Schluckauf

(Schluckauf; Singultus)

Vollständige Überprüfung: Apr. 2026 VonJonathan Gotfried, MD, Main Line Health, Bryn Mawr, PA | Peer-Review durchMinhhuyen Nguyen, MD, Fox Chase Cancer Center, Temple University
Letzte Aktualisierung: Apr. 2026
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Unter Schluckauf versteht man unfreiwillige Spasmen des Zwerchfells mit folgendem Verschluss der Epiglottis, die den Einstrom von Luft kontrolliert und ein charakteristisches Geräusch hervorruft. Vorübergehende Anfälle von Schluckauf sind sehr häufig. Persistierender (> 2 Tage) und nichtbehandelbarer (> 1 Monat) Schluckauf ist selten, aber qualvoll.

Ätiologie von Schluckauf

Schluckauf tritt bei Irritation von afferenten oder efferenten Zwerchfellnerven oder von medullären Zentren auf, die die Atemmuskulatur, hier besonders das Zwerchfell, kontrollieren. Schluckauf kommt meist bei Männern vor (1).

Die Ursache von Schluckauf ist in der Regel unbekannt, aber vorübergehender Schluckauf entsteht oft durch folgende Ursachen (2):

  • Ausdehnung des Magens

  • Alkoholkonsum

  • Schlucken heißer oder reizender Substanzen

Persistierender und hartnäckiger Schluckauf hat unzählige Ursachen (siehe Tabelle ).

Tabelle
Tabelle

Literatur zur Ätiologie

  1. 1. Lee GW, Kim RB, Go SI, et al. Gender Differences in Hiccup Patients: Analysis of Published Case Reports and Case-Control Studies. J Pain Symptom Manage. 2016;51(2):278-283. doi:10.1016/j.jpainsymman.2015.09.013

  2. 2. Launois S, Bizec JL, Whitelaw WA, et al. Hiccup in adults: an overview. Eur Respir J. 1993;6(4):563-575.

Auswertung von Schluckauf

Anamnese

Eine Anamnese der bestehenden Ekrankung sollte die Dauer des Schluckaufs und angewandte Heilmittel vermerken sowie die Beziehung zwischen dem Beginn und einer kürzlichen Krankheit oder Operation abfragen.

Die Untersuchung der Körpersysteme versucht begleitende gastrointestinale Symptome wie Reflux und Schluckbeschwerden, thorakale Symptome wie Husten oder Schmerzen in der Brust sowie neurologische Symptome aufzudecken.

Die Anamnese sollte bekannte gastrointestinale und neurologische Erkrankungen (z. B. Läsion des Zentralnervensystems, Morbus Parkinson, periphere Nervenreizung im Nacken- oder Thoraxbereich) abfragen und auch Angaben zum Alkoholkonsum beinhalten.

Körperliche Untersuchung:

Die Untersuchung ist in der Regel unauffällig, es sollte jedoch nach Anzeichen für chronische Krankheiten (z. B. Kachexie) gesucht werden. Eine vollständige neurologische Untersuchung ist wichtig.

Warnhinweise

Folgendes ist von besonderer Bedeutung:

  • Neurologische Symptome oder Anzeichen

Interpretation der Befunde

Wenige Befunde sind spezifisch. Ein Schluckauf nach Alkoholkonsum oder einer Operation kann sehr wohl mit diesen Ereignissen im Zusammenhang stehen. Andere mögliche Ursachen (siehe Tabelle ) sind zugleich zahlreich und selten eine Ursache für Schluckauf.

Testverfahren

Eine spezifische Abklärung ist beim akuten Schluckauf nicht notwendig, wenn die Routineanamnese und die körperliche Untersuchung unauffällig sind; pathologische Befunde werden mit geeigneten Testverfahren abgeklärt.

Patienten mit länger anhaltendem Schluckauf ohne offensichtliche Ursache sollten sich untersuchen lassen, einschließlich Serumelektrolyte, Blut-Harnstoff-Stickstoff (BUN) und Kreatinin, Röntgenthorax und EKG. Eine Endoskopie des oberen Gastrointestinaltrakts und eine ösophageale pH-Metrie sollten in Betracht gezogen werden, um eine gastroösophageale Refluxkrankheit als mögliche Ursache für Schluckauf zu identifizieren. Wenn diese unauffällig sind, können ein MRT des Gehirns und ein CT des Thorax angefertigt werden.

Behandlung von Schluckauf

Identifizierte Probleme werden behandelt (z. B. Protonenpumpeninhibitoren bei gastroösophagealer Refluxkrankheit, Dilatation bei Strikturen der Speiseröhre).

Zur Linderung der Symptome können einige einfache körperliche Maßnahmen erprobt werden, die jedoch möglicherweise nicht wirksam sind und für deren Anwendung es keine zuverlässige Evidenz gibt. Zum Beispiel, der PaCO2 kann erhöht und die Zwerchfellaktivität gehemmt werden durch häufiges Anhalten des Atems oder durch tiefes Ein- oder Ausatmen in eine Papiertüte.@ (CAVE: Plastiktüten können in den Nasenlöchern hängen bleiben und werden nicht empfohlen.) Eine Vagusstimulation durch eine Pharynxirritation (z. B. Schlucken von trockenem Brot, granuliertem Zucker oder Eisstückchen, Zug an der Zunge oder Einlegen eines Knebels) kann wirksam sein. Außerdem existieren eine Vielzahl von Hausmitteln.

Persistierender Schluckauf ist häufig therapieresistent (1). Viele Medikamente sind anekdotisch eingesetzt worden. Baclofen, ein Gamma-Aminobuttersäure-Agonist, kann wirkungsvoll sein. Andere orale Medikamente sind Chlorpromazin, Metoclopramid und verschiedene Antikonvulsiva (z. B. Gabapentin). Zusätzlich kann ein Versuch mit Protonenpumpeninhibitoren unternommen werden. Bei schweren Symptomen kann Chlorpromazin, i.m. oder IV, gegeben werden.

In hartnäckigen Fällen wurden ultraschallgeführte Phrenikusblockaden durchgeführt (2) und Phrenikusnervenstimulatoren mit einigem Erfolg eingesetzt (3). Phrenikusnervenblockaden bergen das Risiko einer Atemdepression und eines Pneumothorax. Selbst die bilaterale Phrenikotomie ist nicht in allen Fällen heilsam.

Literatur zur Behandlung

  1. 1. Reichenbach ZW, Piech GM, Malik Z. Chronic Hiccups. Curr Treat Options Gastroenterol. 2020;18(1):43-59. Published 2020 Jan 23. doi:10.1007/s11938-020-00273-3

  2. 2. Renes SH, van Geffen GJ, Rettig HC, et al. Ultrasound-guided continuous phrenic nerve block for persistent hiccups. Reg Anesth Pain Med. 2010;35(5):455-457. doi:10.1097/aap.0b013e3181e8536f

  3. 3. Jevotovsky DS, Suarez M, Chopra H, et al. Peripheral nerve stimulation (PNS) of the phrenic nerve for intractable hiccups: a novel use case report. Reg Anesth Pain Med. 2025;50(11):916-918. Published 2025 Nov 5. doi:10.1136/rapm-2024-105796

Wichtige Punkte

  • Die Ursache ist in der Regel unbekannt.

  • Selten besteht eine ernsthafte Erkrankung.

  • Eine Abklärung ist in der Regel nicht zielführend, sollte aber für einen Schluckauf von langer Dauer erfolgen.

  • Es gibt zahlreiche Mittel mit begrenzter Wirksamkeit, aber keines mit eindeutiger Überlegenheit.

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