Falls die Immunsuppressiva nicht reduziert werden können, erfolgt eine Behandlung mittels chirurgischem Eingriff, Chemo- und Strahlentherapie. Den Patienten muss zudem Sirolimus gegeben werden. Diese Behandlungsmethoden haben weniger Erfolg als bei Menschen mit einem gesunden Immunsystem.

Kaposi-Sarkom bei AIDS

Bei an AIDS erkrankten Personen hat sich die Behandlung mit Chemotherapie und Strahlentherapie als nicht sehr erfolgreich erwiesen. Allerdings hilft eine intensive Behandlung mit antiretroviraler Therapie (ART), vorausgesetzt, das Immunsystem der betroffenen Person bessert sich durch diese Behandlung. Personen mit der AIDS-assoziierten Form können auch intravenös Interferon alpha oder Chemotherapeutika (wie z. B. Doxorubicin oder Paclitaxel) verabreicht werden. Im Allgemeinen trägt die Behandlung des Kaposi-Sarkoms bei den meisten AIDS-Kranken nicht zu einer Verlängerung der Lebensdauer bei.

Endemisches Kaposi-Sarkom

Die endemische Form ist schwierig zu behandeln. Ärzte konzentrieren sich für gewöhnlich darauf, dass sich die Patienten wohl und schmerzfrei fühlen und dass ihre Symptome behandelt werden.

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