Mitochondriale DNA-Anomalien

VonQuasar S. Padiath, MBBS, PhD, University of Pittsburgh
Reviewed ByGlenn D. Braunstein, MD, Cedars-Sinai Medical Center
Überprüft/überarbeitet Geändert Juni 2025
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Die Anzahl der Mitochondrien in einer Zelle variiert je nach Funktion der Zelle, liegt jedoch im Durchschnitt zwischen 80 und 2000 pro Zelle (1). Stoffwechselaktivere Zellen wie Kardiomyozyten und Hepatozyten enthalten eine größere Anzahl davon, während andere Zellen wie Erythrozyten keine Mitochondrien enthalten. Mitochondrien enthalten DNA in einem einzelnen zirkulären Chromosom mit 37 Genen, die für 13 Proteine kodieren (einschließlich jener, die für die Produktion von Adenosintriphosphat [ATP] und oxidative Phosphorylierung verantwortlich sind), verschiedene RNA und mehrere regulierende Enzyme. Die mitochondriale DNA enthält auch nichtkodierende D-Loop-Regionen, die für die Regulierung der DNA-Replikation und -Transkription verantwortlich sind. Über 90% der mitochondrialen Proteine werden jedoch von Genen im Zellkern codiert. Für praktische Zwecke werden alle Mitochondrien aus dem Zytoplasma der Eizelle vererbt. Auf diese Weise kommt Mitochondrien-DNA ausschließlich von der Mutter.

Mitochondriale Erkrankungen (siehe auch Störungen der mitochondrialen oxidativen Phosphorylierung) können durch mitochondriale oder nukleäre DNA-Anomalien bedingt sein (z. B. Deletionen, Duplikationen, Mutationen). Anfällig für Funktionsstörungen aufgrund von mitochondrialen Anomalien sind besonders Gewebe mit hohem Energieumsatz (z. B. Muskeln, Herz, Gehirn). Bestimmte mitochondriale DNA-Anomalien führen zu charakteristischen Manifestationen (siehe Tabelle ). Mitochondriale Erkrankungen kommen bei Männern und Frauen gleich häufig vor.

Tipps und Risiken

  • Mitochondriale Krankheiten können durch mitochondriale oder nukleäre DNA-Anomalien bedingt sein.

Mitochondriale Anomalien treten vielfach auch bei gängigeren Störungen wie bestimmten Formen des Morbus Parkinson (mit größeren mitochondrialen Deletionen in den Basalganglienzellen) und verschiedenartigen Muskelkrankheiten auf.

Tabelle

Typisches Merkmal mitochondrialer DNA-Anomalien ist die mütterliche Vererbung. Somit haben alle Nachkommen einer betroffenen Frau ein erhöhtes Risiko, die Anomalie zu erben, während für die Nachkommen eines betroffenen Mannes kein erhöhtes Risiko besteht. Variabilität bei klinischen Manifestationen ist die Regel, und diese Anomalien imitieren ein breites Spektrum von Erkrankungen, die oft die Diagnose sehr schwierig machen. Die Variabilität könnte zum Teil an unterschiedlichen Mischungsverhältnissen der geerbten mutierten und normalen Mitochondriengenome (Heteroplasmie) in Zellen und Geweben liegen.

Wichtige Punkte

  • Mitochondriale Erkrankungen haben mütterlichen Vererbungsmuster.

  • Weil die klinische Manifestationen subtil und variabel sein können, kann die Diagnose sehr schwierig sein.

Hinweis

  1. 1. Cole LW. The Evolution of Per-cell Organelle Number. Front Cell Dev Biol. 2016;4:85. Published 2016 Aug 18. doi:10.3389/fcell.2016.00085

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