Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

honeypot link

Wilms-Tumor

(Wilms' Tumor; Nephroblastoma)

Von

Renee Gresh

, Nemours A.I. duPont Hospital for Children

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2019| Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Kurzinformationen

Beim Wilms-Tumor handelt es sich um eine bestimmte Art des Nierenkrebs, die hauptsächlich bei jungen Kindern auftritt.

  • Die Ursache des Wilms-Tumors ist unbekannt, einige Kinder können jedoch Genanomalien aufweisen, die ihr Risiko für die Entstehung des Tumors begünstigen.

  • Betroffene Kinder haben häufig einen Knoten im Bauch und manchmal Bauchschmerzen, Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.

  • Anhand eines bildgebenden Verfahrens wird die Art und Größe des Knotens bestimmt.

  • Mögliche Behandlungsformen sind Operation, Chemotherapie und in einigen Fällen Strahlentherapie.

Der Wilms-Tumor tritt meist bei Kindern unter 5 Jahren auf, ist gelegentlich aber auch bei älteren Kindern und selten bei Erwachsenen zu beobachten. In ganz seltenen Fällen entwickelt er sich bereits vor der Geburt und tritt bei Neugeborenen auf. Bei etwa 5 Prozent der Fälle sind beide Nieren gleichzeitig vom Wilms-Tumor betroffen.

Die Ursache des Wilms-Tumors ist unbekannt, auch wenn in einigen Fällen ein Fehlen bestimmter Gene oder auch eine andere Genanomalie vorliegen könnte. Der Wilms-Tumor ist bei Kindern mit bestimmten Geburtsfehlern wahrscheinlicher, z. B. wenn beide Iriden fehlen, oder wenn eine Körperhälfte übermäßig wächst. Auch Probleme mit den Nieren, Geschlechtsorganen und den Harnwegen sind häufig. Diese Defekte, wie auch intellektuelle Behinderungen, können durch eine Genanomalie verursacht werden. Die meisten Kinder mit Wilms-Tumor haben jedoch keine dieser erkennbaren Auffälligkeiten.

Symptome

Das erste Symptom des Wilms-Tumors ist häufig ein schmerzfreier Knoten im Bauch. Der Bauchumfang kann sich vergrößern, was Eltern häufig bemerken, wenn Kinder plötzlich größere Windeln benötigen. Weitere Symptome sind Bauchschmerzen, Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Bei manchen Kindern ist der Urin blutig. Da die Nieren an der Steuerung des Blutdrucks beteiligt sind, kann der Wilms-Tumor Bluthochdruck (Hypertonie) verursachen.

Er kann sich auf andere Körperteile, insbesondere auf die Lunge ausbreiten. Wenn die Lunge betroffen ist, kann dies Husten und Kurzatmigkeit hervorrufen.

Diagnose

  • Ultraschalluntersuchung, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Abdomens

  • Häufig Operation zur Entfernung des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnose

Der Wilms-Tumor wird häufig entdeckt, wenn Eltern einen Knoten im Bauch des Kindes feststellen und daraufhin den Arzt aufsuchen. Manchmal stellen Ärzte einen solchen Knoten auch bei einer Routineuntersuchung fest. Besteht der Verdacht auf Wilms-Tumor, wird eine Ultraschalluntersuchung, CT oder MRT des Bauchraums durchgeführt, um Art und Größe des Knotens zu bestimmen. Mithilfe einer CT oder MRT kann zudem festgestellt werden, ob der Tumor in nahegelegene Lymphknoten oder die Leber gestreut hat und ob die andere Niere betroffen ist. Auch eine CT des Brustkorbs wird durchgeführt, um zu bestimmen, ob der Tumor in die Lunge gestreut hat.

Basierend auf dem CT- bzw. MRT-Befund wird bei den meisten Kindern dann ein Teil oder die gesamte Niere mit dem Tumor operativ entfernt (Nephrektomie). Zur Bestätigung, dass es sich um einen Wilms-Tumor handelt, wird dieser anschließend untersucht. Während der Operation werden auch nahe gelegene Lymphknoten im Bauchraum entfernt und dann auf Krebszellen untersucht. Ein Krebs, der in die Lymphknoten gestreut hat, muss möglicherweise anders behandelt werden als einer, der nicht gestreut hat.

Prognose

Der Wilms-Tumor ist im Allgemeinen gut heilbar. Ist der Tumor auf die Niere beschränkt, werden etwa 85 bis 95 Prozent der Kinder geheilt. Auch wenn der Tumor außerhalb der Niere gestreut hat, liegt die Heilungsrate zwischen 60 und 90 Prozent. Dies hängt davon ab, wie auffällig die Krebszellen scheinen. Die Prognose ist besser bei folgenden Kindern

  • Die jünger sind

  • Die Krebszellen haben, die weniger auffällig wirken, wenn der Tumor mikroskopisch untersucht wird

  • Mit Tumoren, die nicht gestreut haben

Es gibt jedoch einen Typ des Wilms-Tumors (der weniger als 5 Prozent der Fälle betrifft), der weniger gut auf Behandlungen anspricht. Die Prognose bei dieser Tumorart ist schlechter.

Ein Wilms-Tumor kann auch erneut auftreten, typischerweise innerhalb von 2 Jahren nach der Diagnose. Auch hier ist eine Heilung noch möglich.

Behandlung

  • Operation und Chemotherapie

  • Manchmal Strahlentherapie

Zur Behandlung dieses Wilms-Tumors wird die betroffene Niere entfernt. Während des Eingriffs wird vorsichtshalber untersucht, ob sich auch in der anderen Niere ein Tumor befindet. Nach der Operation erhalten die Kinder eine Chemotherapie, meist mit Actinomyzin D und Vincristin, manchmal Doxorubicin. Hat der Krebs erheblich gestreut, kommt auch eine Strahlentherapie zum Einsatz.

In seltenen Fällen ist der Tumor ungewöhnlich groß und kann zunächst nicht entfernt werden oder beide Nieren sind betroffen. In diesen Fällen werden Kinder zunächst mit einer Chemotherapie behandelt, um den Tumor bzw. die Tumoren zu verkleinern. Anschließend werden sie entfernt.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Auch von Interesse

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN