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Hepatitis C, Akut

Von

Anna E. Rutherford

, MD, MPH, Harvard Medical School

Inhalt zuletzt geändert Nov 2017
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Quellen zum Thema

Hepatitis C wird durch ein RNA-Virus verursacht, das häufig parenteral übertragen wird. Es verursacht manchmal typische Symptome von viraler Hepatitis, einschließlich Anorexie, Unwohlsein und Ikterus, kann aber asymptomatisch sein. Fulminante Hepatitis und Tod treten selten auf. Eine cronische Hepatitis entwickelt sich in etwa 75% der Fälle und kann zu einer Leberzirrhose und seltener auch zu einem hepatozellulärem Karzinom führen Die Diagnose erfolgt serologisch. Die Therapie ist symptomatisch. Es steht kein Impfstoff zur Verfügung.

In den USA werden jährlich ungefähr 2000 Fälle von akuter Hepatits-C-Infektion diagnostiziert. Da jedoch viele Fälle nicht erkannt werden oder von diesen nicht berichtet wird, schätzt die CDC, dass die tatsächliche Zahl der Neuinfektionen bei fast 30.000 jährlich liegt (siehe CDC Hepatitis C FAQs).

Hepatitis C-Virus (HCV) ist ein einzelsträngiges RNA-Flavivirus, das eine, akute Virushepatitis bewirkt und ist eine häufige Ursache von chronischer viraler Hepatitis. Es gibt sechs verschiedene HCV-Subtypen mit unterschiedlicher Aminosäurensequenz (Genotypen). Diese Genotypen treten geographisch unterschiedlich auf und unterscheiden sich in Virulenz und Ansprechen auf Therapie. Das HCV ändert seine Aminosäurensequenz in einem infizierten Individuum und produziert zahlreiche Varianten (Quasispezies).

Manchmal tritt eine HCV-Infektion gleichzeitig mit spezifischen systemischen Erkrankungen auf, einschließlich der Folgenden:

  • Essenzielle gemischte Kryoglobulinämie

  • Die Porphyria cutanea tarda (ca. 60–80% der Patienten mit Porphyrie haben eine HCV-Infektion, aber nur wenige HCV-infizierte Patienten entwickeln eine Porphyrie) und die Glomerulonephritis.

Die Mechanismen sind ungewiss.

Bis zu 20% der Patienten mit alkoholischer Leberkrankheit haben gleichzeitig eine HCV-Infektion. Die Ursachen für diese hohe Assoziation sind nicht klar, weil ein gleichzeitiger Alkohol- und Medikamentenabusus nur einen Teil der Fälle erklärt. Bei diesen Patienten wirken HCV und Alkohol synergistisch im Sinne einer Verschlechterung der Leberentzündung und Fibrose.

Übertragung von Hepatitis C

Die Infektion wird meist durch Blut übertragen, vor allem bei gemeinsamem Gebrauch von Nadeln bei i.v. Drogenabhängigen, darüber hinaus aber auch durch Tattoos und Körper-Piercing.

Die sexuelle Übertragung und die vertikale Mutter-Kind-Übertragung von Hepatitis C ist relativ selten.

Übertragungen von Hepatits C durch Bluttransfusionen sind eine absolute Rarität, da die Blutspender sorgfältig untersucht werden.

Sporadische Fälle ohne offensichtliche Risikofaktoren treten immer wieder auf,

die HCV-Prävalenz ändert sich abhängig vom geographischen Gebiet und verschiedenen Risikofaktoren.

Symptome und Beschwerden

Hepatitis C kann während der akuten Phase asymptomatisch sein. Ihr Schweregrad fluktuiert, manchmal mit rezidivierender Hepatitis und schwankenden Transaminasen über Jahre und Dekaden. Eine fulminante Hepatitis ist extrem selten.

Die HCV-Infektion hat die höchste Chronizitätsrate (ca. 75%). Die resultierende chronische Hepatitis ist meist asymptomatisch und zeigt einen gutartigen Verlauf, führt allerdings auch bei 20–30% der Patienten zur Zirrhose, die sich häufig über Jahrzehnte entwickelt. In der HCV-infizierten Leber kann ein hepatozelluläres Karzinom entstehen, meist geht der Karzinombildung eine Zirrhoseentwicklung voraus (anders als bei Hepatitis B).

Diagnose

  • Serologische Tests

Daher sollte bei der Anfangsdiagnose einer akuten Hepatitis die virale Hepatitis differenzialdiagnostisch von anderen Krankheiten, die eine Gelbsucht hervorrufen, abgegrenzt werden ( Vereinfachter diagnostischer Ansatz bei potenzieller akuter viraler Hepatitis.). Wenn eine akute Virushepatitis vermuten wird, werden die folgenden Untersuchungen zum Screening auf Hepatitis-Viren A, B und C durchgeführt:

  • IgM-Antikörper gegen Hepatitis-A-Virus (Anti-HAV)

  • Hepatitis-B-Oberflächenantigen (HBsAg)

  • IgM-Antikörper gegen Hepatitis B core (Anti-HBc-IgM)

  • Antikörper gegen HCV (anti-HCV) und HCV RNA

Wenn der Anti-HCV-Test positiv ist, wird HCV-RNA gemessen, um eine aktive von einer zurückliegenden Hepatitis-C-Infektion zu unterscheiden (siehe Tabelle: Hepatitis-C-Serologie).

