Viele Hefen und Schimmelpilze können opportunistische, sogar lebensbedrohliche Infektionen bei immunkompromittierten Patienten hervorrufen. Diese Infektionen kommen jedoch nur selten bei immunkompetenten Personen vor. Hefen neigen dazu, Fungämien sowie fokale Beteiligungen der Haut und anderer Körperstellen hervorzurufen.
(Siehe auch Übersicht zu Pilznfektionen.)
Trichosporon-Spezies
Trichosporon-Spezies, einschließlich T. ovoides, T. inkin, T. asahii, T. mucoides, T. asteroides und T. cutaneum, sind Hefen, die häufig als Kommensalen vorkommen, aber tödliche disseminierte Infektionen verursachen können, besonders bei immungeschwächten Patienten (z. B. Neutropenie). Unter den Trichosporon ist T. asahii die häufigste Ursache der disseminierten Erkrankung.
Trichosporon-Arten sind bekannt für ihre Fähigkeit, Biofilme auf medizinischen Geräten zu bilden.
Malassezia-Spezies
Malassezia furfur und andere Malassezia-Spezies (z. B. M. globosa) sind Hefepilze, die Pityriasis versicolor und Follikulitis verursachen. Sie können auch eine katheterassoziierte Fungämie bei Patienten verursachen, die parenterale Lipide über einen zentralvenösen Katheter erhalten. Die katheterbedingte Fungämie betrifft in der Regel Säuglinge und geschwächte Erwachsene, die lipidhaltige intravenöse Hyperalimentationsinfusionen erhalten.
Das Personal des mikrobiologischen Labors sollte benachrichtigt werden, wenn versucht wird, Malassezia aus klinischen Proben zu isolieren, da spezielle Medien erforderlich sind.
Talaromyces marneffei
Talaromyces marneffei ist ein opportunistischer Erreger, der disseminierte Infektionen bei Patienten in Südostasien mit fortgeschrittener HIV-Infektion verursacht. Fälle wurden bei Reisenden festgestellt, die nach einem Besuch dieser Region in die Vereinigten Staaten zurückkehrten.
T. marneffei Hautläsionen können an eine Molluscum-contagiosum-Infektion (Dellwarzen) erinnern.
Fusarium-Arten und Scedosporium apiospermum
Verschiedene Umweltpilze, einschließlich der Arten von Fusarium und Scedosporium apiospermum - beide werden immer häufiger zu Infektionsursachen - können fokale angioinvasive vaskulitische Läsionen verursachen, die eine invasive Aspergillose vortäuschen.
Fusarium Spezies und S. apiospermum verursachen oberflächliche Infektionen (z. B. Keratitis, Onychomykose) bei immunkompetenten Patienten und disseminierte Infektionen bei schwer immunsupprimierten Patienten mit verlängerter, schwerer Neutropenie und/oder schwerer T-Zell-Immundefizienz. Fusarium-Spezies (im Gegensatz zu Aspergilli) können in routinemäßigen Blutkulturen von Patienten mit disseminierter Infektion wachsen.
Eine exakte Diagnose erfordert eine Kultur und Speziesidentifikation, die aufgrund unterschiedlicher Resistenzprofile für die Steuerung einer effektiven antimykotischen Therapie unerlässlich sind. Scedosporium-Spezies sind z. B. in der Regel resistent gegen Amphotericin B. Daher müssen optimale antimykotische Behandlungsschemata individuell auf den jeweiligen Erreger innerhalb dieser Gruppe opportunistischer Pilze abgestimmt werden.
Voriconazol gilt als das Mittel der Wahl für sowohl Fusarium als auch S. apiospermum.



