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Kehldeckelentzündung

(Supraglottitis)

Von

Clarence T. Sasaki

, MD, Yale University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2020| Inhalt zuletzt geändert Jan 2020
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Kurzinformationen
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Quellen zum Thema

Die Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) ist eine bakterielle Infektion des Kehldeckels und des umgebenden Gewebes.

  • Dabei kann die Luftröhre (Trachea) blockiert werden, was bis zum Ersticken führen kann.

  • Die wichtigsten Symptome sind starke Halsschmerzen und lautes, schweres Atmen.

  • Zur Diagnosestellung sieht sich der Arzt den Kehldeckel im OP mithilfe einer flexiblen Lampe an.

  • Der Impfstoff Haemophilus influenzae Typ B (Hib) kann eine bakteriell verursachte Kehldeckelentzündung verhindern.

  • Die Infektion wird mit Antibiotika beseitigt. Ein eingeführter Atemschlauch verhindert, dass die Luftröhre zuschwillt.

Der Kehldeckel ist eine kleine Klappe aus hartem Gewebe, die beim Schlucken den Zugang zu Kehlkopf (Larynx) und Luftröhre (Trachea) verschließt.

Ohren, Nase und Rachen

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Ursachen

Gelegentlich kann es zu einer bakteriellen Entzündung des Kehldeckels kommen, die meistens durch Haemophilus influenzae Typ B hervorgerufen wird.

Eine durch Haemophilus influenzae bedingte Kehldeckelentzündung trat am häufigsten bei Kindern auf. Durch Routineimpfungen gegen Haemophilus wurde diese Infektion bei Kindern jedoch fast ausgerottet. Heute treten mehr Fälle von Kehldeckelentzündung bei Erwachsenen auf. Allerdings können Kinder über andere Bakterien eine Kehldeckelentzündung bekommen. Nicht geimpfte Kinder und Erwachsene können immer noch mit Haemophilus influenzae Typ B infiziert werden.

Der geschwollene Kehldeckel kann die Luftzufuhr behindern und zu Atmungsproblemen bis hin zum Ersticken führen. Weil Kinder eine engere Luftröhre haben als Erwachsene, ist eine Kehldeckelentzündung für sie gefährlicher, sie kann aber auch bei Erwachsenen tödlich sein.

Oft geht die Kehldeckelentzündung mit einer Bakteriämie einher, bei der Bakterien im Blut zirkulieren. Die Infektion kann sich dadurch auf die Lungen, Gelenke, Hirnhäute, den Herzbeutel und das Unterhautgewebe ausbreiten.

Symptome

Bei Kindern treten die Symptome einer Kehldeckelentzündung plötzlich auf. Die lebensgefährliche Verengung des Kehlkopfs kann innerhalb von wenigen Stunden nach Einsetzen der Symptome auftreten. Hierzu zählen folgende Symptome:

  • Starke Halsschmerzen

  • Schluckschwierigkeiten

  • Schmerzen beim Schlucken

  • Fieber

  • Sabbern

  • Gedämpfte Stimme

Da die Infektion innerhalb des Kehldeckels sitzt, erscheint die hintere Rachenwand oft nicht infiziert. Wenn die Schwellung des Kehldeckels die Luftröhre verengt, macht das Kind zuerst ein quietschendes Geräusch beim Einatmen (Stridor) und bekommt zunehmende Atmungsprobleme. Dieser Zustand schreitet rasch weiter fort.

Die Symptome einer Kehldeckelentzündung bei Erwachsenen entsprechen weitgehend denen von Kindern: Halsschmerzen, Fieber, Schluckbeschwerden, starker Speichelfluss, wobei sich die Symptome meist über mehr als 24 Stunden entwickeln. Da die Luftröhre von Erwachsenen größer ist, ist eine Blockierung der Luftröhre seltener und tritt weniger plötzlich auf. Es kann trotzdem zu einer Blockierung der Luftröhre kommen. Bei verzögerter Diagnose und Behandlung kann der Betroffene versterben. Oft ist keine sichtbare Entzündung im Rachen zu sehen. Deshalb vermutet der Arzt eine Kehldeckelentzündung immer dann, wenn schwere Halsschmerzen vorliegen, während der Rachen normal aussieht.

Vorbeugung und Behandlung

  • Beatmungsschlauch

  • Antibiotika

Eine Kehldeckelentzündung, die von Haemophilus influenzae Typ B verursacht wurde, kann mit dem Impfstoff Haemophilus influenzae Typ B (Hib) wirksam verhindert werden.

Die Luftröhre des Patienten offen zu halten, ist das Wichtigste, was der Arzt in dieser Situation tun muss. Kinder werden in den Operationssaal gebracht. Dort wird ein Atemschlauch aus Kunststoff durch den Mund in die Luftröhre eingeführt (orotracheale Intubation). Der Schlauch verhindert, dass die Luftröhre zuschwillt. Bei Erwachsenen, die Atembeschwerden haben, wird ebenfalls ein solcher Schlauch gelegt, besonders wenn die Atemwege stark blockiert sind. Allerdings brauchen Erwachsene, die keine Schwierigkeiten beim Atmen haben, keinen Atemschlauch und werden dafür auf einer Intensivstation sorgfältig überwacht. Falls kein Atemschlauch eingeführt werden kann, kann ein temporärer Luftröhrenschnitt durchgeführt werden, durch den der Betroffene durch ein Loch in der Luftröhre atmen kann.

Alle Erwachsenen und Kinder mit Kehldeckelentzündung erhalten Antibiotika (z. B. Ceftriaxon).

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