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Übersicht über Empfängnisverhütungen

Von

Frances E. Casey

, MD, MPH, Virginia Commonwealth University Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Nov 2018| Inhalt zuletzt geändert Nov 2018
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Unter Empfängnisverhütung versteht man Vorkehrungen, welche die Befruchtung einer Eizelle durch eine Samenzelle (Empfängnis) bzw. die Einnistung des befruchteten Eis in die Gebärmutterschleimhaut (Implantation) verhindern.

Wussten Sie ...

  • Die Wirkung bestimmter Methoden der Empfängnisverhütung, wie z. B. der Pille oder einer der Kalendermethoden, hängt stark davon ab, wie genau die Anweisungen befolgt werden.

Empfängnisverhütung ist eine Methode, die zur Kontrolle der Anzahl und des Zeitpunkts von Schwangerschaften verwendet wird (Familienplanung). Weitere Methoden umfassen Sterilisation (zur dauerhaften Vermeidung einer Schwangerschaft) und Schwangerschaftsabbruch (zur Beendigung einer ungewollten Schwangerschaft, wenn eine Empfängnisverhütung fehlgeschlagen ist oder nicht angewendet wurde).

Es gibt mehrere Methoden der Empfängnisverhütung. Keine Methode zur Empfängnisverhütung ist absolut sicher, bestimmte Verfahren sind aber deutlich zuverlässiger als andere. Die Wirksamkeit hängt davon ab, wie genau die Anweisungen befolgt werden. Bei einigen Methoden lassen sich die Anweisungen leichter befolgen als bei anderen. Somit kann der Unterschied zwischen der typischen, häufig inkonsistenten Verwendung (wie die meisten Menschen diese anwenden), und der perfekten Verwendung (genaue Befolgung der Anweisungen) von einer Methode zur anderen erheblich sein. Beispielsweise sind orale Verhütungsmittel bei perfekter Anwendung sehr wirksam. Allerdings nehmen viele Frauen diese Mittel nicht konsistent ein. Folglich ist die durchschnittliche Anwendung oraler Verhütungsmittel viel weniger wirksam als die perfekte Anwendung. Im Gegensatz dazu erfordern Verhütungsimplantate, wenn sie einmal eingesetzt wurden, keine weiteren Vorkehrungen und sind daher perfekt angewendet, bis sie wieder ersetzt werden müssen. In diesem Fall ist die übliche Anwendung identisch mit der perfekten Anwendung (bis das Implantat ersetzt werden muss). Sobald Menschen sich an die Anwendung einer Methode gewöhnen, können sie die Anweisungen immer besser befolgen. Infolgedessen wird im Laufe der Zeit der Unterschied zwischen der Wirksamkeit bei perfekter Anwendung und üblicher Anwendung immer geringer.

Tabelle
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Wie wirksam ist Empfängnisverhütung?

Methode

Prozentanteil der Frauen, die während des ersten Jahres bei perfekter Anwendung schwanger werden*

Prozentanteil der Frauen, die während des ersten Jahres bei üblicher Anwendung schwanger werden*

Hormonelle Methoden (mit Östrogen und/oder Progestin)

Verhütungsimplantat, das unter die Haut eingesetzt wird

0,05 %

Entspricht der perfekten Anwendung

0,3 %

9 %

0,2 %

6 %

0,2–0,5 %, je nach verwendetem Typ

Entspricht der perfekten Anwendung

0,3 %

9 %

0,3 %

9 %

Barrieremethoden

8 % (höher bei Frauen, die Kinder hatten)

2 % mit männlichen Kondomen

5 % mit weiblichen Kondomen

18 % mit männlichen Kondomen

21 % mit weiblichen Kondomen

Verhütungsschwamm (der kontinuierlich Spermizide freisetzt)

9 % der Frauen, die keine Kinder hatten

20 % der Frauen, die Kinder hatten

12 % der Frauen, die keine Kinder hatten

24 % der Frauen, die Kinder hatten

Diaphragma mit Spermizid

6 %

12 %

Andere Methoden

0,6 %

Entspricht der perfekten Anwendung

4 % oder höher, je nach Methode

24 %

Unterbrechung des Geschlechtsverkehrs (Coitus interruptus)

4 %

22 %

*Rund 85 Prozent der Frauen werden während des ersten Jahres mit regelmäßigem Geschlechtsverkehr schwanger, wenn keine Verhütungsmittel verwendet werden.

Neben dem Wirkungsgrad hat jede Verhütungsmethode andere Vorteile und Nachteile. Beispielsweise haben hormonelle Methoden bestimmte Nebenwirkungen, wodurch für die Frau das Risiko für bestimmte Krankheiten, einschließlich Eierstock- oder Gebärmutterkrebs steigt oder sinkt. Die Wahl der Methode hängt vom Lebenswandel, den Vorlieben und vom Grad der benötigten Zuverlässigkeit ab.

