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Intraamniotische Infektion

(Amnioninfektionssyndrom)

Von

Antonette T. Dulay

, MD, Main Line Health System

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2019| Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Kurzinformationen

Eine intraamniotische Infektion ist eine Infektion des den Fötus umgebenden Gewebes, z. B. der den Fötus umgebenden Flüssigkeit (Fruchtwasser), der Plazenta, der den Fötus umgebenden Membranen (Fruchtblase) oder eine Kombination davon.

  • Eine intraamniotische Infektion erhöht das Risiko von Komplikationen für die werdende Mutter und ihr Kind.

  • Die Frauen bekommen in der Regel Fieber und oftmals auch Unterleibsschmerzen und Scheidenausfluss.

  • Gewöhnlich kann der Arzt die Infektion mithilfe einer körperlichen Untersuchung diagnostizieren. In manchen Fällen muss das Fruchtwasser untersucht werden.

  • Den Frauen werden Antibiotika sowie Medikamente zur Senkung der Körpertemperatur verabreicht, und die Entbindung wird schnellstmöglich geplant.

Unter Schwangerschaftskomplikationen wie einer intraamniotischen Infektion werden Probleme verstanden, die nur während der Schwangerschaft auftreten. Diese können Auswirkungen auf die Frau und/oder den Fötus haben und können zu verschiedenen Zeitpunkten während der Schwangerschaft auftreten. Die meisten Schwangerschaftskomplikationen können jedoch erfolgreich behandelt werden.

Eine intraamniotische Infektion entsteht gewöhnlich aufgrund von Bakterien, die aus der Scheide in die Gebärmutter eintreten und das den Fötus umgebende Gewebe infizieren. Gewöhnlich verhindert der Schleim in Gebärmutterhals, Fruchtblase und Plazenta, dass die Bakterien eine Infektion hervorrufen. Bestimmte Bedingungen können es den Bakterien jedoch erleichtern, diese Schutzbarrieren zu durchbrechen. Die den Fötus umgebenden Membranen können beispielsweise zu schnell aufplatzen (sog. vorzeitiger Blasensprung). In seltenen Fällen kommt es zu einer Infektion, wenn eine interne fötale Überwachung durchgeführt wird. Bei diesem Verfahren überwachen die Ärzte den Fötus, indem eine Elektrode (ein kleiner runder Sensor, der an einen Draht angeschlossen ist) durch die Scheide der Frau eingeführt wird.

Je mehr Zeit zwischen dem Blasensprung und der Entbindung vergeht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine intraamniotische Infektion entwickelt, insbesondere wenn von Ärzten oder Geburtshelfern etliche Untersuchungen des Beckens durchgeführt werden. Bei solchen Untersuchungen können Bakterien in die Scheide und die Gebärmutter gelangen.

Bakterien im Genitaltrakt, die Infektionen verursachen können, erhöhen auch das Risiko einer intraamniotischen Infektion. Die Patientinnen sind sich möglicherweise nicht bewusst, dass diese Bakterien vorhanden sind, insbesondere wenn sie sich keinen regelmäßigen Schwangerschaftsuntersuchungen unterzogen haben, bei denen gewöhnlich Tests auf diese Bakterien durchgeführt werden.

Eine intraamniotische Infektion tritt auch in den folgenden Fällen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auf:

  • Mekonium (der dunkelgrüne Stuhl, der vom Fötus vor der Geburt gebildet und in der Regel erst nach der Geburt ausgeschieden wird) im Fruchtwasser

  • Lang anhaltende Wehen

Eine intraamniotische Infektion kann das Risiko folgender Probleme beim Fötus erhöhen:

  • Frühgeburt oder vorzeitiger Blasensprung (eine intraamniotische Infektion kann diese Probleme verursachen oder auf diese zurückgeführt werden)

  • Zu wenig Sauerstoff im Blut bei der Entbindung

  • Infektionen, z. B. eine Blutvergiftung (Sepsis), Lungen- oder Hirnhautentzündung

  • Tod

Eine intraamniotische Infektion kann das Risiko folgender Probleme für die werdende Mutter erhöhen:

Wenn die intraamniotische Infektion nicht behandelt wird, kommt es bei den betroffenen Frauen in seltenen Fällen zu einem septischen Schock (lebensbedrohlich tiefer Blutdruck infolge einer schweren Infektionsreaktion im ganzen Körper), einer disseminierten intravasalen Koagulation (Blutgerinnungsstörung, die zu Blutgerinnseln und Blutungen führt) sowie einem akuten Atemnotsyndrom.

Symptome

Eine intraamniotische Infektion ruft gewöhnlich Fieber hervor und verursacht oftmals Unterleibsschmerzen sowie einen Ausfluss, der einen üblen Geruch aufweisen kann. Die Herzfrequenz des Fötus und der werdenden Mutter kann unter Umständen hoch sein. Einige Frauen weisen jedoch keine der typischen Symptome auf.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Ein großes Blutbild

  • Bisweilen Amniozentese

Der Arzt führt eine körperliche Untersuchung durch und ordnet ein großes Blutbild an (mit Zählung der weißen Blutkörperchen).

Eine intraamniotische Infektion wird vermutet, wenn die Patientin Fieber und ein weiteres typisches Symptom aufweist, wie z. B. schnelle Herzfrequenz beim Fötus, einen übel riechenden Ausfluss oder eine auffällig hohe Anzahl an weißen Blutkörperchen. Wenn die Diagnose nach wie vor unklar ist, kann der Arzt eine Probe des Fruchtwassers zur Analyse entnehmen (Amniozentese).

Bei einer Frühgeburt oder einem vorzeitigen Blasensprung zieht der Arzt die Möglichkeit einer Infektion auch dann in Betracht, wenn die Frau keine typischen Symptome aufweist.

Vorbeugung

Kommt es zum vorzeitigen Platzen der Fruchtblase einer Frau, werden nur dann Untersuchungen des Beckens durchgeführt, wenn diese notwendig sind.

Auch werden den Frauen gewöhnlich Antibiotika intravenös oder oral verabreicht, um die Schwangerschaft zu verlängern und das Risiko von Problemen beim Fötus zu reduzieren.

Behandlung

  • Antibiotika

  • Medikamente zur Senkung der Körpertemperatur

  • Entbindung

Frauen mit einer intraamniotischen Infektion werden intravenös Antibiotika verabreicht. Zur Senkung der Körpertemperatur werden Ihnen auch Medikamente wie Acetaminophen verordnet.

Sobald die Diagnose feststeht, sollte die Entbindung nicht weiter hinausgezögert werden.

Haben die Wehen noch nicht eingesetzt, können diese künstlich eingeleitet werden.

Ein sofortiger Kaiserschnitt ist in der Regel nicht notwendig, wenn Mutter und Kind in stabilem Zustand sind und bei der Einleitung der Wehen Antibiotika verabreicht werden.

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