Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

Lädt...

Erste feste Nahrung bei Säuglingen

Von

Deborah M. Consolini

, MD, Sidney Kimmel Medical College of Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2019| Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen

Der Zeitpunkt, ab dem mit fester Nahrung zugefüttert wird, hängt von den Bedürfnissen des Kindes ab. Der richtige Zeitpunkt ist im Allgemeinen gekommen, wenn das Kind so groß ist, dass es eine konzentriertere Nahrungsquelle als Muttermilch oder Säuglingsnahrung braucht. Ein Indiz dafür ist, wenn das Kind 2 bis 3 Stunden, nachdem es ein ganzes Fläschchen leer getrunken hat und satt gewesen ist, wieder hungrig ist, oder wenn es mehr als etwa 1.200 Milliliter am Tag trinkt. Dies ist normalerweise im Alter von 4 bis 6 Monaten der Fall. Viele Säuglinge nehmen feste Nahrung widerstandslos auf, nachdem sie die Brust oder Flasche bekommen haben, weil damit sowohl ihr Saugbedürfnis befriedigt als auch ihr Hunger gestillt wird. Säuglinge unter 4 Monaten benötigen keine feste Nahrung, können diese auch nicht gut schlucken und sollten nicht mit einem Löffel zum Essen gezwungen werden oder indem feste Nahrung mit der Säuglingsnahrung im Fläschchen vermischt wird. Die Zufütterung von fester Nahrung vor dem 4. Monat und nach dem 6. Lebensmonat kann mit einem erhöhten Risiko für Folgendes assoziiert sein: Nahrungsmittelallergien und Zöliakie.

Säuglinge entwickeln schneller Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten als ältere Kinder und Erwachsene. Werden dem Kind viele verschiedene Nahrungsmittel innerhalb eines kurzen Zeitraums gefüttert, lässt sich schwer feststellen, welches davon für die Reaktion verantwortlich ist. Deshalb sollte stets nur ein neues Nahrungsmittel, bestehend aus nur einer Zutat, alle 3 bis 5 Tage in den Speiseplan des Kindes aufgenommen werden. Wenn klar ist, dass das Nahrungsmittel gut vertragen wird, kann das nächste ausprobiert werden.

Nahrung für Säuglinge umfasst Getreideflocken aus jeweils einer Getreideart (z. B. mit Eisen angereicherte Reisflocken) und verschiedene pürierte Früchte, Gemüsesorten und Fleisch. Die Ärzte gehen nicht mehr davon aus, dass die Abfolge dieser einzelnen Zutaten wichtig ist. Bei Einführung eines neuen Nahrungsmittels kann es ein paar Versuche über mehrere Wochen benötigen, bevor der Säugling ein neues Nahrungsmittel gerne isst. Daher ist es wichtig, dass die Eltern nach dem ersten oder zweiten Versuch nicht aufgeben, wenn der Säugling ein bestimmtes neues Nahrungsmittel nicht zu mögen scheint.

Wird das Kind mit dem Löffel gefüttert, gewöhnt es sich allmählich an die neue Fütterungstechnik. Mit 6 bis 9 Monaten ist der Säugling in der Lage, die Nahrung mit den Fingern zu greifen und in den Mund zu stecken. Er sollte dazu ermutigt werden, selbstständig zu essen. Püriertes, selbstgemachtes Essen ist günstiger als Fertignahrung für Babys und bietet eine angemessene Ernährung. Bei Säuglingen unter einem Jahr sollte kommerziell hergestellte Nahrung aus Karotten, Roten Rüben, Rüben, Blattkohl und Spinat vorgezogen werden, da diese auf Nitrate untersucht werden. Hohe Nitratspiegel können bei jungen Kindern zu Methämoglobinämie führen, einer Erkrankung, bei der das Blut den Sauerstoff nicht ausreichend transportieren kann. Nitrate sind in Gemüse zu finden, das mit Düngemittel-belastetem Wasser bewässert wird.