Bei Hepatitis C zeigt Serum anti-HCV eine chronische, frühere oder akute Infektion; der Antikörper ist nicht schützend. Wenn die Fälle unklar sind oder wenn der Verdacht auf Hepatitis C hoch ist, wird HCV-RNA gemessen. Anti-HCV erscheint in der Regel innerhalb von 2 Wochen nach der akuten Infektion, kann aber auch verspätet auftreten, HCV-RNA ist jedoch früher positiv.

Tabelle
icon

Hepatitis-C-Serologie

Marker

Akute HCV-Infektion

Chronische HCV-Infektion

Vorherige HCV-Infektion*

Anti-HCV

+

+

+

HCV-RNA

+

+

* Patienten, die eine HCV-Infektion hatten und spontan ausgeheilt sind oder erfolgreich behandelt wurden.

Anti-HCV = Antikörper gegen HCV; HCV = Hepatitis-C-Virus.

Andere Funktionsprüfungen

Die Leberwerte werden bestimmt, falls das nicht schon vorher geschehen ist. Dazu gehören Serumtransaminasen (ALT und AST), alkalische Phosphatase und Bilirubin.

Andere Tests sollten zur Bewertung der Schwere der Erkrankung durchgeführt werden; sie umfassen Serumalbumin, Thrombozytenzahl und PT/INR.

Therapie

  • Unterstützende Behandlung

Es gibt eine Reihe von neuen, hochwirksamen direkt wirkenden antiviralen Medikamenten bei Hepatitis C, die die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von chronischen Infektion verringern. Die Behandlungen sind jedoch sehr teuer und wurden bei akuten Infektionen nicht untersucht. Aktuelle Empfehlungen sind, die Patienten für 6 Monate zu beobachten, um eine spontane Clearance zu ermöglichen und dann diejenigen zu behandeln, die eine persistente Virämie haben (d. h. eine chronische Hepatitis C) [1]).

In bestimmten Situationen können Kliniker entscheiden, dass die Vorteile einer frühzeitigen Behandlung die Empfehlung überwiegen, auf die HCV-Clearance zu warten (1), wenn folgendes vorhanden ist:

  • Die Prävention der HCV-Übertragung ist wichtig (z. B. für Chirurgen, i. v. Drogenkonsumenten oder Personen mit einem hohen Risiko, die Infektion sexuell zu übertragen).

  • Das Risiko klinischer Konsequenzen einer akuten HCV-Infektion ist hoch (z. B. bei Patienten mit Zirrhose).

  • Patienten werden wahrscheinlich nicht weiter beobachtet.

Alkohol sollte vermieden werden, weil er die Leberschädigung verstärkt. Restriktionen in Diät oder körperlicher Aktivität inkl. der oft verordneten Bettruhe haben keine wissenschaftliche Grundlage.

Die meisten Patienten können wieder unbedenklich mit der Arbeit beginnen, nachdem die Gelbsucht abgeklungen ist, auch wenn die Transaminasen noch erhöht sind.

Bei der cholestatischen Hepatitis kann die Gabe von Colestyramin 8 g p.o. 1- bis 2-mal täglich den Juckreiz vermindern.

Das Vorliegen einer Virushepatitis ist meldepflichtig.

Behandlungshinweise

Vorbeugung

Die Patienten sollten dahingehend beraten werden, Verhalten mit hohem Risiko zu vermeiden (z. B. Austausch von Nadeln, um Drogen zu injizieren, Tätowierungen und Piercings stechen lassen).

Blut und andere Körperflüssigkeiten (z. B. Speichel, Sperma) werden als infektiös betrachtet. Die Ansteckungsgefahr nach Kontakt mit einer einzigen Injektionsnadeln liegt bei etwa 1,8%. Schutzmaßnahmen werden empfohlen, aber eine Isolation des Patienten trägt nicht zur Verhinderung einer akuten Hepatitis C bei.

Das Risiko der Übertragung durch HCV-infiziertes medizinisches Personal scheint gering zu sein, und es gibt keine CDC Empfehlungen Mitarbeiter des Gesundheitswesens mit Hepatitis-C-Infektion einzuschränken.

Das Risiko einer Posttransfusionshepatitis wird minimiert, indem unnötige Transfusionen vermieden und alle Blutspender auf HBsAg und anti-HCV getestet werden. Dieses Screening hat die Inzidenz einer Posttransfusionshepatitis auf circa 1:100.000 Einheiten transfundierter Blutkomponenten reduziert.

Impfstoffe zur Immunprophylaxe von HCV existieren nicht. Die Fähigkeit des HCV, sein Genom zu verändern, erschwert die Vakzineentwicklung.

Wichtige Punkte

  • Hepatitis C wird in der Regel durch parenteralen Kontakt mit infiziertem Blut übertragen; Übertragung von Schleimhautkontakt mit anderen Körperflüssigkeiten und perinatale Übertragung von infizierten Müttern sind selten.

  • Etwa 75% der Patienten mit einer akuten Hepatitis C entwickeln eine chronische Hepatitis, die bei 20 bis 30% in eine Zirrhose übergehen kann. Bei manchen Patienten mit Zirrhose findet eine weitere Entwicklung zu einem hepatozellulären Karzinom statt.

  • Diagnose durch Testen auf Antikörper gegen HCV und andere serologische Marker.

  • Die Behandlung ist unterstützend.

  • Es gibt keinen Impfstoff gegen Hepatitis C.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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