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Elektromyographie (EMG) und Untersuchungen der Nervenleitung

Von

Michael C. Levin

, MD, College of Medicine, University of Saskatchewan

Inhalt zuletzt geändert Jul 2016
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Wenn die klinische Entscheidung schwierig ist, ob eine Schwäche durch eine Störung an einem Nerven, einem Muskel oder einer neuromuskulären Synapse hervorgerufen wird, können diese Untersuchungen die betroffenen Nerven und Muskeln identifizieren.

Elektromyographie

Bei der Elektromyographie wird eine Nadelelektrode in den Muskel eingestochen und die elektrische Aktivität in Ruhe und bei Kontraktion des Muskels registriert. Normalerweise ist der entspannte Muskel elektrisch stumm; mit minimaler Kontraktion erscheinen Aktionspotenziale einzelner motorischer Einheiten. Wenn die Kontraktion zunimmt, erhöht sich die Zahl der Potenziale, ein Interferenzmuster bildet sich.

Denervierte Muskelfasern werden durch vermehrte Einstichaktivität und pathologische Spontanaktivität identifiziert (Fibrillationen, positive Wellen und Faszikulationen); während der Kontraktion werden weniger motorische Einheiten rekrutiert, was ein gelichtetes Interferenzmuster produziert. Überlebende Axone sprossen aus, um benachbarte Muskelfasern zu innervieren, vergrößern damit die motorische Einheit und produzieren so Riesenaktionspotenziale.

Bei Muskelkrankheiten sind einzelne Muskelfasern ohne Zusammenhang mit den motorischen Einheiten betroffen; deswegen ist die Amplitude der Potenziale vermindert, jedoch bleibt das Interferenzmuster dicht.

Messung der Nervenleitgeschwindigkeit

Zur Untersuchung der Nervenleitung wird ein peripherer Nerv an verschiedenen Punkten entlang seines Verlaufs zum Muskel mit elektrischen Reizen stimuliert und die Zeit bis zur Auslösung eines Muskelantwortpotentials aufgezeichnet. Die Zeit, die ein Impuls braucht, um eine bestimmte, gemessene Strecke eines Nerven entlangzulaufen, bestimmt die Leitungsgeschwindigkeit. Die Zeit, die benötigt wird, das zum Muskel nächstgelegene Segment zu durchlaufen, ist die distale Latenz. Ähnliche Messungen können für sensorische Nerven durchgeführt werden. Nervenleitungsuntersuchungen testen große myelinisierte, nicht aber dünn myelinisierte oder unmyelinisierte Nerven.

Bei einer Neuropathie ist die Leitung oft verlangsamt, und die Antwortpotenziale können eine Aufsplitterung des Potenzials zeigen durch die ungleiche Beteiligung myelinisierter und nichtmyelinisierter Axone. Beeinträchtigen Neuropathien allerdings nur dünne unmyelinisierte oder dünn myelinisierte Fasern (oder beruht die Schwäche auf einer Muskelerkrankung), sind die Ergebnisse in der Regel normal.

Ein Nerv kann wiederholt stimuliert werden, um die neuromuskuläre Übertragung auf Ermüdbarkeit zu überprüfen, z. B. tritt bei Myasthenie ein progressives Dekrement auf.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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