Zwar mögen Säuglinge Süßes, da Zucker aber kein wichtiger Nährstoff ist, sollte er, wenn überhaupt, nur in ganz geringer Menge zugesetzt werden. Gesüßte Babynahrung als Dessert ist ohne Nutzen für das Kind. Saft ist eine schlechte Nahrungsquelle, trägt zu Karies bei und sollte auf 120 bis 180 ml täglich begrenzt oder komplett vermieden werden.

Zu vermeidende Nahrungsmittel sind

  • Honig (bis zum Alter von 1 Jahr), da er Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten kann, das älteren Kindern und Erwachsenen nicht schadet, beim Säugling jedoch Botulismus verursachen kann

  • Nahrungsmittel, die leicht zu Erstickungen führen oder eingeatmet werden können (bis zum Alter von 2 oder 3 Jahren), unter anderem ganze Nüsse, Bonbons, Sojabohnen, Popcorn, Hotdogs, Fleisch (mit Ausnahme von püriertem) und Trauben (außer sie sind in kleine Stücke geschnitten)

Zur Vorbeugung gegen die Entwicklung von Nahrungsmittelallergien stehen Eier, Erdnüsse und Weizen bei vielen Eltern junger Kinder nicht auf dem Speiseplan. Neue Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass es dem Säugling helfen kann, mit dem Essen dieser Nahrungsmittel zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat zu beginnen, um keine Nahrungsmittelallergie zu entwickeln. Die Nachweise sind noch nicht vollständig erforscht, aber bei den meisten Säuglingen über 4 Monate müssen die Eltern keinen bestimmten Zeitpunkt für feste Nahrung abwarten. Es sollte jedoch nur ein Lebensmittel alle 3 bis 5 Tage eingeführt werden, um sicherzustellen, dass die Nahrung vertragen wird. Neue Erkenntnisse legen nahe, dass die frühe (zwischen 4 und 11 Monaten) Aufnahme von erdnusshaltigen Produkten empfohlen werden sollte, weil eine späte Einführung von Erdnüssen tatsächlich das Risiko für die Entwicklung einer Erdnussallergie erhöhen kann. Selbst Säuglinge mit schwerem Ekzem, einer Eiallergie oder beidem sollten ihrem Alter entsprechend erdnusshaltige Nahrungsmittel bereits im Alter von 4 bis 6 Monaten erhalten, um das Risiko einer Erdnussallergie zu senken, so lange die Ergebnisse bestimmter Blutwerte und Hauttests auf diese Lebensmittel sich nicht verschlechtern. Die Eltern sollten die Einführung von fester Nahrung und deren Zeitpunkt mit dem Kinderarzt besprechen.

Ab einem Alter von einem Jahr können Kinder anfangen, Kuhmilch zu trinken. Im Alter von 2 Jahren kann dann auf fettreduzierte Milch umgestellt werden, da die Ernährung des Kindes dann ähnlich ist wie beim Rest der Familie. Die Milchaufnahme sollte bei jungen Kindern auf 470 bis 700 ml täglich beschränkt sein. Kinder, die zu viel Milch trinken, nehmen möglicherweise nicht ausreichend Nährstoffe aus anderen wichtigen Nahrungsmitteln auf und können einen Eisenmangel entwickeln.

Nach etwa 1 Jahr verlangsamt sich die Wachstumsrate normalerweise. Die Kinder benötigen weniger Nahrung und verweigern sie möglicherweise manchmal. Um zu bestimmen, wie viel das Kind isst, sollten die Eltern die Nahrungsmenge über eine ganze Woche und nicht nur während einer einzelnen Mahlzeit oder an einem Tag beurteilen. Ein Unterfüttern mit fester Nahrung ist nur bedenklich, wenn das Kind nicht regelmäßig zunimmt ( Gewicht- und Größentabellen für Säuglinge von der Geburt bis 24 Monate).

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Ileumblase
Video
Ileumblase
Das Harnsystem besteht aus zwei Nieren, zwei Harnleitern, der Harnblase und der Harnröhre...
3D-Modelle
Alle anzeigen
Mukoviszidose: Verdickung des Schleims
3D-Modell
Mukoviszidose: Verdickung des Schleims

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN