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Übersicht über die Ernährung

Von

Adrienne Youdim

, MD, David Geffen School of Medicine at UCLA

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2019| Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Quellen zum Thema

Als Ernährung gilt der Prozess des Essens und Trinkens, der Aufnahme und der Verwertung von Nährstoffen, die der Körper für Wachstum, Entwicklung und zur Aufrechterhaltung des Lebens benötigt.

Um sich richtig zu ernähren, braucht der Mensch gesunde Nahrung, die eine Vielzahl von Nährstoffen enthält – also die Stoffe, die den Körper nähren. Eine gesunde Ernährung sichert ein angemessenes Körpergewicht mit einer wünschenswerten Verteilung von Fett- und Muskelmasse (dem Anteil von Fett und Muskeln im Körper) sowie die Fähigkeit, die täglichen körperlichen und geistigen Aufgaben zu meistern.

Zu viel Essen kann zu Adipositas (Fettleibigkeit) führen. Eine übermäßige Aufnahme von bestimmten Nährstoffen, meist Vitaminen oder Mineralstoffen, wirkt sich schädlich (toxisch) auf den Körper aus. Ist die Versorgung mit Nährstoffen unzureichend, kann dies zu Unterernährung führen.

Beurteilung des Ernährungsstatus

Um festzustellen, ob Patienten Nährstoffe in angemessenem Umfang aufnehmen, fragen Ärzte nach ihren Ernährungsgewohnheiten und -formen und führen bei ihnen eine körperliche Untersuchung zur Beurteilung von Körperaufbau und -funktion durch.

Körpergröße und -gewicht sowie der Body Mass Index (BMI) werden ermittelt. Der BMI errechnet sich als Gewicht in Kilogramm, dividiert durch die Größe in Metern zum Quadrat. Ein BMI zwischen 19 und 24 gilt im Allgemeinen für Männer und Frauen als normal oder gesund. In den USA und anderen Industrieländern haben viele Menschen einen BMI über 24. Der Erhalt eines angemessenen Körpergewichts ist wichtig für die körperliche und psychische Gesundheit. Eine Standardtabelle für Gewicht nach Größe kann als Leitlinie verwendet werden, aber der BMI ist verlässlicher.

Der Körperaufbau, darunter auch der Prozentanteil an Körperfett, wird teilweise über eine Messung der Hautfaltendicke oder mittels einer bioelektrischen Impedanzanalyse geschätzt. Genauer lässt sich der Körperfettanteil unter anderem mit Unterwasserwiegen (hydrostatisches Wiegen) und der Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DEXA) bestimmen. Aber diese beiden Methoden sind nicht einfach in der Anwendung, können teuer sein und sind auch nicht immer verfügbar. Sie werden meistens in der Forschung eingesetzt.

Der Gehalt vieler Nährstoffe lässt sich in Bluttests und manchmal auch im Gewebe messen. Beispielsweise kann ein Proteinmangel über die Bestimmung des Spiegels von Albumin, dem Hauptprotein im Blut, leichter festgestellt werden. Bei Mangelernährung sinken die Nährstoffspiegel.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Verhältnis von Fett- und Muskelmasse im Körper (Körperzusammensetzung). Die Körperzusammensetzung kann mithilfe von hydrostatischem Wiegen, Hautfaltendicke, bioelektrischer Impedanzanalyse und Dual-Röntgen-Absorptiometrie bestimmt werden.

Hydrostatisches Wiegen: Patienten werden unter Wasser in einem kleinen Becken gewogen. Knochen und Muskeln haben eine höhere Dichte als Wasser; deshalb wiegt eine Person mit einem hohen Anteil an schlankem Gewebe unter Wasser mehr als eine Person mit hohem Fettanteil. Diese Methode ist die zuverlässigste, sie erfordert jedoch eine Spezialausrüstung, die nicht ohne weiteres verfügbar ist, sowie einigen Zeitaufwand und Erfahrung in der Durchführung.

Hautfaltendicke: Die Körperzusammensetzung lässt sich durch Messen der Dicke des Unterhautfettgewebes (Hautfaltendicke) schätzen. Eine Hautfalte wird auf der Außenseite des linken Oberarms (Trizeps-Hautfalte) vom Arm weggezogen und mit einem Messzirkel ermittelt. Als normal gilt eine Hautfaltendicke von etwa 1,2 cm bei Männern und 2,5 cm bei Frauen. Dieser Messwert kann in Verbindung mit dem Umfang des linken Oberarmes zur Bestimmung des Skelettmuskelanteils im Körper dienen (Lean Body Mass oder LBM).