Wenn die Empfängnisverhütung fehlschlägt, kann eineNotfallkontrazeption (die Pille danach) eine unbeabsichtigte Schwangerschaft verhindern. Eine Notfallkontrazeption sollte nicht als regelmäßige Verhütungsmethode verwendet werden.

Tabelle
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Vergleich der Empfängnisverhütungsmethoden

Methode

Anwendungsfreundlichkeit

Nebenwirkungen

Andere Überlegungen

Hormonelle Methoden

Verhütungsimplantat unter der Haut

Implantate müssen nur alle 3 Jahre ausgetauscht werden.

Ein Arzt setzt ein kleines Stäbchen, das Progestin enthält, unter die Haut des Innenarms ein.

Unregelmäßige oder ausbleibende Menstruationsperioden während des ersten Jahres

Kopfschmerzen und Gewichtszunahme

Es gibt im Allgemeinen weniger Nutzungsbeschränkungen als bei Verhütungsmitteln, die Östrogen enthalten.

Das Implantat wird über einen kleinen Schnitt entfernt.

Alle 3 Monate wird vom Arzt eine Injektion verabreicht.

Unregelmäßige Blutung (mehr oder weniger häufige Menstruationsperioden), was mit der Zeit immer seltener auftritt

Nach 2 Jahren häufig keine Menstruationsperioden während der Anwendung von Injektionen

Gewichtszunahme, Kopfschmerzen und eine vorübergehende Abnahme der Knochendichte

Ein Levonorgestrel freisetzendes IUP muss je nach Typ nur alle 3 oder 5 Jahre ausgetauscht werden.

IUP werden von einem Arzt eingesetzt und entfernt.

Unregelmäßige Blutung und/oder keine Menstruationsperiode

In seltenen Fällen Perforation der Gebärmutter

Gelegentlich wird das IUP ausgestoßen.

Die tägliche Einnahme ist erforderlich.

Bei der Kombination oraler Verhütungsmittel (Östrogen plus Progestin) nimmt eine Frau normalerweise das Verhütungsmittel 3 Wochen lang jeden Tag ein, anschließend wird eine Woche lang täglich eine inaktive Tablette eingenommen.

Orale Verhütungsmittel, die nur Progestin enthalten, werden täglich um dieselbe Uhrzeit eingenommen.

Der Arzt muss regelmäßig aufgesucht werden, um sich ein neues Rezept ausstellen zu lassen.

Kombination aus oralen Verhütungsmitteln: Durchbruchblutungen (normalerweise nur während der ersten paar Monate der Einnahme)

Übelkeit, Blähungen, Wasseransammlung, erhöhter Blutdruck, Brustspannen, Kopfschmerzen und Gewichtszunahme

Erhöht das Risiko für Blutgerinnsel

Nur Progestin enthaltende orale Verhütungsmittel: Nebenwirkungen ähnlich wie bei Verhütungsimplantaten

Frauen, die älter sind als 35 Jahre und rauchen, sollten keine oralen Verhütungsmittel einnehmen.

Bei bestimmten Störungen ist ihr Einsatz ebenfalls verboten (siehe Bedingungen, unter denen die Einnahme oraler Verhütungsmittel verboten ist).

Frauen, die orale Verhütungsmittel einnehmen, haben seltener Regelschmerzen, prämenstruelle dysphorische Störungen (eine schwere Form prämenstrueller Beschwerden), Akne und abnormale Blutungen aus dem Uterus. Sie bekommen auch seltener Osteoporose und bestimmte Krebsarten (wie ein Endometriumkarzinom oder Eierstockkrebs).

Frauen kleben 3 Wochen lang jede Woche ein neues Pflaster auf und entfernen es danach und lassen es eine Woche weg.

Der Arzt muss regelmäßig aufgesucht werden, um sich ein neues Rezept ausstellen zu lassen.

Vergleichbar mit denen oraler Verhütungsmittel

Hautirritationen an der Anwendungsstelle

Die Einschränkungen sind vergleichbar mit denen oraler Verhütungsmittel.

Je nachdem, wann die Frauen mit der Verwendung des Pflasters beginnen, müssen sie während der ersten Anwendungswoche möglicherweise zur Sicherheit eine alternative Verhütungsmethode anwenden.

Frauen setzen alle 3 Wochen einen Ring ein und entfernen ihn danach für eine Woche. Oder sie lassen den Ring 4 oder sogar 5 Wochen lang eingesetzt, entfernen ihn dann und ersetzen ihn durch einen neuen. Es wird jedes Mal ein neuer Ring benutzt.

Der Arzt muss regelmäßig aufgesucht werden, um sich ein neues Rezept ausstellen zu lassen.

Die Vorgehensweise entspricht im Allgemeinen der bei oralen Verhütungsmitteln, mit der Ausnahme, dass mit dem Ring unregelmäßige Blutungen seltener auftreten

Die Einschränkungen sind vergleichbar mit denen oraler Verhütungsmittel.

