Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

honeypot link

Intraamniotische Infektion

(Amnioninfektionssyndrom)

Von

Antonette T. Dulay

, MD, Main Line Health System

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2020| Inhalt zuletzt geändert Okt 2020
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Kurzinformationen

Eine intraamniotische Infektion ist eine Infektion des den Fötus umgebenden Gewebes, z. B. der den Fötus umgebenden Flüssigkeit (Fruchtwasser), der Plazenta, der den Fötus umgebenden Membranen (Fruchtblase) oder eine Kombination davon.

  • Eine intraamniotische Infektion erhöht das Risiko von Komplikationen für die werdende Mutter und ihr Kind.

  • Die Frauen bekommen in der Regel Fieber und oftmals auch Unterleibsschmerzen und Scheidenausfluss.

  • Gewöhnlich kann der Arzt die Infektion mithilfe einer körperlichen Untersuchung diagnostizieren. In manchen Fällen muss das Fruchtwasser untersucht werden.

  • Den Frauen werden Antibiotika sowie Medikamente zur Senkung der Körpertemperatur verabreicht, und die Entbindung wird schnellstmöglich geplant.

Unter Schwangerschaftskomplikationen wie einer intraamniotischen Infektion werden Probleme verstanden, die nur während der Schwangerschaft auftreten. Diese können Auswirkungen auf die Frau und/oder den Fötus haben und können zu verschiedenen Zeitpunkten während der Schwangerschaft auftreten. Die meisten Schwangerschaftskomplikationen können jedoch erfolgreich behandelt werden.

Eine intraamniotische Infektion entsteht gewöhnlich aufgrund von Bakterien, die aus der Scheide in die Gebärmutter eintreten und das den Fötus umgebende Gewebe infizieren. Gewöhnlich verhindert der Schleim in Gebärmutterhals, Fruchtblase und Plazenta, dass die Bakterien eine Infektion hervorrufen. Bestimmte Bedingungen können es den Bakterien jedoch erleichtern, diese Schutzbarrieren zu durchbrechen. Die den Fötus umgebenden Membranen können beispielsweise zu schnell aufplatzen (sog. vorzeitiger Blasensprung Vorzeitiger Blasensprung (Premature Rupture of Membranes, PROM) Unter einem vorzeitigen Blasensprung wird das Auslaufen des den Fötus umgebenden Fruchtwassers vor dem Einsetzen der Wehen verstanden. Nachdem die Blase gerissen ist, setzen gewöhnlich die Wehen... Erfahren Sie mehr ). In seltenen Fällen kommt es zu einer Infektion, wenn eine interne fötale Überwachung Überwachung des Fötus Als Geburtswehen bezeichnet man die rhythmischen, stärker werdenden Kontraktionen der Gebärmutter, die den Fötus allmählich durch den Gebärmutterhals (Zervix) bzw. den Muttermund und den Geburtskanal... Erfahren Sie mehr durchgeführt wird. Bei diesem Verfahren überwachen die Ärzte den Fötus, indem eine Elektrode (ein kleiner runder Sensor, der an einen Draht angeschlossen ist) durch die Scheide der Frau eingeführt und an der Kopfhaut des Fötus angebracht wird.

Je mehr Zeit zwischen dem Blasensprung und der Entbindung vergeht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine intraamniotische Infektion entwickelt, insbesondere wenn von Ärzten oder Geburtshelfern etliche Untersuchungen des Beckens durchgeführt werden. Bei solchen Untersuchungen können Bakterien in die Scheide und die Gebärmutter gelangen.

Bakterien im Genitaltrakt, die Infektionen verursachen können, erhöhen auch das Risiko einer intraamniotischen Infektion. Die Patientinnen sind sich möglicherweise nicht bewusst, dass diese Bakterien vorhanden sind, insbesondere wenn sie sich keinen regelmäßigen Schwangerschaftsuntersuchungen unterzogen haben, bei denen gewöhnlich Tests auf diese Bakterien durchgeführt werden.

Eine intraamniotische Infektion tritt auch in den folgenden Fällen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auf:

Eine intraamniotische Infektion kann das Risiko folgender Probleme beim Fötus erhöhen:

Eine intraamniotische Infektion kann sowohl Ursache als auch Folge einer Frühgeburt oder eines vorzeitigen Blasensprungs sein.

Eine intraamniotische Infektion kann das Risiko folgender Probleme für die werdende Mutter erhöhen:

Symptome einer intraamniotischen Infektion

Eine intraamniotische Infektion ruft gewöhnlich Fieber hervor und verursacht oftmals Unterleibsschmerzen sowie einen Ausfluss, der einen üblen Geruch aufweisen kann. Die Herzfrequenz des Fötus und der werdenden Mutter kann unter Umständen hoch sein. Einige Frauen weisen jedoch keine der typischen Symptome auf.

Diagnose einer intraamniotischen Infektion

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Ein großes Blutbild

  • Bisweilen Amniozentese

Der Arzt führt eine körperliche Untersuchung durch und ordnet ein großes Blutbild an (mit Zählung der weißen Blutkörperchen).

Eine intraamniotische Infektion wird vermutet, wenn die Patientin Fieber und ein weiteres typisches Symptom aufweist, wie z. B. schnelle Herzfrequenz beim Fötus, einen übel riechenden Ausfluss oder eine auffällig hohe Anzahl an weißen Blutkörperchen. Wenn die Diagnose nach wie vor unklar ist, kann der Arzt eine Probe des Fruchtwassers zur Analyse entnehmen (Amniozentese Amniozentese Im Rahmen der pränatalen Diagnostik wird während der Schwangerschaft untersucht, ob der Fötus bestimmte Anomalien, darunter bestimmte erbliche oder spontane genetische Erkrankungen, aufweist... Erfahren Sie mehr ).

Bei einer Frühgeburt oder einem vorzeitigen Blasensprung zieht der Arzt die Möglichkeit einer Infektion auch dann in Betracht, wenn die Frau keine typischen Symptome aufweist.

Vorbeugung einer intraamniotischen Infektion

Kommt es zum vorzeitigen Platzen der Fruchtblase einer Frau, werden nur dann Untersuchungen des Beckens durchgeführt, wenn diese notwendig sind.

Auch werden den Frauen gewöhnlich Antibiotika intravenös oder oral verabreicht, um die Schwangerschaft zu verlängern und das Risiko von Problemen beim Fötus zu reduzieren.

Behandlung einer intraamniotischen Infektion

  • Antibiotika

  • Medikamente zur Senkung der Körpertemperatur

  • Entbindung

Frauen mit einer intraamniotischen Infektion werden intravenös Antibiotika verabreicht. Zur Senkung der Körpertemperatur werden Ihnen auch Medikamente wie Acetaminophen verordnet.

Sobald die Diagnose feststeht, sollte die Entbindung nicht weiter hinausgezögert werden.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Auch von Interesse

NACH OBEN