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Wann ein Arzt aufzusuchen ist

Von

Michael R. Wasserman

, MD, Los Angeles Jewish Home

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Die Entscheidung im Hinblick darauf, wann ein Arzt aufgesucht wird, kann abhängig davon variieren, ob der Besuch für Früherkennungsmaßnahmen (Routinebesuche), für medizinische Probleme oder für einen Notfall vorgenommen wird. (Siehe auch Einführung in die optimale medizinische Versorgung.)

Routinebesuche

Generell sollte jeder regelmäßig seinen Hausarzt, Zahnarzt und Augenarzt im Rahmen der Gesundheitsvorsorge aufsuchen. Frauen sollten zudem ihren Frauenarzt für gynäkologische Untersuchungen aufsuchen. Der Patient kann von seinem Hausarzt einen Plan bekommen, in dem die Art und die Häufigkeit der erforderlichen Besuche angegeben sind. Kinder und ältere Patienten müssen in der Regel häufiger zu Vorsorgeuntersuchungen, die Häufigkeit hängt jedoch auch vom Gesundheitszustand der jeweiligen Person ab. Ein Patient mit Diabetes oder einer Herzerkrankung (oder mit Risikofaktoren dafür) muss ggf. relativ häufig zu Vorsorgeuntersuchungen.

Arztbesuche aufgrund eines Problems

Wenn zwischen den Vorsorgeuntersuchungen Symptome oder andere medizinische Probleme auftreten, ist der Patient häufig unsicher, ob er einen Arzt aufsuchen muss. Viele Symptome und Probleme können zu Hause behandelt werden. Für eine übliche Erkältung muss man in der Regel keinen Arzt aufsuchen. Kleine Schnittwunden und Abschürfungen können zumeist mit milder Seife und Wasser gereinigt, dann mit antibiotischer Salbe behandelt und mit einem Schutzverband verbunden werden ( Wunden: Erste-Hilfe-Maßnahmen).

Personen mit bestimmten Störungen sollten einen Arzt eher zu früh als zu spät aufsuchen, wenn neue Symptome auftreten. Falls z. B. ein Patient mit einer chronischen Lungenkrankheit (Asthma oder chronisch obstruktive Lungenerkrankung) Atembeschwerden hat oder falls ein Patient mit geschwächtem Immunsystem Fieber bekommt, sollte er unverzüglich den Arzt aufsuchen. Das Immunsystem kann durch Diabetes, eine HIV-Infektion (humanes Immundefizienzvirus), die Anwendung von Chemotherapeutika oder durch andere Erkrankungen geschwächt werden.

Falls sich der Patient nicht sicher ist, ob er einen Arzt oder eine andere Fachkraft aufsuchen soll, kann er eventuell seinen Hausarzt telefonisch dazu befragen. Einige Ärzte können für nicht akute Fragen über ein Onlineportal oder per E-Mail kontaktiert werden. Andere ziehen die telefonische Kontaktaufnahme vor. Ärzte können keine Vorgaben darüber machen, wann ein Arzt aufzusuchen ist und wann nicht, weil Symptome mit derselben Ursache zu sehr variieren und Symptome mit unterschiedlichen Ursachen sich zu sehr ähneln. Bei einigen Problemen sollte jedoch unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Tabelle
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Einige Gründe, sich an einen Arzt zu wenden*

Problem

Gründe, sich an einen Arzt zu wenden

Erbrechen oder Unfähigkeit, Flüssigkeit bei sich zu behalten

Schmerzhaftes Schlucken

Husten, der länger als 2 oder 3 Wochen anhält

Ohrenschmerzen

Symptome, die länger als 7 Tage anhalten

Schwarzer oder blutiger Stuhl

Länger als 6 bis 8 Tage wässriger Stuhl bei Kindern

Symptome einer Dehydratation (etwa trockener Mund und Achselhöhlen, Verwirrung, verringertes Wasserlassen), vor allem bei Kindern und älteren Personen

Das Gefühl, das Essen bleibt im Hals stecken

Entwicklung oder Veränderung von Sodbrennen, insbesondere während körperlicher Betätigung

