Magnetresonanztomographie (MRT) bietet eine bessere Auflösung neuraler Strukturen als die CT. Die CT, die auf Röntgenbildgebung basiert, eignet sich besser für die Darstellung von Knochenanomalien, während die MRT-Technologie, die auf den von Wasserstoffatomen in Wassermolekülen ausgesendeten Signalen basiert, besser für die Darstellung von Gewebe geeignet ist. Dieser Unterschied ist klinisch am signifikantesten, wenn Folgendes sichtbar gemacht wird:
Hirnnerven
Hirnstammläsionen
Abnormalitäten der hinteren Schädelgrube
Rückenmark
CT-Bilder dieser Regionen werden oft durch knöcherne Streifenartefakte getrübt. Eine MRT ist besonders wertvoll bei der Identifizierung spinaler Krankheiten (z. B. Tumor, Abszess), die das Rückenmark komprimieren und eine notfallmäßige Intervention erforderlich machen. Ebenso ist die MRT besser geeignet zum Nachweis demyelinisierender Plaques, früher Infarkte und subklinischer Hirnödeme, zerebraler Kontusionen und beginnender transtentorieller Einklemmungen, Anomalien des kraniozervikalen Übergangs und einer Syringomyelie.
© 2017 Elliot K. Fishman, MD.
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Die MRT ist kontraindiziert, wenn Patienten (1) haben:
Ein kardiales implantierbares Gerät (CIED) wie ein Herzschrittmacher, ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD) oder ein Gerät zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT)
Kardiale oder karotide Stents für < 6 Wochen
Ferromagnetische Aneurysma-Clips oder andere metallische Objekte, wie Cochlea-Implantate, die sich durch das intensive Magnetfeld überhitzen oder im Körper verschieben können
Zur Darstellung entzündlicher, demyelinisierender und neoplastischer Läsionen kann die Signalverstärkung durch paramagnetische IV-Kontrastmittel (z. B. Gadolinium) erforderlich sein. Obwohl Gadolinium als viel sicherer angesehen wird als Kontrastmittel, die bei der CT verwendet werden, wurde über nephrogene systemische Fibrose (nephrogene fibrosierende Dermopathie) bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und Azidose berichtet. Vor der Anwendung von Gadolinium bei Patienten mit Nierenerkrankungen sollten sich Kliniker mit einem Radiologen und einem Nephrologen beraten. Darüber hinaus kann sich Gadolinium im Gehirn anreichern, wenn wiederholt gadoliniumverstärkte MRT-Untersuchungen durchgeführt werden (2).
Es gibt verschiedene MRT-Techniken; welche gewählt wird, hängt vom spezifischen Gewebe, von der Lokalisation und der vermuteten Störung ab:
Die diffusionsgewichtete Bildgebung (DWI) ermöglicht eine schnelle, frühe Erkennung eines ischämischen Schlaganfalls und hilft bei der Unterscheidung von Hirnabszess und Tumor. Sie kann auch bei der Diagnose der Creutzfeld-Jacob-Krankheit helfen.
Die perfusionsgewichtete Bildgebung (PWI) kann Bereiche mit Hypoperfusion im frühen ischämischen Schlaganfall erkennen, kann aber nicht zuverlässig Bereiche mit benigner Oligämie von solchen mit schädlicher Hypoperfusion aufgrund eines Infarkts unterscheiden.
Die Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) ist eine Erweiterung der DWI und kann weiße Substanzbahnen dreidimensional darstellen (Traktografie). Sie kann zur Überwachung der Integrität von Bahnen des zentralen Nervensystems (ZNS) verwendet werden, die durch Alterung oder Krankheit betroffen sind.
FLAIR (Fluid Attenuated Inversion Recovery) wird verwendet, um demyelinisierende Läsionen, wie sie bei Multipler Sklerose zu sehen sind, von einem Wassersignal aus dem Liquor cerebrospinalis zu unterscheiden; bei dieser Technik erscheint der Liquor dunkel und die demyelinisierende Läsion weiß.
Die in Forschungszentren verwendete Double Inversion Recovery (DIR) ist anderen MRT-Techniken bei der Erkennung von Demyelinisierung der grauen Substanz überlegen; eine Demyelinisierung der grauen Substanz wird bei multipler Sklerose als verbreitet angesehen. Darüber hinaus wird empfohlen, die suszeptibilitätsgewichtete Bildgebung (SWI) oder eine verwandte T2-gewichtete Echo-Planar-MRT-Sequenz zu verwenden, um Läsionen mit einer zentralen Vene oder paramagnetischen Randläsionen, die für MS spezifisch sind, optimal darzustellen (3).
Die funktionelle MRT (fMRT) zeigt, welche Hirnregionen durch eine bestimmte kognitive oder motorische Aufgabe aktiviert werden (erkennbar am verstärkten Fluss von sauerstoffreichem Blut); die klinische Anwendung muss jedoch noch genauer definiert werden.
Die MRT-Angiographie (MRA) nutzt die MRT mit oder ohne Kontrastmittel, um zerebrale Gefäße sowie große Arterien und deren Äste in Kopf und Hals darzustellen. Obwohl die MRT die zerebrale Angiographie nicht ersetzt hat, wird sie dann eingesetzt, wenn eine zerebrale Angiographie nicht durchgeführt werden kann (z. B. weil der Patient sich weigert oder erhöhte Risiken hat). Bei der Insultdiagnostik mit MRA wird die Schwere arterieller Stenosen tendenziell eher zu hochgradig dargestellt, aber somit eine Verschlusskrankheit der großen Arterien meist nicht übersehen. Sie liefert bessere Bilder als die CT-Angiographie, wenn der Verdacht auf eine zerebrale Gefäßdissektion besteht.
Die suszeptibilitätsgewichtete Angiographie (SWAN) kann bei der Beurteilung von Blutungen hilfreich sein. Sie bietet eine bessere Visualisierung von großen und kleinen Blutgefäßen, Mikroblutungen und Ablagerungen von Kalzium und Eisen im Gehirn. Sie kann auch winzige Blutgefäße (z. B. Venolen) sichtbar machen, die sich typischerweise im Zentrum von demyelinisierenden Läsionen bei Patienten mit multipler Sklerose befinden (bekannt als „Zentralvenenzeichen“) und dadurch Läsionen der Multiplen Sklerose von ischämischen Läsionen unterscheiden.
Die MRT-Angiographie kann auch genutzt werden, um die großen Venen und duralen Sinus des Gehirns darzustellen. Die MRA kann eine zerebrale Angiographie in der Diagnose einer Sinusvenenthrombose unnötig machen und ist hilfreich beim Monitoring einer Thrombolyse und bei der Entscheidung über die Dauer der Antikoagulation.
Die MR-Spektroskopie kann Metaboliten des Hirnstoffwechsels regional quantitativ messen und so Tumoren von Abzessen oder Insulten unterscheiden.
Literatur
1. Indik JH, Gimbel JR, Abe H, et al. 2017 HRS expert consensus statement on magnetic resonance imaging and radiation exposure in patients with cardiovascular implantable electronic devices. Heart Rhythm 2017;14(7):e97-e153. doi:10.1016/j.hrthm.2017.04.025
2. Gulani V, Calamante F, Shellock FG, Kanal E, Reeder SB; International Society for Magnetic Resonance in Medicine. Gadolinium deposition in the brain: summary of evidence and recommendations. Lancet Neurol 2017;16(7):564-570. doi:10.1016/S1474-4422(17)30158-8
3. Afkandeh R, Abedi I, Zamanian M. Detection of multiple sclerosis lesions by susceptibility-weighted imaging-A systematic review and meta-analyses. Clin Radiol 2024;79(12):e1522-e1529. doi:10.1016/j.crad.2024.09.009



