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Anisokorie

(ungleiche Pupillengröße)

Von

Christopher J. Brady

, MD, Wilmer Eye Institute, Retina Division, Johns Hopkins University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Quellen zum Thema

Die Anisokorie bezeichnet ungleiche Pupillengrößen. Die Anisokorie selbst ist symptomlos.

Ätiologie

In den meisten Fällen ist die Anisokorie iatrogen bedingt.

  • Physiologisch (bei etwa 20% der Menschen vorhanden): Der Unterschied zwischen den Pupillengrößen bei physiologischen Anisokorien beträgt typischerweise ≤ 1 mm.

Tabelle
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Abklärung

Anamnese

Die jetzige Anamnese bezieht sich auf die aktuelle Symptomatik, ihr Art und ihre Dauer. Es werden sämtliche Kopf- oder Augenverletzungen aus der Vorgeschichte vermerkt.

Die Eigenanamnese umfasst bekannte Augenerkrankungen und Operationen sowie die Medikamentenanamnese.

Körperliche Untersuchung

Die Pupillengrößen und die Lichtreaktionen sollten in hellen und dunklen Räumen untersucht werden. Auch die Akkomodation und die extraokularen Bewegungen werden geprüft. Die okularen Strukturen werden mithilfe einer Spaltlampe oder anderen Vergrößerungsgeräten inspiziert, um strukturelle Anomalien und eine Ptosis zu identifizieren. Wenn klinisch indiziert werden weitere Augensymptome evaluiert. Mithilfe einer alten Fotografie lässt sich prüfen (ggf. mit einer Lupe), ob die Anisokorie schon früher vorhanden war.

Warnzeichen

Folgende Befunde sind von besonderer klinischer Relevanz:

  • Ptosis

  • Anhidrose

  • Pupillen, die stärker auf Akkomodation als auf Licht reagieren

  • Eingeschränkte extraokuläre Bewegungen.

Interpretation der Befunde

Wenn die Größendifferenz im Dunkeln stärker ausfällt, ist die kleinere Pupille abnormal. Häufige Ursachen sind das Horner-Syndrom Horner-Syndrom Das Horner-Syndrom besteht aus Ptosis, Miosis und Anhidrose (Anmerkung der Redaktion: und Enopthalmus) durch eine Funktionsstörung der zervikalen sympathischen efferenten Fasern. (Siehe auch... Erfahren Sie mehr  Horner-Syndrom und eine physiologische Anisokorie. Die Differenzierung kann über die Instillation eines Mydriatikums erfolgen (z. B. Kokain 10 %), auf das die kleine Pupille des Horner-Syndroms nicht anspricht. Bei physiologischer Anisokorie kann die Differenz in der Pupillengröße auch im Hellen und Dunklen gleich sein.

Wenn die Größendifferenz im Hellen stärker ausfällt, ist die größere Pupille abnormal. Sind die extraokularen Bewegungen beeinträchtigt, besonders bei gleichzeitiger Ptosis, ist eine Okulomotoriuslähmung (N. III) Störungen des III. Hirnnerven (N. oculomotorius) Störungen des III. Hirnnerven können die Augenmotilität, die Funktion der Pupillen oder beides beeinträchtigen. Symptome und Beschwerden dafür sind: Diplopie, Ptosis und Parese der Augenadduktion... Erfahren Sie mehr wahrscheinlich. Sind die extraokularen Bewegungen unauffällig, kann eine weitere Differenzierung durch Instillation eines Myotikums erfolgen (z. B. Pilocarpin 0,1 %). Bei einer Verengung der großen Pupille, ist die Ursache wahrscheinlich ein Adie-Syndrom; wenn die große Pupille sich nicht verengt, handelt es sich wahrscheinlich um eine medikamentöse oder drogenbedingte Ursache oder um strukturelle Schäden an der Iris (z. B. traumatisch oder chirurgisch).

Tests

Therapie

Wichtige Punkte

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