Häufiges Sodbrennen, Aufstoßen oder Hochwürgen

Anhaltende oder starke Bauchschmerzen

Anhaltende Übelkeit

Allgemeine Probleme

Symptome, die ein Ausführen gewöhnlicher Aktivitäten behindern, insbesondere eine neu aufgetretene oder verstärkte Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung

Unerklärlicher Gewichtsverlust

Schwindel oder Ohnmachtsgefühl

Anhaltende Erschöpfung

Schwitzen, insbesondere starke oder kalte Schweißausbrüche

Starke Kopfschmerzen, die sich innerhalb von Sekunden verschlimmern

Gedächtnisverlust oder Verwirrung

Sehtrübung oder Diplopie (Doppelsehen)

Undeutliche Sprache

Gleichgewichtsverlust oder Schwindel

Krampfanfälle

Taubheit oder Schwäche in Armen, Beinen oder Gesicht

Übelkeit

Herzprobleme

Schneller oder galoppierender Herzschlag (Herzklopfen)

Probleme in den Beinen

Wadenschmerzen, die beim Laufen schlimmer werden

Schwellungen an Knöcheln oder Beinen

Keine Periode bis zum 16. Lebensjahr

Plötzliches Aussetzen der Periode

Die Periode dauert viel länger als gewöhnlich oder ist extrem stark

Plötzliches Krankheitsgefühl beim Benutzen von Tampons

Schwere oder behindernde Krämpfe

Ausschlag

Über 38 °C Fieber

Schmerzhafter, nässender Ausschlag einschließlich Schwellungen

Schwellung oder Rötung der Augen oder rund um die Augen

Sehprobleme

Mäßige oder starke Bauchschmerzen

Symptome von Dehydration, insbesondere bei Kindern und älteren Personen

Grünes, schwarzes oder blutiges Erbrochenes

* Dies ist bei Weitem keine vollständige Liste der Probleme und Gründe, bei denen man sich an einen Arzt wenden sollte.

Aufsuchen der Notaufnahme

Für echte Notfälle steht der örtliche Rettungsdienst unter 112 zur Verfügung, der einen Notarzt schickt und den Transport in die nächstgelegene Klinik veranlasst. Es ist jedoch manchmal schwierig zu sagen, wann es sich um einen Notfall handelt, da Symptome stark variieren. Es ist sinnvoll, bereits im Vorfeld so viel wie möglich über die Symptome lebensbedrohlicher Störungen zu wissen (etwa Herzinfarkt und Schlaganfall), und oft ist ein gutes Urteilsvermögen erforderlich. Wenn die Wahrscheinlichkeit besteht, dass das Problem lebensbedrohlich ist, muss auf jeden Fall die Notaufnahme aufgesucht werden. In folgenden Fällen muss die Notaufnahme aufgesucht werden:

  • Anzeichen eines Herzinfarkts

  • Anzeichen eines Schlaganfalls

  • Starke Blutungen

  • Offene, versengte Verbrennungen mit Hautblasen, Verbrennungen durch Inhalation, über eine große Fläche, an Händen, Gesicht, Füßen oder Genitalien

  • Schwere Verletzungen (wie bei einem Verkehrsunfall)

  • Vergiftungen, die Symptome verursachen (falls die Symptome leicht sind oder nicht auftreten, kann zunächst das Giftinformationszentrum unter 19240 mit örtlicher Vorwahl kontaktiert werden)

  • Plötzlicher starker Schmerz, unabhängig von der Körperregion

  • Erbrechen mit Blut oder Aushusten einer relativ großen Blutmenge (mehr als nur ein paar Streifen im Auswurf)

  • Plötzliche, massive Verschlechterung einer ernsten chronischen Krankheit wie Asthma oder Diabetes

Es kann sinnvoll sein, auch bei weniger schweren Problemen die Notaufnahme aufzusuchen, etwa an Wochenenden oder nachts, wenn der Hausarzt nicht erreichbar ist. In einigen Krankenversicherungsplänen muss sich der Patient möglicherweise zuerst an den Hausarzt wenden, um die Kosten des Notaufnahmebesuchs erstattet zu bekommen, es sei denn, die Symptome legen eine lebensbedrohliche Störung nahe. Die Versicherten sollten die Bedingungen ihres Versicherungsplans kennen, bevor sie in eine Notsituation geraten.

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