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Wie Empfindung zu beurteilen ist

Von

George Newman

, MD, PhD, Albert Einstein Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Feb 2018
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Quellen zum Thema

Um die Fähigkeit, ein scharfes Objekt zu fühlen, zu testen, erfolgt die beste Screeninguntersuchung mit einem spitzen Wegwerfgegenstand oder einem anderen scharfen Objekt auf der Gesichtshaut, Rumpf und allen 4 Extremitäten. Der Patient wird gefragt, ob sich die Stiche auf beiden Seiten gleich anfühlen und ob das Gefühl stumpf oder spitz ist. Der scharfe Gegenstand wird nach Gebrauch verworfen, um eine eventuelle Infektion mit über das Blut übertragbaren Krankheiten (z. B. HIV-Infektion, Hepatitis) zu vermeiden.

Die kortikale sensorische Funktion wird überprüft, indem der Patient aufgefordert wird, ein vertrautes Objekt (z. B. Münze, Schlüssel), das auf seine Handfläche gelegt wird (Stereognosis), und Ziffern, die auf seine Handfläche geschrieben werden (Graphästhesie), zu identifizieren sowie einen und zwei eng nebeneinander platzierte simlultane Nadelstiche in die Fingerkuppen zu unterscheiden (Zweipunkt-Diskriminierung).

Ein weiterer Indikator für eine beeinträchtigte kortikale Sinnesfunktion ist Extinktion, die die Unfähigkeit ist, einen Stimulus an einer Seite zu identifizieren—einer, der identifiziert werden kann, wenn jeweils eine Seite des Körpers getestet wird —wenn beide Seiten des Körpers gleichzeitig getestet werden. Wenn beispielsweise Extinktion vorhanden ist, berichten Patienten, dass sie nur auf einer Seite eine Empfindung spüren, auch wenn sie gleichzeitig auf beiden Seiten berührt werden, obwohl sie eine Empfindung auf beiden Seiten fühlen können, wenn eine Seite auf einmal getestet wird.

Temperaturempfinden wird in der Regel mit einer kalten Stimmgabel getestet.

Der Gelenklagesinn wird getestet, indem die Endphalangen der Finger und Zehen um einige Grad auf und ab bewegt werden. Kann der Patient diese winzigen Bewegungen mit geschlossenen Augen nicht erkennen, werden größere Auf- und Abbewegungen versucht, bevor das nächste weiter proximal gelegene Gelenk getestet wird (z. B. werden die Knöchel getestet, wenn die Zehenbewegung nicht wahrgenommen wird).

Pseudoathetose bezieht sich auf unwillkürliche, windende, schlangenartige Bewegungen einer Extremität, die von einer starken Minderung des Lagesinns herrühren; die motorischen Bahnen, inkl. die der Basalganglien, sind erhalten. Das Gehirn kann die räumliche Position der Extremität nicht wahrnehmen, daher bewegt sich diese eigenständig, und der Patient muss die Bewegungen visuell kontrollieren. Mit geschlossenen Augen kann der Patient typischerweise die Extremität nicht im Raum lokalisieren.

Die Unfähigkeit, mit geschlossenen Füßen und geschlossenen Augen zu stehen (Romberg-Versuch), zeigt einen gestörten Lagesinn betreffend die unteren Extremitäten. Bei Kleinhirnerkrankungen versucht der Patient so zu stehen, dass die Füße zwar auseinander, aber so nah wie möglich beieinander sind, um nicht zu fallen. Erst dann schließt er die Augen. Selten ist ein positives Ergebnis auf starken beidseitigen Ausfall der vestibulären Funktion zurückzuführen (z. B. Aminoglykosid-Toxizität).

Um den Vibrationssinn zu testen, legt der Untersucher einen Finger unter das distale Interphalangealgelenk des Patienten und drückt eine leicht angeschlagene 128-Hz-Stimmgabel auf die Oberseite des Gelenks. Der Patient sollte das Ende der Vibrationen etwa zur selben Zeit wie der Untersucher wahrnehmen, der sie durch das Gelenk des Patienten fühlt.

Leichte Berührung wird mit einem Wattestäbchen getestet.

Bei gestörter Sensorik lässt das anatomische Muster auf den Ort der Läsion schließen ( Sensorische Dermatome., Innervationsgebiete der Hautnerven: obere Extremität. und Innervationsgebiete der Hautnerven: untere Extremität.):

  • Strumpf-Handschuh-Verteilung: distale periphere Nerven

  • Verteilung nach Einzeldermatomen oder Nervenästen: Isolierte Nerven (Mononeuritis multiplex) oder Nervenwurzeln (Radikulopathie)

  • Flickenförmige Defizite von Sensorik, Motorik und Reflexen an einer Extremität: Arm- oder Beckenplexus.

  • Reduzierte Sensorik unterhalb eines bestimmten Dermatoms: Rückenmark

  • Sensorischer Ausfall im Reithosenbereich: Cauda equina

  • Überkreuztes Gesichts-Körper-Muster: Hirnstamm

  • Halbseitige sensorische Störung: Gehirn

  • An der Mittellinie ausgerichteter halbseitiger Sensibilitätsausfall: Thalamus oder funktionell (psychogen)

Die Lokalisation der Läsion wird bestätigt, wenn die motorische Schwäche und Reflexveränderungen einem ähnlichen Muster folgen.

Sensorische Dermatome.

In der vorderen Brust grenzen die T2- und C4- Dermatome normalerweise aneinander (über oder ohne C5 und T1, die vor allem die Arme bedecken).

(Gezeichnet nach Keegan JJ, Garrett FD, Anatomical Record 102:409-437, 1948; verwendet mit Genehmigung von The Wistar Institute, Philadelphia, Pennsylvania).

Sensorische Dermatome.

Innervationsgebiete der Hautnerven: obere Extremität.

(Gezeichnet nach Anatomy,ed. 5, herausgegeben von R O'Rahilly. Philadelphia, WB Saunders Company, 1986; verwendet mit Genehmigung).

Innervationsgebiete der Hautnerven: obere Extremität.

Innervationsgebiete der Hautnerven: untere Extremität.

(Gezeichnet nach Anatomy,ed. 5, herausgegeben von R O'Rahilly. Philadelphia, WB Saunders Company, 1986; verwendet mit Genehmigung).

Innervationsgebiete der Hautnerven: untere Extremität.
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