Je nachdem, wann die Frauen mit der Verwendung des Rings beginnen, müssen sie während der ersten Anwendungswoche möglicherweise zur Sicherheit eine alternative Verhütungsmethode anwenden.

Ringe können abgestoßen werden. Wenn sie nach dem Ausstoßen innerhalb von 3 Stunden wieder eingesetzt werden, ist kein weiteres Verhütungsmittel als Absicherung erforderlich.

Barrieremethoden

Frauen können eine Portiokappe bis zu 40 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr einsetzen. Sie müssen sie für mindestens 6 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingesetzt lassen, sie sollte aber nicht länger als 48 Stunden eingesetzt bleiben.

Allergische Reaktionen und Hautreizung

Diese Methode kann nicht während der Menstruationsperiode verwendet werden.

Männer verwenden umgehend vor jedem Geschlechtsverkehr ein Kondom.

Kondome für Frauen werden in die Scheide eingeführt und der Penis wird vorsichtig in das Kondom geführt.

Kondome müssen nach einer Anwendung entsorgt werden.

Kondome sind rezeptfrei erhältlich.

Allergische Reaktionen und Reizung

Latexkondome bieten als einzige Verhütungsmethode Schutz gegen alle üblichen sexuell übertragbaren Krankheiten (STD), einschließlich einer Infektion mit dem humanen Immunschwächevirus (HIV). Kondome aus synthetischen Materialien wie Polyurethan, Polyisopren oder synthetischem Kautschuk schützen ebenfalls, sind jedoch dünner und reißen leichter.

Damit Kondome schützen, müssen sie korrekt angewendet werden.

Diese Methode erfordert die Sorgfalt und Kooperation des Geschlechtspartners.

Frauen setzen vor dem Geschlechtsverkehr einen Schwamm ein. Der Schwamm kann im Vorfeld eingesetzt werden und ist 24 Stunden lang wirksam. Er muss nach dem Geschlechtsverkehr mindestens 6 Stunden lang eingesetzt bleiben. Er wird nach einer Anwendung entsorgt.

Schwämme sind rezeptfrei erhältlich.

Allergische Reaktionen und vaginale Trockenheit oder Reizung

Schwämme lassen sich manchmal schwer entfernen. Sie müssen nach 30 Stunden entfernt werden.

Schwämme sind weniger wirksam als Diaphragmen.

Diaphragma mit einer Creme oder einem Gel, das Spermien abtötet (Spermizid)

Frauen setzen vor dem Geschlechtsverkehr ein Diaphragma ein. Das Diaphragma sollte mindestens 6 bis 8 Stunden und maximal bis zu 24 Stunden in der Scheide bleiben. Die meisten Diaphragmen werden von einem Arzt angepasst, und die Passgenauigkeit wird mindestens einmal jährlich sowie nach einer Entbindung überprüft. Das SILCS-Diaphragma ist eine Ausnahme. Das SILCS-Diaphragma ist ein mechanisches Verhütungsmittel in Einheitsgröße, das nicht von einem Arzt angepasst werden muss.

Mit Spermizidcreme oder -gel wird das Einsetzen eines Diaphragmas erschwert.

Allergische Reaktionen, Reizung und Harnwegsinfektionen

Nach dem ersten Einsetzen des Diaphragmas sollte vor jedem Geschlechtsverkehr zusätzlich Creme oder Gel in die Scheide eingeführt werden.

Andere Methoden

Kupfer-IUP

Kupfer-IUP müssen je nach Typ nur alle 10 Jahre ausgetauscht werden.

IUP werden von einem Arzt eingesetzt und entfernt.

Blutung und/oder Schmerzen

In seltenen Fällen Perforation der Gebärmutter

Gelegentlich wird das IUP ausgestoßen.

Frauen verfolgen ihre fruchtbaren Tage wie folgt:

  • Verwendung eines Kalenders

  • Tägliches Überprüfen ihres Gebärmutterhalsschleims

  • Tägliches Überprüfen ihres Gebärmutterhalsschleims sowie der Körpertemperatur und anderer Symptome (beinahe täglich)

Keine

Diese Methode erfordert von den Frauen Achtsamkeit und an mehreren Tagen im Monat Verzicht auf Geschlechtsverkehr. Sie ist weniger wirksam bei Frauen mit unregelmäßigen Menstruationszyklen.

Coitus interruptus

Männer ziehen ihren Penis vor der Ejakulation zurück.

Selbstkontrolle und genaues Timing sind erforderlich.

Keine

Diese Methode ist weniger wirksam als andere Methoden, da Spermien vor der Ejakulation freigesetzt werden können und der Mann möglicherweise vor der Ejakulation seinen Penis nicht zurückziehen kann.

Weitere Informationen

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