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Durch Arzneimittel verursachte Erkrankungen des Ohrs

(Ototoxizität)

Von

Lawrence R. Lustig

, MD, Columbia University Medical Center and New York Presbyterian Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2019| Inhalt zuletzt geändert Feb 2019
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Viele Arzneimittel können die Ohren schädigen (ototoxische Arzneimittel). Zu solchen ototoxischen Arzneimitteln gehören die Antibiotika Streptomycin, Tobramycin, Gentamycin, Neomycin, Vancomycin, bestimmte Chemotherapeutika (z. B. Cisplatin), Furosemid und Aspirin.

Ob ein Mensch Ototoxizität gegenüber Arzneimitteln entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab, darunter:

  • Eingenommene Menge des Arzneimittels (Dosis)

  • Dauer der Arzneimitteleinnahme

  • Vorliegen einer verminderten Nierenfunktion, was die Ausscheidung von Medikamenten aus dem Körper erschwert

  • Durch Arzneimittel verursachte Ohrenerkrankungen in der Familie

  • Genetisch bedingt erhöhte Anfälligkeit für die Wirkungen von ototoxischen Arzneimitteln

  • Gleichzeitige Einnahme von mehreren ototoxischen Medikamenten

Das Innenohr ist nicht nur für das Gehör, sondern auch für das Gleichgewicht verantwortlich (siehe auch Das Innenohr im Überblick).

Symptome

Ohrenerkrankungen, die von Arzneimitteln verursacht wurden, sind durch eines oder mehrere der folgenden Symptome gekennzeichnet:

Schwindel (das irrtümliche Gefühl, sich zu bewegen oder zu drehen) kann zeitweise auftreten. Auch weitere Symptome können vorübergehend auftreten, sie können jedoch auch dauerhaft sein.

Vorbeugung

Grundsätzlich sollte die niedrigste wirksame Dosis von ototoxischen Arzneimitteln genommen werden. Ergänzend muss die Dosierung sorgfältig überwacht werden (z. B. durch Messung der Wirkstoffkonzentration im Blut, falls möglich). Wenn möglich, sollte vor Beginn der Behandlung mit einem ototoxischen Arzneimittel das Hörvermögen getestet und dann während der Behandlung überwacht werden, weil Symptome späte Warnzeichen dafür sind, dass das Arzneimittel einen Schaden verursacht hat.

Schwangere Frauen sollten ototoxische Antibiotika zum Schutz des Fötus vermeiden.

Ältere Patienten und Patienten mit bereits bestehender Schwerhörigkeit sollten nicht mit ototoxischen Arzneimitteln behandelt werden, wenn andere wirksame Arzneimittel zur Verfügung stehen.

Behandlung

Wenn der Arzt Ototoxizität feststellt, wird das Arzneimittel abgesetzt (es sei denn, die behandelte Krankheit ist lebensbedrohlich und es gibt keine Alternativen). Es gibt keine Behandlung, mit der Ototoxizität rückgängig gemacht werden kann, aber das Hörvermögen oder der Gleichgewichtssinn erholt sich manchmal teilweise wieder.

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