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Thorakoskopie und Videoassistierte Thorakoskopische Operation

Von

Noah Lechtzin

, MD, MHS, Johns Hopkins University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Okt 2016
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Unter Thorakoskopie versteht man die endoskopische Untersuchung des Pleuraspaltes. Sie wird zur Diagnostik (Pleuroskopie) oder zu operativen Zwecken eingesetzt.

Die operative Thorakoskopie wird üblicherweise als videoassistierte thorakoskopische Operation (VATS) bezeichnet.

Eine Thorakoskopie kann in einer Endoskopieabteilung unter Lokalanästhesie am wachen Patienten durchgeführt werden, während VATS eine Vollnarkose erfordert und im OP erfolgt. Bei beiden Verfahren wird zur besseren Übersicht über die Pleurablätter ein Pneumothorax herbeigeführt.

Indikationen

Thorakoskopie wird verwendet für

  • Diagnostik von exsudativen Pleuraergüssen und verschiedenen Pleura- und Lungenerkrankungen, bei denen nichtinvasive Techniken erfolglos geblieben sind.

  • Pleurodese bei Patienten mit rezidivierenden malignen Ergüssen

  • "Breaking up loculations" bei Patienten mit Empyem

Die diagnostische Genauigkeit für maligne Erkrankungen und Tuberkulose der Pleura beträgt 95%.

Zu den Indikationen für VATS gehören

  • Korrektur eines spontanen primären Pneumothorax

  • Bullectomie und Lungenvolumenreduktionschirurgie bei Emphysem

  • Keilresektion

  • Lungenparenchymbiopsie

  • In einigen medizinischen Zentren, Lobectomie und sogar Pneumonektomie

Zu den selteneren Indikationen für eine VATS gehören die Exstirpation gutartiger mediastinaler Tumoren, Biopsie und Staging-Untersuchungen bei Ösophaguskarzinomen, Sympathektomie bei schwerer Hyperhidrose oder Kausalgie sowie traumatische Verletzungen von Lunge, Pleura und Zwerchfell.

Kontraindikationen

Die Kontraindikationen sind die gleichen wie bei Pleurapunktionen.

Eine absolute Kontraindikation ist

  • Adhesive Verödung des Pleuraraums

Biopsien sind bei Patienten mit stark vaskularisierten Karzinomen, schwerer pulmonaler Hypertonie und schweren bullösen Lungenerkrankungen relativ kontraindiziert.

Vorgehensweise

Obwohl die Thorakoskopie auch von einigen Pulmologen durchgeführt wird, ist die VATS eine Domäne der Thoraxchirurgie. Beide Verfahren ähneln dem Anlegen einer Pleuradrainage; durch einen Hautschnitt wird ein Trokar in einen Zwischenrippenraum eingelegt, durch den das Thorakoskop eingeführt wird. Zusätzliche Schnitte ermöglichen die Verwendung einer Videokamera und anderer Instrumente.

Nach einer Thorakoskopie wird üblicherweise für 1–2 Tage eine Pleuradrainage benötigt.

Komplikationen

Die Komplikationen sind die gleichen wie nach Pleurapunktionen. Zu diesen gehören:

  • Postprozedurales Fieber (16%)

  • Pleurale Risse verursachen ein Luftleck (2%) und/oder Hautemphysem (2%)

Tu den ernsthaften, aber seltenen Komplikationen gehören

  • Blutung

  • Perforation der Lunge

  • Gasembolie

Patienten besitzen auch ein Risiko für Komplikationen bei der Vollnarkose.

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