Bioelektrische Impedanzanalyse: Die bioelektrische Impedanzanalyse misst den elektrischen Widerstand der Körpergewebe bei einer unmerklich geringen Spannung. Normalerweise stehen die Patienten dabei barfuß auf Metallplatten, und der Strom wird durch den einen Fuß nach oben geschickt und gelangt durch den anderen zurück. Das Körperfett und die Knochen setzen dem Strom einen größeren Widerstand entgegen als die Muskeln. Der Messwert des Widerstands lässt Rückschlüsse auf den Anteil des Körperfetts zu. Der Test dauert ungefähr 1 Minute.

Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA): Mit diesem Bildgebungsverfahren lassen sich die Menge und Verteilung von Körperfett genau bestimmen. Für das sichere DXA-Verfahren wird eine sehr geringe Strahlendosis verwendet. Es ist allerdings zu teuer, um es als Routineverfahren einzusetzen.

Tabelle
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Body Mass Index (BMI)

Gewichtsklasse

(BMI)

Normal* (18,5–24)

Übergewicht (25–29)

Adipös: Klasse I (30–34)

Adipös: Klasse II (35–39)

Adipös: Klasse III (≥ 40)

Größe

Körpergewicht

152–155 cm

44–58 kg

58–69 kg

69–82 kg

81–93 kg

>93 kg

157–160 cm

47–61 kg

62–74 kg

74–87 kg

87–100 kg

>100 kg

162–165 cm

50–65 kg

66–79 kg

79–93 kg

93–106 kg

>106 kg

168–170 cm

54–69 kg

70–84 kg

84–98 kg

98–113 kg

>113 kg

173–175 cm

57–74 kg

74–89 kg

89–104 kg

104–119 kg

>119 kg

178–180 cm

60–78 kg

79–94 kg

95–110 kg

110–127 kg

>127 kg

183–185 cm

64–83 kg

84–99 kg

100–117 kg

117–134 kg

>134 kg

188–190 cm

67–87 kg

88–105 kg

106–123 kg

123–141 kg

>141 kg

193 cm

71–89 kg

93–108 kg

112–127 kg

130–145 kg

>145 kg

*Menschen mit einem BMI unter den als „Normal“ aufgeführten Werten gelten als untergewichtig.

Ernährungskomponenten

Nährstoffe werden generell in zwei Klassen eingeteilt:

  • Makronährstoffe: Makronährstoffe werden jeden Tag in erheblicher Menge benötigt. Zu ihnen zählen Proteine (Eiweiße), Fette und Kohlenhydrate, einige Mineralstoffe und Wasser.

  • Mikronährstoffe: Der tägliche Bedarf an Mikronährstoffen liegt zwischen tausendstel Gramm (Milligramm) und Millionstel Gramm (Mikrogramm). Dazu zählen Vitamine und bestimmte Mineralstoffe, mit deren Hilfe der Körper Makronährstoffe verwerten kann. Diese Mineralstoffe werden als Spurenelemente bezeichnet, da der Körper nur sehr kleine Mengen davon benötigt.

Für jede Kalorie verbrauchter Energie sollte 1 Milliliter Wasser, das sind etwa 2,5 Liter täglich, zugeführt werden. Der Wasserbedarf lässt sich über den natürlichen Wassergehalt vieler Lebensmittel sowie durch Trinken von Frucht- oder Gemüsesäften, koffeinfreien Kaffee oder Tee oder auch Wasser selbst decken. Alkoholische Getränke, koffeinhaltiger Kaffee, Tee und Limonaden stimulieren gleichzeitig die Harnproduktion, sodass sie in dieser Hinsicht weniger nützlich sind.

Die übliche Kost enthält bis zu 100.000 verschiedene Stoffe. Aber nur 300 davon sind als Nährstoffe klassifiziert und nur 45 sind essenzielle Nährstoffe:

  • Einige Aminosäuren (Bestandteile von Proteinen)

  • Einige Fettsäuren (Bestandteile von Fetten)

Essenzielle Nährstoffe können nicht im Körper synthetisiert werden und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

Nahrungsmittel enthalten darüber hinaus viele weitere Bestandteile, einschließlich Ballaststoffe (wie Zellulose, Pektine und pflanzliche Gummistoffe).

Nahrungsmittel können Zusätze (wie Konservierungsstoffe, Emulgatoren, Antioxidantien und Stabilisatoren) enthalten, welche die Produktion, Verarbeitung, Lagerung und Verpackung von Nahrungsmitteln erleichtern.

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