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Läsionen der Hypophyse

Von

Ian M. Chapman

, MBBS, PhD, University of Adelaide, Royal Adelaide Hospital

Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Patienten mit Hypothalamus-Hypophysen-Läsionen zeigen im Allgemeinen eine Kombination aus

  • Symptome und Anzeichen einer Raumforderung: Kopfschmerzen, veränderter Appetit, Durst, Gesichtsfelddefekte—besonders bitemporale Hemianopsie oder das Hemifield-Slide-Phänomen (Bilder driften auseinander)

  • Bildnachweis für eine Massen-Läsion als Zufallsbefund

  • Hypersekretion oder Hypersekretion von einem oder mehreren Hormonen der Hypophyse

Der häufigste Grund hypophysärer Über- oder Unterfunktion ist ein hypophysärer oder hypothalamischer Tumor. Tumoren der Hypophyse verursachen häufig eine erweiterte Sella (Sella turcica). Alternativ kann eine Sellavergrößerung auch Ausdruck des Syndroms der leeren Sella sein.

Struktur und Funktion der Hypophyse und die Beziehungen zwischen Hypophyse und Hypothalamus werden in der Übersicht über das endokrine System besprochen.

Syndrom der leeren Sella

Bei dieser Störung erscheint die Sella leer, da sie mit Liquor angefüllt ist, was die Hypophyse flach gegen die Sellawand drückt. Das Syndrom kann sein

  • Kongenital

  • Primär

  • Sekundär infolge einer Verletzung (z. B. Ischämie nach Geburt, chirurgischen Eingriffen, Schädel-Hirn-Trauma, Bestrahlung)

Der typische Patient ist weiblich (> 80%), übergewichtig (ca. 75%) und hypertensiv (30%) und kann unter idiopathischem intrakraniellem Hochdruck (10%) oder Liquorrhö aus der Nase (10%) leiden.

Die Hypophysenfunktion bei Patienten mit dem Syndrom der leeren Sella ist häufig normal. Dennoch können ein Hypopituitarismus, ebenso wie Kopfschmerzen oder Gesichtsfeldausfälle auftreten. Gelegentlich haben die Patienten kleine koexistierende Hypophysentumoren, die Wachstumshormon (GH), Prolaktin oder adrenokortikotropes Hormon (ACTH) sezernieren.

Die Diagnose kann mittels CT oder MRT bestätigt werden.

Bei alleinigem Auftreten einer leeren Sella bedarf es keiner spezifischen Therapie.

Läsionen des Vorderlappens

Hypersekretion von Hormonen aus dem Hypophysenvorderlappen (Hyperpituitarismus) ist fast immer selektiv, obwohl ein Tumor mitunter sowohl Wachstumshormon und Prolactin hypersekriert. Die Hypophysenvorderlappenhormone, die am häufigsten exzessiv ausgeschüttet werden, sind GH (Akromegalie, Gigantismus), Prolactin (wie bei Galaktorrhö,) und ACTH (führt zu Morbus Cushing).

Hyposekretion von Hormonen des Hypophysenvorderlappens (Hypopituitarismus) kann generalisiert auftreten, meistens infolge eines hypophysären Tumors oder idiopathisch. Möglich ist auch die selektive Hyposekretion eines oder mehrerer Hypophysenvorderlappenhormone.

Läsionen des Hypophysenhinterlappens

Die beiden Hormone des Hypophysenhinterlappens sind

  • Oxytocin

  • Vasopressin (antidiuretisches Hormon [ADH])

Bei Frauen verursacht Oxytocin eine Kontraktion von myoepithelialen Zellen in der Brust und von myometrialen Zellen im Uterus. Oxytocin lässt sich auch bei Männern nachweisen. Bisher ist dort keine Funktion bekannt.

Ein Mangel an Vasopressin führt zu einem zentralen Diabetes insipidus. Exzessive Vasopressin-Sekretion führt zum Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH).

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